Lösungen von Siemens Digital Industries Software helfen Royal IHC bei der Gestaltung eines einheitlichen digitalen Ökosystems für seine Mitarbeiter, Kunden und Subunternehmer. Der Schiffsbauer nutzt NX und Teamcenter bei der Entwicklung seiner komplexen, maßgefertigten Schiffe. Von Jennifer Schlegel
(Quelle: Royal IHC)
Das auf Schiffsbau spezialisierte niederländische Unternehmen Royal IHC mit Sitz in Kinderdijk ist bekannt für die Entwicklung und Herstellung von integrierten Hochleistungs-Schiffen und Anlagen für den Bagger-, Offshore- und Nassbergbau-Markt. Das Unternehmen hat über 2.500 maßgefertigte Schiffe gebaut, darunter Baggerschiffe von enormen Ausmaßen, integrierte Rohrverlegungsschiffe für den Einsatz in rauen Umgebungen, Hilfsschiffe für Taucher und Schwergutschiffe für die Errichtung von Windparks. Von Flotten im Nahen Osten, die neue Inseln ausbaggern, bis hin zu 20 IHC Beavers und Arbeitsbooten in Bangladesch, die die mehr als 300 Flüsse des Landes schiffbar halten, fahren Wasserfahrzeuge von Royal IHC auf allen Kontinenten und Weltmeeren.
Schiffsbau ist ein technologisch komplexer und jahrelanger Prozess
Die meisten Schiffe von Royal IHC sind nicht nur Unikate, sondern auch technologisch komplex. Teams aus Schiffbauexperten und hochqualifizierten Fachleuten benötigen Jahre, um ein einzelnes Schiff zu bauen. Dieser komplexe Vorgang des Schiffsbau erfordert eine nahtlose Zusammenarbeit zwischen dem Kunden, Royal IHC und spezialisierten Lieferanten weltweit.
„Selbstverständlich binden wir alle Beteiligten und Unterauftragnehmer in die Managementprozesse ein, um die Kontrolle über ein so komplexes Vorhaben zu behalten“, erklärt Ubald Nienhuis, Executive Director of Shipbuilding bei Royal IHC.
All dies zu organisieren, ist nicht so selbstverständlich, wie man denken könnte. Das Management-Team von Royal IHC weiß, dass seine mehr als 3.000 Mitarbeiter und zahlreichen Subunternehmer an etwa 40 Standorten auf der ganzen Welt auf globaler und integrierter Basis synchron arbeiten müssen, um ein höchstes operatives Niveau aufrechtzuerhalten.
„Ich denke, der wichtigste Faktor in der heutigen Zeit ist das Informationsmanagement“, betont Nienhuis. „Hunderte von Spezialisten arbeiten zusammen, um das Design zu entwickeln und schließlich das Schiff zu bauen.“
Die meisten Schiffe von Royal IHC sind nicht nur Unikate mit technologisch komplexer Ausrüstung, sondern auch so groß wie ein Fußballfeld und mehrere Stockwerke hoch.
(Quelle: Royal IHC)
Integration als Schlüssel zum Erfolg
Um 2012 herum erkannte das Management, dass die Systeme und Prozesse bei Royal IHC organisch gewachsen sind. Überall in der Organisation gab es unterschiedliche Systeme, Konventionen, Abläufe und Gewohnheiten.
„Was wir unseren Kunden liefern, ist ein ganzheitliches Produkt, und wir bauen es in einer integrierten, projektorientierten Weise. Integration ist wirklich der Inbegriff des Geschäfts bei IHC. Wie können wir also ein Geschäftsmodell aufrechterhalten, wenn wir all diese unterschiedlichen Konventionen, Verfahren und IT-Systeme haben? Wir haben erkannt, dass wir vieles besser machen könnten, wenn wir alles miteinander verbinden und optimieren“, so Nienhuis.
One IHC: Ausgerichtet an den Geschäftsanforderungen
Deshalb setzte sich das Management-Team von Royal IHC zusammen und überlegte, wie das neue Verfahren für die Projektdurchführung im Schiffsbau aussehen sollte. Nach etwas mehr als einem Jahr hat das Team von Royal IHC einen Anforderungskatalog für Design, Entwicklung, Beschaffung und Projektmanagement erarbeitet, welcher bei der Ausschreibung zum Tragen kam.
