PLM als Business Case Prozessdigitalisierung: Dank Top-Down-Ansatz schnell zum Erfolg

Ein Gastbeitrag von Mendel-Gustav Bobrowski und Dr. Matthias Roth 4 min Lesedauer

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Ein Top-Down-Ansatz kann bei der Prozessdigitalisierung, insbesondere im Kontext von Product Lifecycle Management (PLM), Unternehmen dabei unterstützen, ihre Unternehmens- und Geschäftsziele zu erreichen. Sie schaffen die Grundlage für die Entwicklung einer zielgerichteten Digitalisierungsstrategie.

(Bild:  Canva.com)
(Bild: Canva.com)

Die Digitalisierung von Geschäftsprozessen hat sich über die vergangenen Jahrzehnte vom ehemals visionären Ansatz zu einer nicht mehr wegzudenkenden Grundlage für die Erreichung unterschiedlichster Geschäftsziele entwickelt. Doch durch die zunehmende Komplexität der Produkte, sich ständig ändernden Außeneinflüssen und sich immer breiter entwickelnden Lösungstechnologien kann man sich auf dem Weg vom Geschäftsziel hin zu konkret umgesetzten Digitalisierungsmaßnahmen schnell verlaufen. Um Möglichkeiten der Digitalisierung als Treiber für die Innovation der eigenen Produktprozesse zu nutzen und nicht selbst zum Getriebenen von Technologien zu werden, ist es notwendig, die Prozessdigitalisierung zielorientiert aufzusetzen.

3 gute Gründe für die Prozessdigitalisierung

Die genannten Gründe für die ständige Weiterentwicklung des Geschäfts kommen aus spezifischen Unternehmenszielen. Diese Unternehmensziele bilden damit auch über die Geschäftsziele die Grundlage für die Entwicklung einer zielgerichteten Digitalisierungsstrategie – denn für die Erreichung dieser Ziele spielt die Digitalisierung von produktbezogenen Daten, Arbeitsweisen und Prozessen eine entscheidende Rolle. Für die Weiterentwicklung des Geschäfts gibt es meist sehr gute Gründe – die Geschäftsziele können folgender Art sein:

  • Marktorientierung: Dies können beispielsweise die Erschließung neuer Geschäftsfelder oder die Reduktion von „Schrottfertigung“ sein, aber auch klassische Aspekte wie die Senkung von Entwicklungskosten.

  • Begegnung vorhersehbarer Einflüsse: Dazu zählen Regelungen im Kontext von Nachhaltigkeit oder gesetzlichen Vorgaben (Compliance).

  • Entgegentreten äußerer Zwänge: Insbesondere geopolitische Herausforderungen wie Lieferkettenresilienz oder disruptive Innovationen.

Digitalisierung als Mittel zur Erreichung der Unternehmens- und Geschäftsziele ist hierbei nicht nur ein Erfüllungsgehilfe für ohnehin bereits gesetzte Ziele – sondern auch ein Innovationsmotor wie beispielsweise für eine Closed-Loop-Digitalisierung.

Warum benötige ich den Top-Down-Ansatz?

Ein Top-Down-Ansatz bei der Prozessdigitalisierung ist eine Methode, bei der ausgehend von übergeordneten Unternehmens- und Geschäftszielen schrittweise „nach unten“ konkrete Digitalisierungsmaßnahmen abgeleitet werden. Dieser Ansatz stellt sicher, dass alle Digitalisierungsinitiativen am Ende die strategischen Ziele des Unternehmens vorantreiben. Um den Ansatz zu fassen, gelten folgende Aspekte:

  • Continuity: Kalkulierbare „Leitplanken“, die über mehrjährige Veränderungsprozesse hinweg gelten.

  • Consistency: Inhalte und Umfänge planbar geordnet und gewichtet.

  • Flexibility: Notwendige Reaktionen auf sich ändernde Rahmenbedingungen herleitbar und bewertbar machen.

  • Scalability: An die sich ändernden Bedingungen der Firma selbst anpassbar sein.

Dabei gilt es nicht, alles „zu Ende“ zu planen, sondern einen Rahmen zu setzen, in dem die konkreten Maßnahmen eingebracht werden.

Wie werden Geschäftsziele zu einer Strategie für Prozessdigitalisierung?

