Product-Lifecycle-Management: Integration von PLM in CAD und ERP

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Durch die tiefe Integration von Keytech PLM in das CAD-System Solidworks und in die ERP-Lösung Sivas kann Servolift den Pflegeaufwand bei seinen Daten auf ein Minimum reduzieren. Mit Fertigstellung der CAD-Konstruktion existiert bereits die ERP-Stückliste mit allen dispositionsrelevanten Teilen.
Product-Lifecycle-Management

Product-Lifecycle-Management, ein Paradebeispiel: Eine Anfrage kurz nach der Unternehmensgründung 1976 aus der Pharmaindustrie nach einer Lösung zum Heben, Fahren und Kippen von Fässern, war die Grundlage für die Konstruktion eines Fasshebers mit zwei Armen, dem heutigen Servolift SL, und gleichzeitig der Beginn der Erfolgsgeschichte der Servolift GmbH aus dem südbadischen Offenburg. Der Komplettanbieter im Engineering-Bereich ist spezialisiert auf Transport-, Handlings-, Misch- und Reinigungstechnologien – von einfachen Maschinen bis hin zu komplexen Pharma-Anlagen. Das Angebotsportfolio umfasst die Entwicklung und Fertigung von Mischern, Hubsäulen, mobilen Geräten, Reinigungsanlagen für die Pharma-, Chemie- und Lebensmittelindustrie sowie Sonderlösungen.

Ein Product-Lifecycle-Management für 200.000 Artikel

Neben Innovation, Qualität und Variantenvielfalt der Standardprodukte zählen insbesondere exakt auf die spezifischen Kundenanforderungen abgestimmte ­Lösungen zu den Stärken von Servolift. Das umfangreiche Produktspektrum hat jedoch gravierende Auswirkungen auf das Datenvolumen, das man unternehmensweit von der Konstruktion über den Einkauf, die Fertigung und den After-Sales-Service nicht nur verwalten, sondern auch organisieren muss. Projektrelevante Dokumente, ­Daten oder Informationen zu mittlerweile rund 200.000 Artikeln müssen dokumentiert, bearbeitet, aktualisiert oder archiviert werden.

Funktionelle Schwierigkeiten und Entwicklungsstillstand

Über viele Jahre hinweg wurde in der Konstruktionsabteilung zur Verwaltung der Konstruktionsdaten ein Produktdatenmanagement-System (PDM) eingesetzt, das eng mit der CAD-Lösung Solidworks verbunden war. Im Laufe der Zeit stiegen allerdings die Anforderungen an die Datenverwaltung, was zunehmend auch funktionelle Schwierigkeiten im Bereich der PDM-­Lösung nach sich zog.

Tobias Junker, IT-Leiter bei Servolift, blickt zurück: „Unser Arbeitstag war geprägt von langen Lade- und Speicherzeiten, großen Problemen beim Concurrent Engineering durch das Handling von Schreib- beziehungsweise Lese­zugriffen, häufigen Systemabstürzen mit Datenverlust oder einer hohen Status-Unsicherheit im Änderungsmanagement. Ein wesentlicher ­Aspekt war zudem, dass eine artikelbasierte Datenverwaltung mit dem vorhandenen PDM-System nicht möglich war. Ausschlaggebend für unsere Neuorientierung in diesem Bereich war dann letztlich die Ankündigung des PDM-Herstellers, seine Lösung nicht weiter entwickeln zu wollen.“

Im Rahmen eines Auswahlprozesses wurden bei Servolift mehrere markt­erprobte und moderne PLM-Lösungen intensiv begutachtet. Besonderen Wert legten die Verantwortlichen dabei auf folgende Kriterien:

  • Schnittstelle zum ERP-System Sivas
  • Lauffähigkeit unter Oracle-DB, um die Integration ins ERP-System auch weiterhin zu gewährleisten
  • artikelbasierte Verwaltung und einheit­liche Ablage aller Konstruktionsdaten
  • nahtlose Übernahme des gesamten bisherigen Datenbestands wie Zeichnungen, Modelle und Artikel
  • Möglichkeit, fehlende Daten wie Stücklisten auf der PLM-Seite datenbanktechnisch nachbilden zu können
  • Expertise bei der Ablösung von PDM-Lösungen aus dem CAD-herstellernahen Umfeld
Product-Lifecycle-Management
Bei Servolift werden projektrelevante Dokumente, Daten oder Informationen zu rund 200.000 Artikeln dokumentiert, bearbeitet, aktualisiert und archiviert. Bild: Servolift GmbH

Product-Lifecycle-Management heißt Denken in Geschäftsprozessen und nicht in Systemen

Schwierigkeiten bei Schnittstellen oder im Datenbank-Know-how der Anbieter, mangelnde Flexibilität und Skalierbarkeit der Programme oder zu hohe Anschaffungskosten – die Liste mit KO-Kriterien während der Analyse der verschiedenen PLM-Systeme war lang.

