Mit 4 Schritten in der Coronakrise zur „Normalität“ zurückkehren

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Mit 4 Schritten in der Coronakrise zur „Normalität“ zurückkehren

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Wie können Unternehmen in der Coronakrise zu einer gewissen Normalität zurückkehren? Diese 4 Punkte könnten weiterhelfen.
Mit 4 Schritten in der Coronakrise zur "Normalität" zurückkehren

Quelle: Marog-Pixcells/Shutterstock

Die Coronakrise stellt für viele Industrieunternehmen eine große Herausforderung dar. Produktionsabläufe und Versorgungsketten wurden unterbrochen und es wird noch einige Zeit dauern, bis wieder Normalität einkehrt. Insbesondere für große Unternehmen, die über mehrere Standorte verteilt sind und ein Geflecht aus Partnern, Zulieferern und Abnehmern managen müssen, ist eine solide Bewältigungsstrategie gefragt.


Text: Bernd Groß, CTO Software AG


Kernprozesse müssen unter den gegebenen Bedingungen bestmöglich weiterlaufen und es gilt, sowohl Bestandskunden als auch das Neukundengeschäft zu bedienen. Dabei muss der Tatsache Rechnung getragen werden, dass Mitarbeiter nur bedingt einsatzfähig und in ihrer gewohnten Mobilität eingeschränkt sind. Was jetzt gefragt ist, ist Krisenresilienz, sprich: Es braucht einen Plan zur Stärkung der Widerstandskraft des Unternehmens und eine Strategie für die Aufrechterhaltung des Betriebsablaufs. Dafür kann ein zentrales Managementinstrument entscheidend sein, das als digitale Stütze für Mitarbeiter, Stakeholder und Kunden dient. Konkret sollten folgende Schritte unternommen werden:

1. Analyse der aktuellen Geschäftssituation, Risikobewertung und Priorisierung

2. Definition von wirksamen Gegenmaßnahmen und Einführung entsprechender Prozesse

3. Entwicklung einer Strategie für eine sichere Rückkehr zur Normalität und Kommunikation neuer Prozesse und Kontrollen

4. Anwendung der neu gewonnenen Kenntnisse auf das aktuelle Geschäft und Entwicklung eines zukunftssicheren Business Continuity Management

1. Status quo erfassen und bewerten

Nicht nur die Automobilindustrie und die produzierende Industrie selbst, sondern auch eine Vielzahl von Zulieferern sind heute auf interkontinentale Lieferketten angewiesen. Die entsprechenden Beschaffungs- und Distributionsketten sind durch Einschränkungen der Logistik aktuell unsicher und der Produktionsstillstand hat viele Unternehmen der Wertschöpfungskette erreicht. Um Routen umzuplanen und Prozesse für die Belieferung anzupassen, bedarf es eine schnelle Zusammenführung von Informationen. Wer hier in den letzten Jahren in die Dokumentation, Analyse und Überwachung von Geschäftsprozessen investiert hat, ist nun klar im Vorteil.

Relevante Maßnahmen können schnell identifiziert und koordiniert werden. Für die Erarbeitung von Notfallplänen braucht es außerdem ein Verständnis der Kernprozesse, Zuständigkeiten, der IT und des Partner-Ökosystems. In einem nächsten Schritt bedarf es eines Risiko-Rankings, das aus dem Notfall-Prozeduren abgeleitet und anhand dessen Arbeitsanweisungen definiert werden können, um die zentralen Prozesse am Laufen zu halten. Dabei empfiehlt es sich, den Workflow digital abzubilden. Der Prozess sollte digital begleitet und Dokumente direkt an die Stelle im Unternehmen weitergereicht werden, die in der Prozesskette als nächstes zuständig ist. Außerdem lässt sich durch die Dokumentation sicherstellen, dass die Kommunikation über die Fachbereiche hinweg funktioniert.

2. Prozesse auf die Coronakrise anpassen und regulatorische Anforderungen einhalten

Die Interaktion über eine digitale, prozessorientierte Arbeitsumgebung ermöglicht eine effiziente und strukturierte Kommunikation, auch wenn Mitarbeiter vom Home-Office aus arbeiten. Darüber hinaus hat der Schutz der Mitarbeiter in der aktuellen Situation durch konkrete Richtlinien (z.B. zu Infektionsschutz und Reisen) hohe Priorität. Eine sogenannte „Read & Understood” – Funktion stellt sicher, dass Richtlinien schnell verteilt werden und ermöglicht die Kontrolle darüber, dass sie bei jedem einzelnen Mitarbeiter angekommen sind und verstanden wurden. Damit gelingt es, neue Arbeitsanweisungen sehr schnell im Unternehmen zu verteilen und zur Anwendung zu bringen.

