Metav: Voller Erfolg trotz Besucherlücke

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Nach fünf Messetagen hat die Metav 2018, Internationale Messe für Technologien der Metallbearbeitung, am 24. Februar ihre Tore geschlossen. Es kamen deutlich weniger Fachbesucher als erwartet. Das betrübt die Akteure der Werkzeugmaschinenbau-Branche jedoch nicht wirklich.

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Nach fünf Messetagen hat die Metav 2018, Internationale Messe für Technologien der Metallbearbeitung, am 24. Februar ihre Tore geschlossen. Es kamen deutlich weniger Fachbesucher als erwartet. Das betrübt die Akteure der Werkzeugmaschinenbau-Branche jedoch nicht wirklich.

Manchmal kommt es halt doch noch auf „Klasse statt Masse“ an. Das gilt insbesondere für die reine Zahl der Fachbesucher einer Messe. Reiner Hammerl, Managing Director of Sales and Marketing des Maschinenherstellers Index bringt es auf den Punkt: „Die Qualität der Kunden ist erfreulich hoch. Und es ist tatsächlich so, dass wir auch hier unsere Maschinen verkaufen konnten“. Und Andreas Lindner, Deutschland-Geschäftsführer des spanischen Herstellers Bimatec Soraluce, kann dies noch toppen: „Erst heute Morgen haben wir auf der Metav einen Riesenabschluss über 1 Mio. Euro gemacht, mit einem Kunden, den wir am Morgen nicht auf dem Plan hatten.“

Aus einer Meldung des Veranstalters VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) und aus Videointerviews mit den Ausstellern geht hervor, dass sich die Metav trotz der 26.500 statt der erwarteten rund 30.000 Fachbesucher behauptet hat. Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des VDW erklärt die an diesen Punkt nicht erfüllten Erwartungen mit der boomenden Konjunktur: „Die Unternehmen sind stark ausgelastet. Deshalb war absehbar, dass viele Firmen ihre Mitarbeiter kaum entbehren können.“ Dabei liegt der Auslandanteil konstant bei 11 Prozent. Die Auslandsbesucher kamen aus etwa 50 Ländern. Der größte Anteil reiste aus den Niederlanden, der Schweiz, Belgien und Österreich an.

Die deutschen Besucher kamen erwartungsgemäß zu drei Vierteln aus West- und Norddeutschland. Rund ein Fünftel machte sich erfreulicherweise aus dem Süden und Südwesten der Republik auf den Weg nach Düsseldorf. Nina Bruckner, Prokuristin bei der Karl Bruckner GmbH in Weinstadt, bestätigt: „Unser Ziel ist vor allem die Kundenpflege. Wir können daher auch unsere Topkunden aus Süddeutschland begrüßen und erwarten ein gutes Nachmessegeschäft.“ Tatsächlich beabsichtigen mehr als die Hälfte der Besucher, im Nachgang zur Metav gegebenenfalls Aufträge zu vergeben.

Neues Metav-Ausstellungskonzept ist etabliert

Das Area-Konzept, das vor zwei Jahren aus der Taufe gehoben wurde, und auf die Themen Qualität, generative Fertigung, Werkzeug- und Formenbau sowie Medizintechnik fokussiert, hat sich nun bei Ausstellern und Besuchern voll etabliert. „Wir waren 2016 zum ersten Mal auf der Metav, weil uns das neue Konzept der Areas überzeugt hat. Wir finden in der Moulding Area die gesamte Prozesskette für Hasco wieder, von der Maschine über den Normalienbedarf bis hin zur Software“, sagt beispielsweise Axel Fehling, Gebietsverkaufsleiter bei Hasco Hasenclever in Lüdenscheid.

