PLM: Sieben Tipps zum optimalen Datenmanagement

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Veraltete Informationen, fehlerhafte oder unterschiedliche Formate, mangelnde Kompatibilität und schlicht Dubletten werden in Fertigungsunternehmen oft entweder hingenommen oder gar nicht bemerkt. Doch wie lassen sich solche Ineffizienzen vermeiden? Sieben Tipps zur Lösung.

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Veraltete Informationen, fehlerhafte oder unterschiedliche Formate, mangelnde Kompatibilität und schlicht Dubletten werden in Fertigungsunternehmen oft entweder hingenommen oder gar nicht bemerkt. Doch wie lassen sich solche Ineffizienzen vermeiden? Sieben Tipps zur Lösung.
von Dr. Arno Michelis

Die Studie „Revival der Stammdaten – Behindert mangelnde Datenqualität die digitale Transformation?“ von Lünendonk zeigt, dass nur 15 Prozent der deutschen Fertiger sich im Stammdatenmanagement sehr gut aufgestellt sehen. Dagegen glauben 82 Prozent der Teilnehmer mit korrekten Stammdaten lassen sich schnellere Analysen durchführen und bessere Entscheidungen treffen.

Mit fortschreitender Digitalisierung geraten fehlerhafte und unvollständige Daten in den Fokus: Als Hindernisse und Stolpersteine zu effizienter Fertigung und Produktkalkulation, als Fehlerquellen zwischen den Leistungsbereichen und schließlich als Erfolgsbremse an der Schnittstelle zum Kunden. Wer seine Datenqualität nicht rechtzeitig in den Griff bekommt, wird von der vierten industriellen Revolution wohl kaum profitieren können.

Die Spezialisten für die Optimierung von technischen Massendaten der Simus Systems GmbH geben allgemeingültige Tipps und zeigen am Beispiel der modularen Softwaresuite simus classmate, wie die Umsetzung praktisch aussehen kann.

Tipp 1: Die saubere Datenbasis

Umstrukturierungen und Übernahmen sind an der Tagesordnung, nur durch ständige Modernisierung ihrer IT-Lösungen halten Industriebetriebe dem Wettbewerb stand. Wer es schafft, seine Datenbestände nachhaltig zu strukturieren und für zukünftige Systeme richtig aufzubereiten, erleichtert sich IT-Projekte wie ERP-Einführungen. Doch wie geht man solch grundlegende Projekte am besten an? Die Software-Lösung Classmate Data ist ein passendes Werkzeug. Zunächst werden Stammdaten in Produktentwicklung, Produktion, Arbeitsvorbereitung und Einkauf über integrierte, anpassbare Regelwerke systematisch verdichtet, angereichert und strukturiert. Classmate Data gleicht die Unternehmensdaten über Analysealgorithmen mit vorher definierten Zielklassen ab. Die automatische Zuordnung der Datensätze durch klare Regeln ermöglicht sehr schnelle und korrekte Ergebnisse. Durch die Automatisierung können auch große Mengen an Stammdaten schnell und unkompliziert ERP-konform transformiert werden. Ob erste Klassifizierung oder eine Neuklassifikation der Daten – es ergibt sich ein optimierter Materialstamm; daraus können standardisierte Prozesse und eine korrekt strukturierte Datenbasis folgen.

Karlheinz Steier vom simus systems Kunden KSB AG sagt dazu: „Um die Datenqualität sicherzustellen, liefert uns classmate DATA starke Routinen.“ So kann man wöchentliche oder tägliche Reports generieren, ob Prozesse nicht eingehalten, Dubletten angelegt wurden oder Dokumente fehlen. „Die Architektur der Software ist aus unserer Sicht sehr vorteilhaft, weil man aus dem „Werkzeugkoffer“ heraus ohne Hilfe von simus systems neue Werkzeuge erstellen und kundenspezifisch einsetzen kann“, ergänzt er.

Tipp 2: Dubletten vermeiden

Die Bereinigung von Mehrfacheinträgen ermöglicht an vielen Stellen im Unternehmen Einsparungen und Effizienzsteigerungen. Im Einkauf werden durch Auftragsbündelung höhere Rabatte erzielt, in der Fertigung durch höhere Losgrößen und weniger Artikel Einsparungen erreicht, in Logistik und in der Lagerung sinkt die Kapitalbindung. Konstrukteure finden dank korrekt gepflegter Daten bereits vorhandene Lösungen wieder und erhöhen ihre Wiederverwendungsrate. Sie sparen dadurch nicht nur Konstruktionszeiten ein, sondern optimieren auch den gesamten folgenden Prozess im Unternehmen durch bekannte Teile und Baugruppen. Der Kundendienst findet die richtigen Ersatzteile zuverlässig.

Die Datensuchmaschine Classmate Finder hilft Dubletten auf zwei Wegen zu vermeiden: Beim Finden eines gewünschten Teils sowie bei der Bereinigung einer bestehenden Datenbasis. Verschiedene kombinierbare Suchmöglichkeiten und die einfache Benutzeroberfläche des Software-Moduls ermöglichen Suchanfragen ohne spezielle Kenntnis einer Klassenstruktur. Die Suchergebnisse werden in übersichtlichen Listen sowie als 2D- und 3D-Vorschaubilder am Bildschirm sichtbar.