„Der vielschichtige Evaluationsprozess zog viele Kriterien heran“, erklärt Nienhuis. „Ich denke, zwei Gründe haben uns dazu bewogen, uns für Siemens Digital Industries Software zu entscheiden. Der erste war der Grad der Integration in das Produktdatenmanagement und die gute CAD-Umsetzung. Zweitens waren wir der Meinung, Siemens kann uns während der Entwicklung und auf lange Sicht unterstützen. Das Unternehmen hatte einen konkreten Fahrplan, um uns auf die nächste Ebene zu bringen. Wir kamen zu dem Ergebnis, dass Siemens der richtige Partner ist, der unseren Wachstumskurs unterstützen kann.“
Ziel des Projekts „One IHC“ war es, das Arbeiten in einem digitalisierten Umfeld zu fördern. IFS stellte als zusätzlicher Projektpartner die Enterprise Resource Planning (ERP)-Plattform bereit. Gemeinsam integrierten Siemens Digital Industries Software und IFS ihre Speziallösungen in ein einziges digitales Ökosystem für Royal IHC.
Royal IHC ist ein Glanzstück der maritimen Industrie, das für seine fundierte Fachkompetenz bei der Entwicklung und Herstellung von integrierten Hochleistungs-Schiffen und Anlagen für den Bagger-, Offshore- und Nassbergbaumarkt bekannt ist.
(Quelle: Royal IHC)
Eine Schiffbaulösung nach Maß
Während der Implementierungsphase hat Royal IHC sein fundiertes Wissen über Schiffsbauprozesse eingebracht, während Siemens seine Fachkompetenz in den Bereichen Digitalisierung und Product Lifecycle Management (PLM) zur Verfügung stellte. Gemeinsam arbeiteten die beiden Teams an einer individuellen Lösung, die auf die spezifischen Anforderungen von Royal IHC zugeschnitten war.
Stand: 16.12.2025
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Die Digitalisierungslösung von Siemens konzentrierte sich auf eine unternehmensweite Implementierung der Teamcenter-Software sowie auf die Standardisierung von Engineering- und Design-Paketen in die NX-Software. Dadurch konnten Experten und Ingenieure im gesamten Unternehmen von einer einzigen Arbeitsumgebung, Datenbank und digitalen Realität – von Design und Produktmanagement bis hin zu Beschaffung, Verarbeitung und Fertigung – profitieren.
„Was nicht in Teamcenter existiert, können wir nicht verkaufen, kaufen, herstellen oder zusammenbauen“, erläutert Nienhuis. „Alle Produktinformationen müssen unbedingt in Teamcenter verwaltet werden, dann können wir auch alle Transaktionen durchführen. Teamcenter ist eines der beiden Kernelemente unserer digitalen Landschaft – das andere ist das ERP-System. Wir verwenden die PLM-Lösung, um den Status und die Versionisierung der Produktdaten zu verwalten. So haben wir immer den Überblick – etwa darüber, wo wir in der Produktentwicklung stehen, oder wann wir mit neuen Versionen auf den Markt kommen.“
Vorteile eines digitalen Zwillings im Schiffsbau
Nach der Einrichtung des Backbones zur Datenverwaltung und einer Straffung der Organisation war es an der Zeit, das Projekt „One“ unternehmensweit einzuführen. Eines der ersten Teams, welches mit der neuen Teamcenter- und NX-CAD-Implementierung live ging, war die Abteilung Baggerpumpen.
„Der Datenaustausch zwischen den NX-CAD- und Teamcenter-Umgebungen und der ERP-Umgebung ermöglicht es allen Abteilungen, dieselben Entwürfe und Spezifikationen zu öffnen“, erklärt Ingenieur Wim de Ronde, Produktmanager für Baggerpumpen bei Royal IHC. „Jeder, der eine Frage hat, kann das System öffnen und findet alles, was er braucht, um seine Arbeit richtig zu erledigen.“
Dank Teamcenter und NX können die Ingenieurteams der Baggerpumpenabteilung fortschrittliche Engineering-Software-Tools aus dem Portfolio von Siemens Digital Industries Software, etwa die Lösungen Solid Edge und Femap, einfach und nahtlos aus der NX-Umgebung heraus integrieren.
„NX ist zu einer wichtigen Säule unseres Konzepts für die Zukunft geworden“, erklärt Nienhuis. „Wir sehen einen großen Entwicklungsschub bei Siemens, um NX zu einem Allzweckpaket zu machen, das auch Spezialgebiete abdeckt. Wir freuen uns darauf, in Zukunft mit dem Softwarehersteller zusammenzuarbeiten, um diese Entwicklung weiterhin nachhaltig zu begleiten.“