07 2012

Digital Engineering Magazin 2012/07

Liebe Leser,

zum Thema Energiewende gibt es fast täglich neue Meldungen. Dies verwundert nicht. Denn die Energiewende wird uns noch viele Jahre begleiten und deutliche Auswirkungen auf unsere Gesellschaft haben, besonders der Geldbeutel wird dies zu spüren bekommen. Deutschlands Energieversorger nehmen nämlich kein Blatt vor den Mund, wenn es um die Kostenabschätzung für die Energiewende geht. Und darin sind sie sich alle einig: Wir Verbraucher werden die Kosten deutlich zu spüren bekommen. Beispielsweise sagte der Vattenfall-Europachef
Tuomo Hatakka Ende August der Süddeutschen Zeitung, dass die Strompreise bis zum Jahr 2020 um 30 Prozent steigen sollen. Keine schöne Aussichten.

Eine tragende Säule der Energiewende soll die Windenergie werden. Besonders Windparks auf hoher See sollen einen bedeutenden Anteil an der Stromproduktion der Zukunft haben. Aber hier klemmt es derzeit noch an vielen Stellen.
„Ohne Netzanschluss wird es keinen Offshore-Wind und damit auch keine Energiewende geben“, betonte beispielsweise der Geschäftsführer der Windenergie-Agentur (WAB), Ronny Meyer, Ende Juni bei der Eröffnung der Konferenz „Windforce“ in Bremen. Trotz der zahlreichen genehmigten Windparks geht deren Bau nur schleppend voran. Vor allem in der Nordsee haben die Stromfirmen massive Probleme. Unbeständiges Wetter und schwierige Logistik verhindern einen schnellen Baufortschritt.

Viele Firmen klagen aber auch über bürokratische Hemmnisse, über die fehlende Anbindung an das Stromnetz und über die zögernde Haltung von Investoren und Banken sowie über mangelnde finanzielle Unterstützung durch die öffentliche Hand. Die vielen Verzögerungen beim Bau der Windparks hätten zur Folge, dass so mancher Investor zunehmend Bedenken trage, sein Geld für neue Projekte freizugeben. Das Hauptproblem sind aber die noch fehlenden Hochspannungsenergietrassen, die den erzeugten Ökostrom von den Küsten in die Ballungs- und Industriezentren im Süden Deutschlands transportieren können. Und hier muss endlich etwas passieren.

Die Anbieter von Windenergieanlagen sind da schon viel weiter. Die Anlagen funktionieren bereits heute zuverlässig. Auch für viele Anbieter aus den Bereichen Antriebstechnik, Automatisierung und Elektrotechnik sind die erneuerbaren Energien und speziell die Windenergie ein weltweit wichtiger Markt. Windenergieanlagen wandeln mechanische Energie in elektrische um. Dafür ist neben Rotor, Antriebswelle und Getriebe eine Vielzahl von elektrischen und elektronischen Komponenten notwendig. Angefangen von Umrichtern, Steuerungen und Sicherheitseinrichtungen bis hin zu Modulen für Kommunikation und Monitoring. Erfreulicherweise gehören auch deutsche Komponentenanbieter zu den weltweit führenden Zulieferern für Windenergieanlagen. Machen Sie sich selbst ein Bild davon, zum Beispiel in unserem Special „Windkraft“ auf den Seiten 25 bis 43.

Ihr

Rainer Trummer, Chefredakteur
rt@win-verlag.de

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