Magnum-Stoßdämpfer: Wie automatisierte Waschstraßen schneller werden

Verantwortlicher Redakteur:in: Rainer Trummer 5 min Lesedauer

Wie lassen sich die Taktraten in einer automatisierten PKW-Waschanlage erhöhen und gleichzeitig die Wartungsintervalle senken? Ein kundenorientierter Service von A bis Z und hochwertige Maschinenelemente aus Edelstahl sind die Antworten, wie dieser Einsatzfall zeigt.

(Quelle:  MTE GmbH)
(Quelle: MTE GmbH)

Magnum-Stoßdämpfer für Waschstraßen: Am Anfang dieser Applikation stand das Ziel von Udo Groß-Schnellenkamp und seinem Konstruktionsteam, moderne Waschanlagen noch wartungsfreundlicher und leistungsstärker zu machen. Das Team arbeitet bei der MTE GmbH aus Viersen im Rheinland, einem Anbieter von elektronischen und technologischen Erzeugnissen, der sich einerseits durch die Vermittlung von Know-how und andererseits durch die Entwicklung von Verfahren automatisierter Autowaschtechniken einen Namen gemacht hat. MTE ist als Tochter der Düsseldorfer CleanCar AG unter anderem dafür zuständig, Videoüberwachungssysteme an Autowasch-Centern zu planen und zu implementieren. Dies geschieht im Umfeld von Zapfsäulen und Waschstraßen vor dem Hintergrund der Vorfallprävention und damit zum Schutz von Kunden und Mitarbeitern, zum Beispiel bei einem netzwerkbasierten Videoüberwachungssystem der neuen CleanCar-Filiale im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick, das MTE geplant und umgesetzt hat.

Optimierungen an Antrieb und Aufbau

Nach Angaben von CleanCar nehmen jährlich rund drei Millionen Menschen das Angebot der über Deutschland und Österreich verteilten 29 Autowaschcenter wahr. Um überall einen ebenso schnellen wie gründlichen und reibungslosen Betrieb zu gewährleisten, werden die Anlagen ständig weiterentwickelt. So auch derjenigen in Neuss, an der Udo Groß-Schnellenkamp und sein Team im Rahmen des hier beschriebenen Projekts einige Optimierungen an Antrieb und Aufbau der als Top-Tex easy bezeichneten Konstruktion vornahmen. Dabei ging es zum einen um verzögerungslose, rückprallfreie Auf- und Abwärtsbewegungen der von Pneumatik­zylindern angetriebenen Schwenkarme. Zum anderen sollten diese ihre Endposition stets sicher anfahren können, damit die Gesamtkonstruktion im Dauerbetrieb geschützt ist. Auf diese Art und Weise lassen sich Stillstandzeiten durch Wartungs- und Reparaturmaßnahmen auf ein Minimum reduzieren. Um diese Aufgabe zu meistern, bediente sich MTE für die Konstruktion einer Vielzahl hochwertiger Standardkomponenten, zu denen auch Industriestoßdämpfer gehören.

Magnum-Stoßdämpfer: Konventionelle Dämpfer korrodieren

Für erste Tests orderte Udo Groß-Schnellenkamp bei ACE Stoßdämpfer einstellbare Dämpfer aus der Magnum-Baureihe. Diese gilt unter Konstrukteuren aufgrund ihrer robusten, modernen Dichtungstechnologie, hoher Energieaufnahmen in kompakter Bauform, integriertem Festanschlag und großer Dämpfungsbandbreite als Referenzklasse für Industriestoßdämpfer mittlerer Baugrößen. Mit diesen einstellbaren Magnums wurden seitens MTE in Neuss erste Tests vorgenommen, um genaue Werte für den Dauerbetrieb der Anlage zu ermitteln. Diesen Ansatz hat man gewählt, da wichtige Kenndaten nicht bekannt waren. Dies lag unter anderem an den Bürstenrollen, die an den Schwenkarmen befestigt sind. Denn es war weder mit Hilfe der Konstruktionssoftware noch mittels des firmeneigenen Berechnungsprogramms von ACE vorherzusagen, mit wie viel Wasser sich die Bürsten im Betrieb vollsaugen. Mit dem ACE-Tool lassen sich normalerweise in den meisten Konstruktionsfällen die idealen Dämpfer für die jeweilige Konstruktion ermitteln, Demzufolge ließ es sich nicht genau prognostizieren, wie groß die bei dem dauerhaften Schwenkbetrieb zu berücksichtigenden zu dämpfenden Massekräfte sind.