„Überhaupt konnte uns nur eine Lösung rundum überzeugen“, so Tobias Junker. „Angefangen vom Funktionsumfang und der Anpassungsfähigkeit der Software über das Preis-Leistungsverhältnis bis hin zur Beratungskompetenz der Mitarbeiter erwies sich Keytech PLM als die für unsere Anforderungen beste Lösung. Unabdingbare Auswahlvoraussetzung und damit in erster Linie entscheidungsrelevant war vor allem die Fähigkeit einer tiefgehenden CAD- und ERP-Integration. Keytech denkt in Geschäftsprozessen und nicht in Systemen, was wir speziell hinsichtlich der Integrationsfähigkeit als klaren Wettbewerbsvorteil sehen.“

Nach Datenübernahme, unternehmensspezifischen Anpassungen, beispielsweise im Halbzeug-Handling oder bei der TIFF- und PDF-Erstellung sowie bei Schulungsmaßnahmen und Testläufen, ist Keytech PLM bei Servolift seit September 2012 mit insgesamt 30 Lizenzen im Einsatz. Schnittstellen bestehen zur ERP-Lösung Sivas sowie zu den CAD- und E-CAD-Systemen Solidworks und Eplan.

Direkter Zugriff auf gültige Dokumente

Nicht nur der Keytech-Anwender, sondern auch jeder Anwender im Sivas-System kann in Keytech PLM auf gültige Fertigungs­dokumente zugreifen. Projektrelevante ­Daten, 3D-Modelle, Qualitätsinformationen, Preise, Lagerbestände oder Vertragsunterlagen aus dem Sivas-Kontext stehen jedem involvierten Mitarbeiter abteilungsübergreifend und praktisch auf Knopfdruck zur Verfügung. Sivas-Masken lassen sich dabei direkt aus dem Keytech-Kontext aufrufen.

Der Artikelstamm wird zwischen den ERP- und PLM-Systemen bidirektional, Stücklisten inklusive der Unterstützung von TOS (technisches Ordnungs-System) und Rohteilstücklisten unidirektional übertragen. Ricco Blust, bei Servolift als CAD/CAM-­Administrator tätig, betont: „Alle Daten sind somit zum richtigen Zeitpunkt sofort und versionsgenau abrufbar – über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg. Die Gefahren der doppelten Datenhaltung, Eingabefehler bei manuellen Übertragungen oder mangelnde Revisionssicherheit sind somit ausgeschlossen.“

30 Anwender sparen jeweils rund 15 Minuten pro Arbeitstag

Die tiefe Integration von Product-Lifecycle-Management, ERP und CAD verzahnt beim Maschinenbauer alle Geschäftsprozesse durchgängig sowie abteilungsübergreifend. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung für die ständig steigende Automatisierung des Spezialisten für Transport-, Handlings-, Misch- und Reinigungstechnologien. „Rein wirtschaftlich betrachtet konnten wir die Lade- und Speicherzeiten beim Anlegen, Übergeben oder Ändern von Artikeln pro Anwender und Arbeitstag um rund 15 ­Minuten redu­zieren. Bei 30 Anwendern und 20 Arbeitstagen monatlich ergibt sich hier ein beträchtliches Einsparpotenzial“, erläutert Ricco Blust.

Tobias Junker ergänzt: „Durch die Integration von Keytech PLM in unser CAD- und ERP-System wird zudem der Pflegeaufwand auf der ERP-Seite auf ein Minimum reduziert, das heißt, mit Fertigstellung der CAD-Konstruktion existiert bereits die ERP-Stückliste mit allen dispositionsrelevanten Teilen. Sowohl der Keytech-Anwender als auch der ­Sivas-Nutzer kann auf gültige Fertigungs­dokumente zugreifen, ohne dass man diese ­redundant halten muss oder Systemwechsel notwendig wären.“

Vernetzte Wertschöpfungskette

Vor Einführung der Product-Lifecycle-Management-Lösung war der Arbeitsalltag bei Servolift geprägt von geringer Transparenz durch die fehlende Integration, Redundanzen und Fehleranfälligkeiten im Datenhandling, langen und umständlichen Freigabeprozessen oder zeitraubendem Suchen nach aktuellen Doku­menten und Informationen.

„Das alles ist heute kaum mehr ein Thema bei uns“, bilanziert Tobias Junker. „Keytech unterstützt durch das nahtlose Zusammenführen der kaufmännischen und technischen Daten aus Sivas beziehungsweise Solidworks eine vernetzte Wertschöpfungskette und bietet die Grundlage für Fehlerreduzierung, Aktualität, Verlässlichkeit und Revisionssicherheit in der Datenorganisation. Zudem ermöglicht die Integration eine optimale Planung über sämtliche Ebenen hinweg: Konstruktion, Einkauf, Marketing, Vertrieb und Produktion arbeiten eng verzahnt zusammen. Der Produktentstehungsprozess ist dadurch schneller, sicherer und effizienter.“

Der Autor Matthias Holzapfel ist freier Fachjournalist in Villingen-Schwenningen.

Lesen Sie auch: PLM-Plattform: Produktentwicklung am Puls der Zeit

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