Für spezielle Einbausituationen hat der Anbieter für optimalen Maschinenschutz Hema Rollbandabdeckungen und Gliederschürzen entwickelt. Diese lassen sich flexibel an spezielle Anwendungen anpassen, wie das Beispiel eines niederländischen Kunden zeigt.
Gliederschürzen können auch mit Sichtfenster ausgestattet werden, etwa durch Polycarbonat-Einsätze.
(Bild: Hema Maschinen- und Apparateschutz)
Rollbandabdeckungen sind eine platzsparende Alternative zu Faltenbalgabdeckungen, wenn eine vollständige Abdeckung nicht erforderlich ist. „Rollbandabdeckungen sind grundsätzlich aus technischem Gewebe und Stahlband“, erklärt Andreas Seifert, Regional Sales Manager bei Hema. Doch bei den einzelnen Materialien gibt es eine große Auswahl. Die Grundfaser ist in der Regel Polyester, das je nach Anforderung mit verschiedenen Werkstoffen beschichtet wird: mit hitzebeständigem Kevlar, mit Glasfaser, thermoplastischen Werkstoffen oder mit Neopren, das eine große Beständigkeit gegen Öl aufweist.
Einsatz bei Schweißrobotern
Rollbandabdeckungen werden bei beengten Platzverhältnissen eingesetzt und gewährleisten einen gewissen Schutz vor Spänen und Kühlmitteln. „Außerdem ermöglichen sie einen zuverlässigen Eingreifschutz und verhindern, dass Menschen mit der Hand in sonst offene Maschinenanwendungen kommen“, so Seifert. Leit- und Zugspindeldrehmaschinen etwa sind klassischerweise offen konstruiert; Rollbandabdeckungen bieten da Schutz für die Maschinenbediener. Gleiches gilt für Hubtischanwendungen, bei denen kein Platz für eine Faltenbalgabdeckungen ist.
Auch im Innenraum von CNC-Maschinen kommen Rollbandabdeckungen zum Einsatz, um den Arbeitsraum während der Arbeit von der Werkzeugwechselstation abzutrennen und diese so vor Verschmutzungen zu schützen. Ein in letzter Zeit vermehrt nachgefragter Einsatz ist der Schutz von Schweißrobotern. „Dabei kommen besonders hitzebeständige Werkstoffe zum Einsatz“, betont Seifert.
Besonders langlebige Antriebe für den Maschinenschutz
Eine weitere, flexibel zu öffnende Schutzeinrichtung bietet Hema mit seinen Gliederschürzen. Diese bestehen zumeist aus Aluminiumhochprofilen, die mittels eines Polyurethan-Kederprofils verbunden werden. Sie bieten einen noch höheren Schutz als Rollbandabdeckungen. Hema hat sie in Profilstärken von 14,8 und 5,5 Millimetern im Angebot.
Rollbandabdeckungen, mit oder ohne Gehäuse, lassen sich individuell an die Einbausituation anpassen.
(Bild: Hema Maschinen- und Apparateschutz)
Rollbandabdeckungen und Gliederschürzen können nicht nur in Erstausstattung, sondern auch im Rahmen eines Retrofit der Maschine eingebaut werden. Hema liefert sie mit zwei verschiedenen Antriebsarten: mit Federantrieben oder elektrischen Antrieben. Federantriebe eignen sich für hohe Laufleistungen bei geringer Beanspruchung und für Kunststoffbänder. Die Federn werden aus einem hochwertigen Spezialdraht gefertigt, der eine bis zu zehn Mal höhere Lebensdauer als herkömmliche Federdrähte erreicht. Bei Anwendungen mit hoher Zugkraftbeanspruchung kommen elektrische Antriebe zum Einsatz. Diese erfordern jedoch eine Führung sowie Sensoren und Kontaktleisten, um den Schutz von Menschen im Gefahrenbereich zu garantieren.
Bei den Rollbandabdeckungen legt Hema besonderen Wert auf Langlebigkeit. Das Unternehmen hat seine Antriebe in einem Langzeittest über 1,25 Millionen Zyklen unterzogen und dabei keine Funktionseinschränkungen festgestellt.
Individuelle Auslegung der Schutzsysteme
In Zusammenarbeit mit den Kunden entwirft Hema maßgeschneiderte Schutzkonzepte mit Rollbandabdeckungen und Gliederschürzen. „Gerade wenn es um beengte Bauräume und spezielle räumliche Anforderungen geht, ist die individuelle Auslegung der Schutzsysteme wichtig“, betont Seifert. Ihre besonderen Vorteile können Rollbandabdeckungen und Gliederschürzen bei Anwendungen ausspielen, bei denen umgelenkt wird.
Besondere Anforderungen waren auch verlangt bei einer Anwendung, die Hema gemeinsam mit einem niederländischen Familienbetrieb entwickelt hat. Das Unternehmen fertigt Maschinen zum Kürzen, Stanzen oder Walzprofilieren nach Kundenanforderung. Für den Spezialauftrag eines seiner Kunden, eine Honmaschine, brauchte es eine flexible Frontabdeckung. Das Besondere: Diese Abdeckung sollte umgelenkt werden, transparente Elemente enthalten, um die Sicht in den Maschineninnenraum zu ermöglichen, und relativ groß sein.
Maschinenschutz mit Durchblick: Gliederschürze mit Sichtelementen
„Unsere Spezialisten besprachen sich mit dem Kunden und waren auch mehrmals vor Ort in den Niederlanden“, erzählt Seifert. Es wurde diskutiert und überlegt, 3D-Modelle wurden entworfen, es wurde entwickelt und gebaut. Und nach gut zehn Wochen erhielt der Kunde eine Gliederschürze aus Aluminiumprofilen mit integrierten Sichtfenstern aus Polycarbonat in den Abmessungen 1700 x 1500 Millimeter. Dazu Führungsschienen, Sensoren, einen Motor und eine Kontaktleiste, die dafür sorgt, dass der Motor stoppt, wenn ein Maschinenbediener in den Fahrbereich der Gliederschürze kommt. Damit lässt sich die Gliederschürze von einer schrägen in eine vertikale Führung umlenken.
Stand: 16.12.2025
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Seit zwei Jahren hat der Anwender die Maschine in Betrieb und ist wie der niederländische Hema-Kunde vollauf zufrieden.
Der Autor Dietmar Loster ist Leiter Konstruktion bei Hema.