Eine gute Digitalisierungsstrategie wird erreicht, indem der Top-Down Ansatz auf die aus den Unternehmenszielen abgeleiteten Geschäftsziele abzielend aufgesetzt wird – und für unterschiedliche Planungsebenen die jeweils passende Transparenzebene vorsieht. Dabei gilt immer wieder zu prüfen, was erreicht werden soll. Geschäftsziele müssen hierfür nicht nur eindeutig gewichtet, sondern auch auf unterschiedliche Geschäftsbereiche umgelegt werden. Aus der Gewichtung von Geschäftszielen und dem Anteil, den einzelne Geschäftsbereiche bzw. Domänen an deren Erreichung haben, lässt sich ableiten, welche Umsetzungsschritte zwingend erfolgen müssen und welche in einem gewissen Ermessensspielraum liegen oder gar aufgeschoben werden können.

Top-Down Approach für die Roadmap-Definition.(Grafik:  ECS/eigene Grafik)
Top-Down Approach für die Roadmap-Definition.
(Grafik: ECS/eigene Grafik)

Der Einstieg in (und sukzessive auch der Umstieg auf) eine digitalisierte Prozesswelt stellt Firmen dabei vor die besondere Herausforderung, sich nicht zum Getriebenen von IT-Technologien machen zu lassen. Es sollte daher immer der Zielprozess Vorrang vor einzelnen Technologien haben. Für domänenübergreifende Ziele müssen dann die Auswirkungen und der Veränderungsbedarf einzelner betroffener Domänen (Gewerke, Teams und einzelne Stakeholder) analysiert werden. Aus dem auf Prozessdomänen bezogenen Veränderungsbedarf lassen sich in Folge die Auswirkungen auf Technologiedomänen wie PLM-System, ERP-System und weitere ableiten. Ein weiterer Schritt aus diesem generellen Rahmen ist anschließend das Aufsetzen einzelner Lösungsprojekte – die wiederum selbst zielorientiert definiert sein und sich an folgenden Fragen messen lassen müssen: Was soll ein Projekt mit welchem Mitteln erreichen und wie wird der Erfolg des Projektes gemessen?

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Lösungsprojekte umsetzen und orchestrieren

Zielorientiert definierte Lösungsprojekte erlauben eine agile Umsetzung – oder eine hybride Form aus agilem Modell und klassischem Wasserfall­modell. Zuvor herausgearbeitete Verschränkungen stellen sicher, dass einzelne Projekte und Lösungsschritte als „Lösungsraum“ die Strategie als Ganzes unterstützen. Unter Verschränkungen verstehen wir die Abhängigkeiten und Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Projekten und Lösungsschritten. Dies ist für Prozessdigitalisierungen gelebte und etablierte Praxis, das heißt, es sind bewährte Vorgehensweisen in der Prozessdigitalisierung, die sich in vielen Unternehmen als erfolgreich erwiesen haben. Dies bringt viele Vorteile mit sich:

  • Geringeres Frontloading, da keine detaillierte Lösung spezifiziert werden muss, sondern lediglich hinreichend genaue Zielkriterien.

  • Iterative, anwenderbezogene Lösungsumsetzung – dies erlaubt es, den besten Weg von gelebter Praxis hin zur Best Practice zu finden.

  • Abbau von Berührungsängsten mit neuen Technologien und Arbeitsmethoden.

  • Kleine erste Schritte, um das Programm später zu skalieren.

In Summe gilt: Start now, move fast, end early, then scale!

Wie begleiten PLM-Berater Sie auf dem Weg der Prozessdigitalisierung?

Die ECS als ganzheitliches PLM-Beratungsunternehmen unterstützt Unternehmen bei der Bewertung von Auswirkungen der Prozesse und Randbedingungen auf Lösungen und Technologien. Wir stellen sicher, dass Geschäftsziele berücksichtigt und PLM-Lösungen zukunftsfähig bleiben. Von der Prozessberatung über Domänenanalyse bis zur Projektplanung bieten wir langjähriges Know-how für eine effektive Digitalisierungsstrategie. Unsere Expertinnen und Experten begleiten die Umsetzung, basierend auf Best Practices, Erfahrungswerten und ihren Vorgaben. Mit unserer etablierten Methode begleiten wir Sie auf dem Weg zur zielorientierten Digitalisierung für nachhaltigen Geschäftserfolg.

Der Autor Dipl-Inf. Mendel-Gustav Bobrowksi ist Principal PLM Consultant bei ECS Engineering Consulting & Solutions. Autor Dr.-Ing. Matthias Roth ist Solution Architect bei ECS Engineering Consulting & Solutions.