13.05.2007 – Kategorie: Fertigung & Prototyping, Hardware & IT

Neue These zum Pyramidenbau

VR-Visualisierung mit Dassault Systèmes Der Architekt Jean-Pierre Houdin stellt im März im Pariser IMAX-Kino La Géode eine neue wissenschaftliche Theorie zur Bauweise der Cheops-Pyramide vor. Bei der Visualisierung seiner Theorie wurde Houdin unterstützt von Dassault Systèmes, einem Anbieter von 3D- und PLM-Lösungen. Mit Hilfe stereoskopischer Echtzeit-3D-Darstellung (virtuelle Realität, VR) konnte Houdin die Pyramide dreidimensional erforschen und Simulationen durchführen, die seine Theorie bestätigten, dass die Pyramide über eine innere Spiralrampe gebaut wurde. Mit einer errechneten Ursprungshöhe von 146,60 Metern war die Cheops-Pyramide fast 4.000 Jahre lang das weltweit höchste Bauwerk. Es gibt zahlreiche Theorien darüber, wie sie erbaut wurde, aber keine ließ sich durch eine Analyse belegen. Seit 1999 forschte Houdin zu dem geheimnisvollen Bauwerk und begann, sich die Baustelle der Cheops-Pyramide als die erste industrielle Baustelle der Geschichte vorzustellen. Um seine Theorie weiter zu verfeinern, zu testen und zu vermarkten, holte er Dassault Systèmes ins Boot. Die 3D-Animation, an der der Architekt zwei Jahre lang gemeinsam mit 14 Dassault-Ingenieuren gearbeitet hat, zeigt, wie die jeweils 2,5 Tonnen schweren Steinblöcke nach oben gelangt sein könnten. Die Blöcke wurden demnach von Arbeitern über 21 um etwa sieben Grad ansteigende Gänge innerhalb der Pyramide nach oben geschoben. An den Endpunkten jedes Ganges sei die Pyramide nach außen offen gewesen. Dort habe man die Blöcke um neunzig Grad gedreht, um sie anschließend im nächsten Gang weiter nach oben befördern. Houdins Theorie basiert auf drei Grundsätzen: • Die Verwendung einer Außenrampe zum Bau der ersten 43 Meter der Pyramide • Die Verwendung einer inneren Spiralrampe hinter der Fassade der Pyramide, um den Bau zu vollenden • Die Verwendung der „großen Galerie“, um ein ausgeklügeltes System von Gegengewichten zu schaffen, um die schweren Granit-Deckenträger (bis zu 63 Tonnen) in die Königskammer zu heben. Sieben Computer, auf denen die Virtools-Lösung von Dassault Systèmes läuft, wurden vernetzt, um den Bauplatz der Cheops-Pyramide in 3D so darzustellen, wie er vor 4.500 Jahren ausgesehen haben könnte. Das System ermöglicht es dem Vortragenden, sich je nach den Fragen des Publikums frei auf der virtuellen Baustelle zu bewegen. „Die Theorie von Jean-Pierre Houdin ist stimmig und revolutionär. Er nimmt die Baumeister jener Zeit ernst und betrachtet sie als echte Ingenieure“, erklärt Rainer Stadelmann, ehemaliger Direktor des Deutschen Archäologischen Instituts in Kairo. Der letzte Schritt für Houdin besteht nun darin, die Theorie am Standort der Cheops-Pyramide in der Realität zu beweisen, ohne das Bauwerk zu beeinträchtigen.

Mehr unter www.3ds.com/de/corporate/passion-for-innovation/khufu-revealed


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