Neue Industrieanlagen besitzen meist integrierte Tools der Zustandsüberwachung. Für Bestandsanlagen mit rotierenden Anlagenteilen bietet Althen ein Condition-Monitoring-System zum Nachrüsten an. Kabellose Vibrationsaufnehmer melden die Messdaten per Funk an ein Gateway, das diese weiter an eine Cloud übermittelt.
Der IoT-Monitor bietet verschiedene Ebenen der Überwachung, vom einfachen Schwellenwert-Trigger auf skalare Werte bis hin zur interaktiven FFT-Analyse und Diagnose.
(Bild: Bigstockphoto/Althen)
Eine vorausschauende Zustandsüberwachung ist bei Maschinen mit rotierenden Anlagenteilen entscheidend, um frühzeitig Abnutzungen zu detektieren, Ausfälle zu vermeiden und letztlich Kosten zu sparen, wenn Verschleißteile rechtzeitig gewartet und geplant ausgetauscht werden müssen.
Althen bietet zur Vibrationsmessung und Zustandsüberwachung eine Messlösung bestehend aus kabellosen, batteriebetriebenen Schwingungssensoren, die über Gateways die Messdaten an eine Cloud übermitteln, sowie dem „Althen-Monitor“ zur Datenauswertung. Diese Messknoten enthalten einen Beschleunigungssensor, der Schwingungen in drei Richtungen misst, sowie einen Temperatursensor. Alle Signale werden bereits im Sensor selbst verarbeitet.
Rohdaten dank intelligenter Sensoren reduzieren
Bei Vibrationsmessungen entstehen in der Regel sehr viele Rohdaten, deren Übermittlung per Funk großes Datenvolumen erfordert. Um ein solches Datenvolumen zu vermeiden, werden intelligente Schwingungssensoren von Althen eingesetzt, die die Rohdaten nicht ungefiltert weitergeben. Vielmehr wird den Messknoten im Vorfeld kommuniziert, welche Daten der Schwingbeschleunigung aufbereitet und übermittelt werden sollen. Dazu gehören die Festlegung von Zeitintervallen oder die Übermittlung von kritischen Grenzwerten. Folgende Werte können ausgegeben werden: a-RMS/p2p/z2p (peak-to-peak/zero-to-peak), v-RMS/p2p/z2p (peak-to-peak/zero-to-peak), Crest Faktor, Kurtosis, Temperatur. So lassen sich Daten einsparen und auch das Netzwerk entlasten, wenn je nach Messaufgabe nicht nur ein Messknoten, sondern eine größere Anzahl an Sensoren verbaut werden. Die Datenweitergabe erfolgt über ein Netzwerk aus mehreren Vibrationsaufnehmern, die untereinander und mit den eingesetzten Gateways kommunizieren (SSL-Verschlüsselung TLS 1.3).
Sich selbst organisierendes Mesh-Netzwerk
Dabei läuft die Kommunikation nicht nur von einem Messknoten zu einem jeweils festgelegten anderen Messknoten oder Gateway, sondern die Sensoren suchen sich immer den besten Kommunikationsweg: entweder den kürzesten oder denjenigen mit dem stärksten Signal. Die Systeme arbeiten dabei möglichst energieeffizient, um die Batterien nicht unnötig zu belasten.
IIoT-Messlösung für die Zustandsüberwachung: Industrial Nodes, Gateway, Schutzgehäuse und Dashboard.
(Bild: Althen)
Je nach Anlagensituation und freier Fläche ist zur Funkkommunikation ein Gateway für bis zu 25 Sensoren zuständig. Der Kunde definiert zunächst die Anzahl an Maschinen und Anlagen, die er überwachen möchte. Daraus ergibt sich die Anzahl an nötigen Messknoten. Für die entsprechenden Gateways ist zu prüfen, ob es sich um freie Flächen oder geschlossene Räume handelt und welche Materialien vorhanden sind, etwa eventuelle Stahl- oder Stahlbetonkonstruktionen, die das Signal beeinträchtigen könnten. Es müssen ausreichend Gateways mit einer sinnvollen Verteilung eingesetzt werden, um eine gute Netz- und Datenqualität zu gewährleisten. Das Netzwerk kann jederzeit um Messknoten und Gateways erweitert oder verringert werden, je nach Bedarf. Es organisiert und reorganisiert sich selbstständig. Die kabellosen Schwingungssensoren sowie das Gateway sind zudem in einer ATEX-zertifizierten Variante für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen verfügbar.
Zustandsüberwachung: Monitor-Lösung mit vielfältigem Dashboard
Das Besondere an der Überwachungslösung ist der von Althen entwickelte Monitor mit vielfältigen Dashboard-Auswertungen, die Aufschluss über den Zustand der Anlage und mögliche Wartungsintervalle geben. Die Struktur der Dashboards kann individuell auf den Kunden zugeschnitten werden, etwa auf Anlagen-, Gebäude- und Standortebene oder auch unternehmens- und länderübergreifend. Bei Definition gewünschter Grenzwerte werden Alarmmeldungen per E-Mail zugeschickt. So kann frühzeitig eine Überprüfung und Wartung von Anlagenteilen veranlasst werden.
