Neue Studie über Trends in der Produktentwicklung

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Neue Studie über Trends in der Produktentwicklung

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Im Frühjahr und Frühsommer 2008 wurden zahlreiche Verantwortliche für die Produktentwicklung in verschiedenen Sparten der Fertigungsindustrie im deutschsprachigen Raum befragt. An der Umfrage haben sich insgesamt 27 Unternehmen beteiligt. Es sind durchweg Häuser, die nach Aussagen des Betreibers der Studie, dem Münchner SendlerCircle, hinsichtlich des Produktentstehungsprozesses als führend anzusehen sind.

 

Insgesamt stehen die befragten Unternehmen für 146.427 Mitarbeiter weltweit und 52.622 in Deutschland. Neun ordnen sich dem Maschinen- und Anlagenbau zu, fünf dem Bereich Automotive, vier sind Ingenieurdienstleister. Andere Branchen sind nur einzeln vertreten. Sechs zählen mehr als 5.000 Mitarbeiter, zehn zwischen 1.000 und 5.000, und elf haben weniger als tausend Mitarbeiter.

Eine ähnliche Aufteilung ergibt sich nach Umsatz, wo sechs mehr als 5 Milliarden, neun zwischen einer und fünf Milliarden, und ebenfalls neun zwischen 100 Millionen und 1 Milliarde Euro erwirtschaften. Drei der Befragten haben zum Umsatz keine Angaben gemacht.

Vier Themengebiete standen im Vordergrund:

1. Der Anteil der Ingenieurdisziplinen an Produktwertschöpfung und Beschäftigtenzahl

2. Die Organisation der Produktentwicklung und ihres Managements

3. Die Nutzung von IT zur Unterstützung der Entwicklungsprozesse und ihre Integration mit Hilfe von Produktdatenmanagement (PDM)

4. Die Bedeutung sogenannter Megatrends in der Praxis

Mechanik auf dem Rückzug

Die vorliegende Studie bestätigt, dass interdisziplinäre, verteilte Produktentwicklung heute vor allem die Fertigungsindustrie im deutschsprachigen Raum vor große Herausforderungen stellt. Der Anteil von E-Technik, Elektronik und Software an der Wertschöpfung der Produkte drängt die reine Mechanik bereits auf ein Drittel zurück. Und das, obwohl die Studie ihren Schwerpunkt keineswegs im Hightechbereich hat.

Dabei entspricht die Zusammensetzung der Entwicklungsmannschaften ganz und gar nicht dem Anteil der Disziplinen an der Wertschöpfung, denn Maschinenbau-Ingenieure stellen nach wie vor die Masse der Entwickler. Diese Situation verstärkt offenbar zusätzlich den Trend zur Auslagerung von Entwicklungsaufgaben. Elektronik- und Softwarekomponenten werden eher von den kleinen und mittleren Zulieferern als von den großen Auftraggebern selbst entwickelt.

Die zunehmende Notwendigkeit interdisziplinärer Abstimmung von verteilt entwickelten Produktkomponenten beantworten die Unternehmen unterschiedlich. Während die Großindustrie stärker auf neue Strukturen der Arbeitsorganisation setzt, spielt die flexible, aber kontinuierliche Abstimmung während der gesamten Projekte bei den kleineren Unternehmen die größere Rolle. Allerdings gibt es bei den kleinen und mittleren Firmen auch wesentlich weniger Verantwortliche für Prozessmanagement und PLM als bei den großen.

3D CAD ist ein Muss für Marktführer

Die Nutzung der IT als unmittelbares Werkzeug zur Produktentwicklung hat sich im Bereich Mechanik-Konstruktion bereits sehr stark in Richtung 3D verschoben. Die Tatsache, dass die an der Studie beteiligten Unternehmen nicht zahlenmäßig repräsentativ für die gesamte Industrie sind, heißt anders herum, da es sich fast ausnahmslos um in ihrem jeweiligen Markt führende Firmen handelt: Wer solch führende Position erreichen oder halten will, muss heute über 3D als Standard und auch als zentrales Medium für alle angrenzenden und nachfolgenden Prozesse, also als Master für den Produktentstehungsprozess, verfügen.

Diese Feststellung hat umso mehr Gewicht, als sie in dieser Studie nicht nur auch, sondern sogar noch wesentlich stärker für die kleinen und mittelständischen Unternehmen belegt ist. Nur 7 Prozent der Befragten geben an, dass 2D der Master ist. Diese 7 Prozent beruhen aber ausschließlich auf 33 Prozent in den Großunternehmen, während die kleinen und mittleren Häuser 2D als Master eine glatte Null geben.

Anforderungs- oder Requirements Management noch unterentwickelt

PDM (59%) hat neben ERP (70%) seinen festen Platz in den Unternehmen gefunden, und die Kopplung beider Systeme ist für die meisten Unternehmen ganz oder teilweise tägliche Praxis. Im Übrigen zeigt sich aber auch, dass die wichtigsten Daten – auch in der PDM-Integration – allgemeine Dokumente sind. Zusammen mit der Tatsache, dass wesentliche Prozesssteuerungs-Software nur erst in Ansätzen zum Einsatz kommt, heißt dies: In Hinsicht auf die IT-Unterstützung des Produktentstehungsprozesses gibt es noch großen Nachholbedarf. Insbesondere dem Anforderungs- oder Requirements Management, das bei wachsender Verteilung der Entwicklungsaufgaben immer entscheidender für die Qualität der Ergebnisse wird, muss von Anwendern wie IT-Herstellern in den kommenden Jahren höhere Priorität eingeräumt werden.

Multi-PDM ist ebenfalls ein wichtiges, aber weithin ungelöstes Thema. Nach der vorliegenden Studie scheint es fast ausschließlich ein Thema der kleinen und mittleren Unternehmen zu sein, die sich in ihren Prozessen für verschiedene Auftraggeber auch auf deren PDM-Standards einstellen müssen. Das Engineering Backbone, das in diesen Fällen die Durchgängigkeit der eigenen Prozesse des Zulieferers sicherstellen kann, existiert nur bei einer Minderzahl. Das Abwickeln der laufenden Projekte ist wahrscheinlich wichtiger als das Bereinigen der eigenen IT-Infrastruktur.

Nicht alles, was auf Kongressen und Veranstaltungen als Megatrend ausgerufen wird, hat dies verdient. PLM allerdings, das zeigt die Umfrage, ist in wichtigen Teilen der Fertigungsindustrie gesetzt. EAI und SOA dagegen scheinen Ansätze zu sein, die zumindest für die Verantwortlichen im Produktentstehungsprozess keine große Rolle im Tagesgeschäft spielen.

Die Studie über Trends in der Produktentwicklung hat einen Umfang von 35 Seiten und beinhaltet 49 Grafiken. Mehr unter http://www.sendlercircle.com

 

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