Tipp 3: Schreibweisen und Übersetzungen

Unterschiedliche Datenformate, Sprachen, Einheiten, Nummernkreisläufe und viele weitere Details müssen an Strukturen angepasst, neu formatiert, ergänzt und für verschiedene Nutzungen aufbereitet werden. Mehrsprachige Angebots-, Bestell- oder Artikeltexte müssen häufig manuell geändert und ergänzt werden. Solche Aufgaben übernimmt der Classmate Textgenerator automatisch, indem er aus der Klassifikation heraus die notwendigen Texte generiert. Da alle Informationen an zentraler Stelle gepflegt werden, sinken Übersetzungsaufwand und Fehlerquote durch manuelle Bearbeitungen. So können sowohl das Klassensystem, die Materialstämme als auch Kurz- oder Langtexte mit Hilfe von Classmate und einer Übersetzungsdatenbank automatisch in Fremdsprachen übertragen und aktuell gehalten werden.

Tipp 4: CAD-Modelle pflegen

Um Einheitlichkeit und Datenqualität zu bewahren, sollten Fertigungsunternehmen ihre CAD-Modelle mit Hilfe einer Klassifizierung strukturieren und organisieren. Damit werden nicht nur Konstruktionsmodelle häufiger wiederverwendet und Bauteile standardisiert, sondern auch die Arbeitsvorbereitung entlastet, die NC-Programmierung beschleunigt und der Einkauf unterstützt. Eine solche strukturierte Pflege von CAD-Modellen kann mit Classmate CAD automatisiert werden. Dazu analysiert dieses Modul 3D-CAD-Daten anhand der Geometrie – unabhängig von der Modellierungsmethodik. Danach pflegt Classmate CAD die 3D-Modelle in einen zuvor entwickelten Klassifizierungsbaum ein. Vollautomatisch und ohne Zutun eines Konstrukteurs berechnet die Software zusätzlich für jedes CAD-Modell einen Index („Geometrischer Fingerabdruck“), der eine Ähnlichkeitssuche auf Basis einer vorhandenen Geometrie ermöglicht.

Tipp 5: Systemübergreifend arbeiten

Die verschiedenen eingesetzten Systeme sollten miteinander kommunizieren können. Dabei optimieren flexible Schnittstellen zwischen ERP-, PDM- und CAD-Systemen die Abläufe. Die Classmate-Software fungiert mit solchen Schnittstellen als zentraler Dreh- und Angelpunkt und unterstützt alle gängigen Systeme. SAP-Kunden ermöglicht Classmate Data eine erheblich schnellere und komfortablere Datenpflege außerhalb der SAP-Oberfläche und eine leichte Konfiguration des Klassensystems. Gerade aufwendige Arbeitsschritte wie das Anlegen neuer Klassen lassen sich in Sekundenschnelle durchführen. So kann eine bestehende Klassifikation ausgelesen und deren Struktur vollständig in Classmate Data importiert werden, um sie dort zu modifizieren oder mit Klassifikationsregeln zu versehen. Umgekehrt kann die mit Classmate Data strukturell und inhaltlich bearbeitete Klassifikation nach SAP exportiert werden.

Tipp 6: Automatisierte Kostenkalkulation und Arbeitsplanung

Bis zu 80 Prozent der Fertigungskosten werden bereits mit der Konstruktion festgelegt. Oft werden Kalkulationen jedoch erst nach der Konstruktion eingeleitet, und eine Rückmeldung über zu hohe Kosten erfolgt entweder gar nicht – oder zu spät. Da liegt es auf der Hand, die Einsparpotenziale einer konstruktionsbegleitenden Kalkulation zu nutzen. Eine schnelle Möglichkeit zur Vorkalkulation fördert nicht nur kostenoptimiertes Konstruieren von eigenen Bauteilen, sondern steigert auch erheblich die Geschwindigkeit der Angebotserstellung. Wenn man sich für Fremdbeschaffung entscheidet, verschaffen vorkalkulierte Kosten dem Einkauf eine bessere Position in Verhandlungen.

Derzeit werden frühzeitige Kalkulationen von 3D-CAD- oder PLM-Systemen nicht oder nur unzureichend unterstützt. Frühes und stets reproduzierbares Wissen über Produkt- und Produktionskosten trägt entscheidend dazu bei, die Herstellungskosten niedrig zu halten und Make-or-Buy-Entscheidungen zu erleichtern. Genau dort setzt das Modul Classmate Plan an. Es ermittelt Arbeitsgänge, berechnet Fertigungskosten und spürt Kostentreiber per Knopfdruck auf – und das bereits zu einem beliebigen Zeitpunkt während des Konstruktionsprozesses. Thomas Jäger von Océ Printing Systems kommentiert: „Die Benutzeroberfläche ist selbsterklärend, jeder der den Umgang mit einem PC gewohnt ist, kann auch Classmate Plan handhaben. Diese Einfachheit führt sehr schnell zu einer breiten Anwendung.“

Tipp 7: Datenzentrale schaffen

Unternehmen können von der Einrichtung einer zentralen Stammdatenstelle profitieren, da die Datenqualität ein Grundpfeiler für eine optimale Fertigung darstellt – besonders im Hinblick auf Industrie 4.0. Firmen sparen durch einen schlanken, genau definierten Anlage- und Verwaltungsprozess wertvolle Zeit in allen betroffenen Abteilungen und sichern sich nachhaltige Datenqualität. Dubletten und Fehler in den Materialstammdaten werden effektiv verhindert. Dies bringt Unternehmen eine höhere Wiederverwendungsrate und begrenzt den Aufwand für die Teileverwaltung. Außerdem werden unnötige CAD-Daten vermieden. jbi


Dr. Arno Michelis ist Geschäftsführer der Simus Systems GmbH.

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