Die Areas stellen Themen und Produkte gleichermaßen heraus. In den angeschlossenen Foren werden ergänzende Informationen angeboten. Die Fachbesucher kennen dieses Angebot mittlerweile. Ihr Interesse richtet sich demnach stark auf Werkzeugmaschinen und Präzisionswerkzeuge, dabei auch speziell auf Maschinen für den Werkzeug-, Formen- und Modellbau, Prüf- und Messtechnik sowie Qualitätsmanagementsysteme und – mit erheblichem Zuwachs – auf Additive Manufacturing. Über 90 Prozent der Besucher sind mit der Angebotspalette zufrieden.

Eine zentrale Rolle spielt auch Industrie 4.0. Lösungen dazu wurden im gleichnamigen Themenpark präsentiert, aber auch auf vielen Ständen der 560 Aussteller. Der VDW nutzte das Messeumfeld, um über seine Brancheninitiative zur Entwicklung einer gemeinsamen, herstellerneutralen Schnittstelle für die Anbindung von Maschinen an übergeordnete IT-Systeme zu berichten. „Es liegt noch viel Arbeit vor uns, trifft aber genau den Nerv vieler Anbieter und Nutzer in kleinen und mittelständischen Unternehmen“, sagt Schäfer.

Nachwuchs auf den Wandel in der Produktion einstellen

Das andere große Thema der Branche ist der Fachkräftemangel in den technischen Berufen. Die Nachwuchsstiftung Maschinenbau arbeitet u.a. mit der Sonderschau Jugend auf der Metav schon seit vielen Jahren daran und nutzt die Messe, um jungen Menschen die Faszination Technik und die beruflichen Möglichkeiten in der Branche zu vermitteln. „Die Nachhaltigkeit der Nachwuchsentwicklung ist vor dem Hintergrund der Digitalisierung und den Veränderungen, die Industrie 4.0 mit sich bringt, der Schlüssel für den zukünftigen Unternehmenserfolg. Diese waren u.a. zentrale Themen in den Gesprächen mit Ausbildern und Lehrern im Rahmen der Sonderschau Jugend“, sagt Peter Bole, Leiter der Nachwuchsstiftung Maschinenbau.

Die Aussteller schätzen die Aktionen der Nachwuchsstiftung Maschi-nenbau. „Wir spüren den Fachkräftemangel deutlich. Hier können wir die jungen Menschen live für die neuen Technologien begeistern, denn sonst ist es schwierig an den Nachwuchs heranzukommen, zumal es keinen klassischen Ausbildungsberuf für Additive Manufacturing gibt“, sagt Lars Markus, Leiter Anwendungstechnik und Service Additive Manufacturing bei Renishaw in Pliezhausen.

Rahmenveranstaltungen vertiefen das Ausstellungsprogramm

Auch die Rahmenveranstaltungen zur Metav 2018 kamen gut an. Sie thematisierten die generative Fertigung, Schleif- und Spanntechnik und den Brandschutz. Ein Highlight war sicher die Konferenz Inside 3D Printing. Programmdirektor Franz-Josef Villmer, Professor für Produktentwicklung, Innovationsmanagement und Rapid Technologies an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe, sagt: „Die führende internationale Fachkonferenz Inside 3D Printing auf der Metav 2018 kam auch in diesem Jahr inhaltlich, fachlich und von der Organisation bei den Teilnehmern hervorragend an. Sie schätzten das vielseitige Programm mit top-aktuellen Schwerpunkten, 45 Vorträge internationaler Referenten und die Diskussion und den Austausch mit Experten. Praktische Anschauung bot die Möglichkeit zum Metav-Besuch im Anschluss an die Konferenz, bei dem die Vorträge und die Diskussionen vertieft werden konnten.”

„Alles in allem hat die Metav 2018 die gute wirtschaftliche Lage der Branche und die Investitionslaune der Abnehmerindustrien bestätigt“, sagt Wilfried Schäfer vom VDW abschließend. Das sieht auch die Mehrheit der Aussteller so. Über 80 Prozent wissen jetzt schon, dass sie bei der nächsten Metav wieder dabei sein werden. Sie wird im März 2020 stattfinden.

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