Auf dem Weg zum digitalen Maschinenbau

Siemens Mechatronics Concept Designer (MCD)

Automatisierung in Richtung Industrie 4.0 heißt im ersten Schritt: durchgängige Digitalisierung von der Definition bis zur Inbetriebnahme und Nutzung. Ergebnis sind Maschinen, die man schneller in Betrieb nehmen, leichter umrüsten und flexibler nutzen kann.

03 2015

Digital Engineering Magazin 03/2015

Bitte mehr Pragmatismus! Liebe Leser, wie schnell die Zeit vergeht. Das erste Viertel des Jahres ist bereits wieder vorüber und kann abgehakt werden. Hatten wir uns nicht vor kurzem noch auf den Weihnachtsurlaub gefreut und uns Gedanken darüber gemacht, welche Vorsätze wir in diesem Jahr erfüllen wollen? Ja, so ist das mit der Zeit. Von Jahr zu Jahr scheint es, vergeht sie schneller. Ist aber nicht so, wie wir alle wissen, es liegt vielmehr an unserer Wahrnehmung oder einfach daran, dass wir immer mehr Dinge in der zur Verfügung stehenden Zeit erledigen wollen. Nur mit einem guten Zeitmanagement und effizienter Arbeit lässt sich das Arbeits­pensum erfolgreich bewältigen. Effizienz und Flexibilität sind auch in der Produktentwicklung und Produktion stets wichtige Themen. Hier kann Industrie 4.0 in den nächsten Jahren durch die starke Vernetzung von Produktion und Internet wahre Technologiesprünge ermöglichen. Ein wesentlicher Bestandteil soll dabei das Internet der Dinge sein. Um zügiger voranzukommen, gründeten die Verbände ZVEI, VDMA und BITKOM deshalb vor einiger Zeit die Plattform Industrie 4.0. Anscheinend ging es doch nicht so schnell voran wie gewünscht. Denn die Bundesminister Sigmar Gabriel (Wirtschaft und Energie) und Johanna Wanka (Bildung und Forschung) haben jetzt bei der bisherigen Verbände-Plattform das Kommando übernommen und wollen Industrie 4.0 sowohl thematisch als auch strukturell neu ausrichten und auf eine breitere politische und gesellschaftliche Basis stellen. Mit der Neuausrichtung möchte man schnell zu ersten Ergebnissen kommen, damit Unternehmen diese testen können und anschließend in Geschäftsmodellen umsetzen. Die Politik will so Deutschland als einen Leitanbieter für cyber-physische Systeme etablieren. Hoffentlich gelingt dies besser als bei der Elektromobilität. Die Bundesregierung hat sich ja das Ziel gesetzt, bis 2020 eine Million Elektroautos auf die Straßen zu bringen. Die Erreichbarkeit dieses Ziels wird angesichts der bisherigen Zulassungszahlen von E-Autos allerdings zunehmend in Frage gestellt. Deshalb ein Appell an alle Handlungsbeteiligten: Lasst uns beim so wichtigen Thema Industrie 4.0 keine Zeit mehr verlieren, sondern packt Industrie 4.0 pragmatischer an und macht den industriellen Mittelstand zum Treiber dieser Entwicklung. Unsere Wettbewerber in den USA und China drücken nämlich mächtig auf das Gaspedal. Das Industrial Internet Consortium (IIC) in den Staaten kommt pragmatischer voran, da dort nicht großartig standardisiert wird, sondern vielmehr Quasi-Standards gesetzt werden. Noch ist die Chance da, dass Industrie 4.0 zu einer Erfolgsgeschichte für die deutsche Industrie wird. Und die muss man nutzen! Ihr Rainer Trummer, Chefredakteur

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