Auch Mitarbeiter, die tatsächlich physisch in den Betrieben vor Ort seinen müssen, gilt es zu schützen. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat hier mit dem „SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard“ einen einheitlichen Mindestabstand festgelegt. Neben der Reinigung von Maschinen und dem regelmäßigen Lüften in den Betrieben ist der Abstand zwischen den Mitarbeitern derzeit eine der wichtigsten Maßnahmen. Um Social Distancing in der Fabrik effektiv durchführen zu können, empfiehlt sich die Verwendung von Indoor-Tracking-Technologien. Mit Hilfe von Beacons kann die Position von Mitarbeitern einfach erfasst werden. Außerdem können so Kontakte zwischen Mitarbeitern zurückverfolgt werden, sollte es zu einer Infektion kommen.

3. Fernüberwachung für Maschinen und Fabriken

Auch wenn einige Produktionsstätten aktuell auf Sparflamme fahren, müssen Kernprozesse weiterlaufen. Das gilt vor allem für die Überwachung der Lagerbestände, aber auch für den Betrieb von Maschinen, die nicht ohne Weiteres heruntergefahren werden können. Hier gilt es, schnelle Lösungen zu finden, die innerhalb kürzester Zeit einsatzfähig sind. Plug-and-Play heißt das Gebot der Stunde. Außerdem muss sichergestellt werden, dass sich gerade ältere Maschinen jetzt schnell per Retrofitting in ein Monitoring-Setup einbinden lassen. Intervallmäßige Kontrollen vor Ort lassen sich dann durch Remote-Überwachung und eine Event-based-Infrastruktur ersetzen. Werden Maschinen digital verbunden, lassen sich Trigger für Gefahrenwerte setzen, und das Maintenance-Team muss somit nur ausrücken, wenn es wirklich nötig wird. Somit werden IoT-Lösungen zur tragenden Säule, um Mitarbeiter zu schützen und Services aufrechtzuerhalten. Durch Self-Service-Pakete sind Lösungen wie die der Partnerschaft zwischen Cumulocity IoT und IFM/Autosen innerhalb von wenigen Tagen einsatzbereit.

4. Kontinuitätsmanagement für die Zeit danach

Sobald ein Ende der akuten Krise absehbar ist, geht es um eine schrittweise Rückkehr zur Normalität. Gleichzeitig ist dann der Moment gekommen, um Lehren aus der Situation zu ziehen. Um für künftige Krisen gewappnet zu sein, sollten sich Unternehmen am BSI-Standard 100-4 orientieren. Hier wird ein Umsetzungsrahmenwerk für das Notfallmanagement zur Verfügung gestellt, das bei der geeigneten Priorisierung von Geschäftsprozessen und der Ressourcenplanung unterstützt. Außerdem muss ein Business-Continuity-Management eingerichtet werden. Orientierung bietet hier die ISO 22301.

An die Zeit nach der Coronakrise denken: Für die Zukunft vorsorgen

Unternehmen müssen aktuell in der Coronakrise eine Vielzahl von Bällen gleichzeitig in der Luft halten. Governance, Mitarbeiterinformation und interne Kommunikation, sowie die Verwaltung bestehender Systeme lassen sich nur meistern, wenn Informationen zusammengeführt und für alle Beteiligten nutzbar gemacht werden. Eine cloudbasierte Plattform bietet hier ein leicht handhabbares Tool für das Management von internen und externen Prozessen. Von der Analyse, über Handlungsempfehlungen und Anpassungen bis hin zur Evaluierung von Prozessen, erhalten Entscheidungsträger einen zentralen Ort für die Verwaltung. In Zeiten der Unsicherheit bedarf es klarer Führung und Kommunikation.

Die Coronakrise und ihre Folgen ist für viele Unternehmen eine harte Prüfung und die Folgen werden noch lange zu spüren sein. Gleichzeitig bieten digitale Werkzeuge eine Möglichkeit, die Resilienz des eigenen Unternehmens zu stärken und auch nach der Krise besser gerüstet in die Zukunft zu blicken. Achim Berg, Präsident des Bitkom, hat kürzlich angemerkt, dass sich viele Firmen zu lange für die Digitalisierung ihrer Prozesse Zeit gelassen haben. Der von ihm beschworene Weckruf sollte Unternehmen zu denken geben. Wer jetzt entsprechende Strukturen aufbaut und Prozesse sowie Geschäftsmodelle digitalisiert, wird gestärkt aus der Situation hervorgehen.


Weiterlesen auf DE-Online: Fluiddynamik: Besser verstehen, wie Flüssigkeiten Oberflächen erwärmen

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