Maschinen mit rotierenden Anlagenteilen – wie die Wasserpumpe im Bild – profitieren von einer IIoT-Zustandsüberwachung: Mehrere Vibrationsaufnehmer ermitteln Messdaten und kommunizieren diese untereinander sowie mit den eingesetzten Gateways.
(Bild: Althen)
Der IoT-Monitor bietet die Möglichkeit einer Grenzwertüberwachung nach ISO-10816 sowie zur Einmessung individueller Maschinendaten. Je nach Buchungsumfang sind in der Messlösung die genannten Basisfunktionen enthalten oder in der „Pro“-Version beispelsweise FFT-Darstellungen sowie detaillierte Diagnose-Funktionen im „Intelligent“-Paket. Dazu zählen zum Beispiel die Detektion von Unwucht oder Winkelfehlstellungen oder Fehlfunktionen bei Wälz- und Kugellagern.
Einfache Integration in bestehende Anlagen
Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit Bestandsanlagen ist die Zustandsüberwachung einfach zu integrieren. Durch die Kommunikation per Funk ist die Lösung nicht kabelgebunden, was Installationsarbeiten und damit Kosten deutlich verringert. Dank der bidirektionalen Kommunikation übermitteln die Messknoten nicht nur die aufgenommenen Daten, sondern sie können auch vom IoT-Monitor aus anlagenspezifisch konfiguriert werden.
Interview mit Stefan Kunisch, Leiter Produkt-Management bei Althen
Warum ist eine Vibrationsmessung entscheidend für Anlagen mit rotierenden Teilen wie Motoren oder Lüfter?
Stefan Kunisch: Auftretende Vibrationen und Schwingungen bedeuten für rotierende Anlagenteile einen höheren Verschleiß und damit Wartungsaufwand. Ungeplante Stillstände aufgrund von plötzlich ausfallenden Bauteilen verursachen bei Bestandsanlagen hohe Kosten. Es gibt viele ältere Anlangen, deren Zustand, gerade bei beweglichen, beanspruchten Teilen, nicht ausreichend überwacht wird. Es fehlen die digitalen Möglichkeiten, die ein solches Monitoring vereinfachen. Bei einer Seminarveranstaltung des TÜV Rheinland im vergangenen Jahr wurde betont, dass 30 bis 35 Prozent der Schäden an Anlagen vermieden werden könnten, wenn ein Condition-Monitoring-System installiert wäre.
Warum eignet sich Ihre Messlösung besonders für die Nachrüstung?
Kunisch: Eine Nachrüstung sollte im besten Fall unkompliziert sein. Unsere IIoT-Messlösung ist dank der Funkkommunikation nicht kabelgebunden und damit leicht zu integrieren. Die Messknoten können verschraubt, verschweißt oder auch geklebt oder mittels eines Haftmagneten an der jeweiligen Maschine fixiert werden. Wichtig ist eine starre Verbindung zum Messmittel. Die installierten Messknoten und Gateways erkennen und vernetzen sich dann selbst. Die Datenweitergabe an eine Cloud oder einen Server kann kundenindividuell per WLAN, Ethernet oder eine spezielle LTE-Datenkarte für Industriemesslösungen erfolgen.
Welche Möglichkeiten der Datenauswertung haben Nutzer Ihrer Messlösung?
Kunisch: Bei Vibrationsmessungen in drei Richtungen fallen eigentlich große Mengen an Rohdaten an, die wir dank der intelligenten Vorkonfiguration der Messknoten vermeiden können. Die Sensoren stellen dann nur die gewünschten Schwingungsmesswerte für den Nutzer bereit. Für die Auswertung haben wir eine Monitorlösung programmiert, in der individuelle Dashboards auf Basis der Kundenanlage(n) erstellt werden. Die Struktur kann einzelne Anlagen, aber auch Gebäude, das Unternehmen oder länderübergreifende Standorte abbilden. Mit einem Ampelsystem kann ich erkennen, dass beispielsweise am Standort in Deutschland, in Gebäude B, im Maschinenraum 1, an Maschine 5 eine Auffälligkeit vorliegt und hier gehandelt werden muss.
Wie sieht es mit der Umsetzbarkeit für den Kunden aus? Wie viel Hilfestellung geben Sie?
Kunisch: Das kommt sehr auf das Know-how des Kundenunternehmens an. Bei Bedarf beraten wir bei der Integration vor Ort. Zudem erhält jedes Unternehmen eine Einweisung in die Monitor-Auswertung. Ebenso können wir gemeinsam mit dem Kunden die nötigen Dashboard-Funktionen und Alarmwerte erarbeiten. Das Praktische bei dieser Art von Nachrüstung ist die Flexibilität und die bidirektionale Kommunikation. Es ist jederzeit möglich, den Messknoten Anweisungen zur Datenübermittlung zu kommunizieren, ebenso, Sensoren und Gateways zu entfernen oder weitere hinzuzufügen. So können sich Unternehmen Schritt für Schritt an das Condition Monitoring herantasten und ihre Anlage zukunftsfit machen.
Stand: 16.12.2025
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