Tipps zur Integration PLM-Einführung als strategisches Projekt

Ein Gastbeitrag von Jochen Leppert, Senior-Partner bei Neonex 3 min Lesedauer

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Ein Product Lifecycle Management (PLM)-System gilt in anspruchsvollen Industriebranchen als zentrales Werkzeug zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit. Wie die Einführung gelingt.

(Bild:  Bartek/stock.adobe.com)
(Bild: Bartek/stock.adobe.com)

Ein PLM-System bietet Unternehmen die Möglichkeit, Geschäftsprozesse tiefgreifend und nachhaltig zu verbessern – von der ersten Produktidee über die Produktion bis hin zum After-Sales-Service. Die Integration eines solchen Systems muss daher als strategisches Projekt verstanden werden, das ein Umdenken auf allen Ebenen erfordert.

Zielbild definieren

(Bild:  Neonex)
(Bild: Neonex)

In einem ersten Schritt sollte ein Zielbild für die Einführung des PLM-Systems formuliert werden. Dabei ist es wichtig zu verstehen, dass der Nutzen nicht nur in der Unterstützung der Entwicklung liegt, sondern als Hebel für Verbesserungen in allen Geschäftsbereichen dient. Entsprechend muss das Zielbild in Einklang mit der Unternehmensstrategie gebracht werden. Darüber hinaus ist in diesem Schritt wichtig, frühzeitig Stolperfallen und Risiken zu identifizieren, die den Erfolg einer Einführung gefährden könnten. In dieser frühen Phase spielt das Change Management eine zentrale Rolle, da bestehende Prozesse teilweise komplett neu überdacht und angepasst werden müssen.

SOLL-Prozesse ausarbeiten

Nach der Definition des Zielbildes müssen die SOLL-Prozesse präzise ausgearbeitet werden. Hierbei sind die spezifischen Anforderungen der Geschäftsbereiche zu berücksichtigen, um sicherzustellen, dass das PLM-System den gesamten Produktlebenszyklus effizient abbildet. Parallel zur Definition der SOLL-Prozesse ist es wichtig, sowohl branchenspezifische Anforderungen als auch nicht-funktionale Aspekte wie Systemperformance, Skalierbarkeit oder Sicherheit frühzeitig in die Systemgestaltung einfließen zu lassen, um das PLM-System optimal abzustimmen.

Alle Systeme integrieren

Hat man auf Basis der SOLL-Prozesse und den daraus resultierenden Anforderungen einen idealen Anbieter gefunden, liegt eine besondere Herausforderung bei der Implementierung von PLM-Systemen in der Integration aller am Produktlebenszyklus beteiligten Systeme wie ERP, CAD, MES und CRM. Diese Systeme müssen nahtlos miteinander verbunden werden, um den gesamten Lebenszyklus eines Produkts effizient abzubilden. Die Vernetzung gewährleistet, dass das PLM-System als zentrale Plattform fungiert, die sämtliche Informationen über den Produktlebenszyklus hinweg zusammenführt und verfügbar macht. Daher ist eine abteilungsübergreifende Zusammenarbeit während der Projektphase unerlässlich, um sicherzustellen, dass das PLM-System die Anforderungen des Unternehmens vollständig abbildet. Ebenso wichtig ist die Abstimmung zwischen dem Unternehmen und dem Implementierungspartner hinsichtlich der agilen Projektmanagement Methode, um sicherzustellen, dass die spezifischen Anforderungen effizient, korrekt und in der der geplanten Zeit umgesetzt werden.

PLM-Einführung in mehreren Schritten

Die Einführung des PLM-Systems sollte dann in mehreren klar definierten Schritten erfolgen: Zunächst muss die Struktur des Datenmodells festgelegt werden, damit etwa Artikelmerkmale zur Steuerung von Geschäftsprozessen berücksichtigt werden können. Für eine erste Plausibilisierung sollte in diesem frühen Stadium eine erste Datenmigration von repräsentativen Produkten durchgeführt werden und mit den zukünftigen Merkmalen ergänzt werden. Die richtige Datenstruktur bildet das Rückgrat einer erfolgreichen PLM-Integration, da sie die Grundlage für eine effektive Rückverfolgbarkeit und Kostentransparenz bietet.

Stücklisten integrieren

Sobald das Datenmodell strukturell implementiert ist, werden schrittweise weitere Funktionen integriert – beginnend mit der 150%-EBOM und der kundenspezifischen 100%-EBOM, gefolgt von verschiedenen Stücklisten sowie dem Anforderungs- und Variantenmanagement und weiteren Möglichkeiten aus der breiten Palette von PLM-Funktionalitäten. Dabei wird deutlich, dass der Fokus auf die wirklich benötigten Funktionen nur durch die SOLL-Prozesse und den darauf basierenden Auswahlprozess sichergestellt werden kann.

Zusammenfassend bringt die Implementierung der komplexen PLM-Software erheblichen Mehrwert, da sie viele Geschäftsprozesse optimiert. Eine sorgfältige Planung und Fokussierung sind dabei entscheidend, um die Implementierung erfolgreich zu gestalten.

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