Kendrion hat eine kostengünstige Permanentmagnetbremse für Servomotoren im Low- und Mid-Torque-Bereich entwickelt. Die Baureihe ergänzt die bestehende High Torque Line. Das Besondere: Beide Produkte teilen sich eine identische mechanische und elektrische Schnittstelle.
Die Slim PM ist eine kostengünstige Permanentmagnetbremse, die speziell für Servomotoren im Low- und Mid-Torque-Bereich entwickelt wurde.
(Bild: Kendrion)
Getrieben von Automatisierung, Robotik und dem allgemeinen Maschinenbau wächst der Markt für Servomotoren dynamisch. Bis 2029 soll das Marktvolumen 20,5 Milliarden US-Dollar erreichen. Auffällig dabei: Rund 70 Prozent der Anwendungen bewegen sich im Mid- und Low-Torque-Bereich – also genau dort, wo die Nachfrage nach kompakten, kostensensitiven und gleichzeitig leistungsstarken Komponenten am höchsten ist. Bremsentechnologien nehmen hier eine Schlüsselrolle ein, denn rund ein Drittel aller Servoantriebe wird mit Bremse ausgeliefert, um Sicherheit und Stabilität in dynamischen Bewegungsabläufen sicherzustellen.
Baukastenlogik für Motorenhersteller
Die einheitliche Bremsen-Motor-Schnittstelle der neuen Slim PM und der High Torque Line erleichtert dem Anwender die Integration beider Bremsen und fördert eine wirtschaftliche Motorkonfiguration
(Bild: Kendrion)
Mit der Slim PM adressiert Kendrion genau dieses volumenstarke, vom Wettbewerb umkämpfte Segment. Die neue Baureihe ergänzt die bestehende High Torque Line, die auf High-Torque-Anwendungen ausgelegt ist. Das Besondere: Beide Produkte teilen sich eine identische mechanische und elektrische Schnittstelle. Für Motorenhersteller bedeutet das: eine Baukastenlogik, die es erlaubt, unterschiedliche Motorendrehmomentbereiche mit derselben Bremsentechnologie abzudecken.
„Wir wollten eine Permanentmagnetbremse entwickeln, die sich nahtlos in die bestehenden Strukturen integrieren lässt“, erklärt Waldemar Schaermann, Produktmanager bei Kendrion. „Darum haben wir die Slim PM nicht als isolierte Lösung gedacht, sondern als Partner der High Torque Line. Das eröffnet OEMs die Möglichkeit, ihre Motorenfamilien schlanker zu projektieren und montagefreundlicher auszulegen.“
Schlank konstruiert, konsequent standardisiert
Die Slim PM und die High Torque Permanentmagnetbremsen teilen sich eine identische Motorschnittstelle.
(Bild: Kendrion)
Die Slim PM wurde von Beginn an auf den Spagat zwischen technischer Leistungsfähigkeit und wirtschaftlicher Fertigung ausgelegt. Ihr Design ist kompakt, die Leistungsdichte hoch. Durch material- und prozessoptimierten Aufbau ist sie leichter und kostengünstiger als die aktuell marktüblichen Modelle – Vorteile, die im Volumenmarkt zählen. Noch entscheidender für OEMs ist die Schnittstellenfrage. Die Slim PM nutzt dieselbe Motoranbindung und dasselbe Rotorsystem wie die High Torque Line. Das hat weitreichende Folgen:
1. Die Montageprozesse bleiben identisch, unabhängig davon, welche Bremse verbaut wird.
2. Geringerer mechanischer und regelungstechnischer Designaufwand im Servomotor.
3. Mehr Flexibilität im Baukastensystem
4. Einheitliche interne und externe Dokumentation zur verbauten Bremsentechnologie
„Gerade bei großen Stückzahlen kann der durchgehende Einsatz einer Technologie enorme Wirkung entfalten“, betont Waldemar Schaermann. „Jeder zusätzliche Handgriff im Montageprozess kostet Zeit und Geld. Mit der Slim PM bieten wir eine Lösung, die Raum für höhere Montageautomatisierung eröffnet und den Kunden entlastet, ohne dass er Kompromisse bei der Technik eingehen muss.“
Ein Baukasten für alle Drehmomente
Waldemar Schaermann, Produktmanager bei Kendrion in Villingen: „Zwei Bremsen, ein System – das ist unser Ansatz. Der Motorenbauer bleibt in einem durchgängigen Baukasten. Das reduziert Fehlerquellen und schafft Freiraum in der Konstruktion.“
(Bild: Kendrion)
Das Zusammenspiel von Slim PM und High Torque Line macht den Unterschied. Während die High-Torque-Bremsen für Anwendungen mit hohen Drehmomenten konzipiert sind, deckt die drehmomentreduzierte Slim PM den Massenmarkt der Mid- und Low-Torque-Antriebe ab. Beide Baureihen greifen jedoch auf dieselbe Systemarchitektur zurück.
Für Motorenhersteller ergeben sich daraus klare Vorteile: Statt mit verschiedenen Bremstechnologien jonglieren zu müssen, reicht eine Technologieplattform. Das senkt den Abstimmungsaufwand in Entwicklung und Applikation. Gleichzeitig lassen sich Motorenbaureihen einfacher skalieren, weil der Wechsel zwischen Mid- und High-Torque keine Änderungen am Motordesign, an Regelparametern oder Montageabläufen nach sich zieht. Ein weiterer Vorteil ergibt sich durch die Möglichkeit, die Bremse bedarfsgerecht nach dem erforderlichen Motordrehmoment einzusetzen. Überdimensionierte Bremsen im Low- und Mid- Torque Servomotoren gehören damit der Vergangenheit an, was wiederum Kosten spart.
„Zwei Bremsen, ein System – das ist unser Ansatz“, bringt es Waldemar Schaermann auf den Punkt. „Der Motorenbauer bleibt in einem durchgängigen Baukasten. Das reduziert Fehlerquellen und schafft Freiraum in der Konstruktion.“
Hohe Leistungsdichte für unterschiedlichste Anwendungen
Die Slim PM ist für die Anwendungen ausgelegt, in denen Motorenhersteller mit hohen Stückzahlen rechnen: Robotik, Fördertechnik, Werkzeug- und Verpackungsmaschinen sowie Automatisierungstechnik. Überall dort, wo Dynamik gefragt ist, aber hohe Drehmomente nicht im Vordergrund stehen, spielt die Bremse ihre Stärken aus. Besonders in der Robotik kommt die kompakte Bauweise zum Tragen. Enge Einbauräume und modulare Achskonzepte verlangen nach Komponenten, die technisch belastbar, präzise und gleichzeitig schlank konstruiert sind. Gleiches gilt für Verpackungsmaschinen, in denen immer kürzere Taktzeiten umgesetzt werden, ohne dass das Gesamtsystem größer werden darf.
Stand: 16.12.2025
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Globale Präsenz, lokale Anpassung
Neben der Technik setzt Kensrion auch auf die Nähe zu seinen Kunden. Mit Standorten in Europa, den USA und Asien kann das Unternehmen OEMs weltweit bedienen und gleichzeitig auf regionale Besonderheiten eingehen. Anpassungen an projektspezifische Anforderungen lassen sich durch die Verzahnung von Entwicklung und Fertigung kurzfristig realisieren. Waldemar Schaermann sieht darin einen entscheidenden Punkt: „Eine gute Bremse allein reicht nicht. Wir müssen sie in den Kontext der Kundenapplikation einordnen und dort Mehrwert schaffen. Dafür braucht es Dialog, schnelle Iterationen und ein Systemdenken, das über das einzelne Bauteil hinausgeht.“