(Selbsteinstellende ACE-Magnum-Stoßdämpfer der Produktfamilie MC33V4A-MC64V4A aus Edelstahl sind in Gewindegrößen M33 bis M64 bei Hüben bis 150 Millimetern verfügbar und kommen unter anderem in der Lebensmittel-, Medizin-, Elektro- und Offshore-Industrie zum Einsatz. Bild: ACE Stoßdämpfer GmbH)
(Selbsteinstellende ACE-Magnum-Stoßdämpfer der Produktfamilie MC33V4A-MC64V4A aus Edelstahl sind in Gewindegrößen M33 bis M64 bei Hüben bis 150 Millimetern verfügbar und kommen unter anderem in der Lebensmittel-, Medizin-, Elektro- und Offshore-Industrie zum Einsatz. Bild: ACE Stoßdämpfer GmbH)

Nachdem die einstellbaren Industriestoßdämpfer den verschiedenen Testreihen entsprechend justiert worden waren und der Testbetrieb einige Zeit lief, zeigte sich, dass eine Stoßdämpferanpassung nötig war, zumal die große Menge an mit Reinigungsmitteln versehenem Wasser zu Rost an den eingesetzten Stoßdämpfern führte. Daher wandte sich Udo Groß-Schnellenkamp an die technischen Berater von ACE Stoßdämpfer und verständigte sich mit diesen darauf, die bereits begonnene Testreihe mit ähnlichen einstellbaren Dämpfern fortzusetzen, um sich auf diese Weise der optimalen Einstellung für den Dauerbetrieb zu nähern. ACE wurde gleichzeitig eingeladen, sich bei Tests vor Ort ein genaueres Bild vom Zustand der Testdämpfer, von der Anlage und von den Einsatzbedingungen zu machen.

Zu diesem Zweck reisten die technischen Berater von ACE mit verschiedenen einstellbaren Stoßdämpfern aus dem nahe gelegenen Langenfeld nach Neuss. Dies ist ein Service, den das Unternehmen dank einer gut ausgebauten Vertriebsstruktur weltweit auch bei deutlich weiter entfernt liegenden Kunden anbietet. ACE Stoßdämpfer hat sich die führende Position auch deshalb erarbeitet, weil die Vertriebsingenieure im Zusammenspiel mit der technischen Abteilung in der Lage und bereit dazu sind, ihre Produkte an die jeweils herrschenden Bedingungen so lange anzupassen, bis eine optimale Lösung gefunden wird. Auf diese Fähigkeit sollte es auch im weiteren Verlauf dieses Falls ankommen.

Glänzende Lösung nach Teamwork

Christopher Berning war derjenige Vertriebsingenieur von ACE, der die defekten Dämpfer im Rheinland inspizierte und die genauen Anforderungen vor Ort analysierte. Dabei spielten für ihn in der Rückschau die bereits erwähnten Umgebungsbedingungen eine zentrale Rolle: „Wir haben MTE mit verschiedenen einstellbaren Industriestoßdämpfern bemustert, die sich nach den vom Kunden ermittelten Werten noch besser an die Kräfte der Schwenkarme anpassen ließen. Dabei haben wir den Rost und mögliche Beschädigungen am Dichtungspaket aufgrund von Wasser und Wasch-Chemie durchaus in Kauf genommen, um zum Abschluss der Testphasen die ermittelten Werte auf einen unserer selbsteinstellenden Industriestoßdämpfer aus Edelstahl zu übertragen. So wurden am Ende Magnum-Stoßdämpfer vom Typ MC3350EUM als die für die Aufgabe am besten geeigneten ermittelt. Wir haben sie dann den Bedingungen vor Ort angepasst und verbaut.“

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Bei diesen ACE-Typen handelt es sich um jeweils 1,5 Kilogramm wiegende Konstruktionselemente des Formats M33x1,5 Millimeter mit einem Hub von 23,2 Millimetern. Dank ihres durchgehenden Gewindes sind sie leicht in jede Konstruktion zu integrieren, auch in bestehende, und zeichnen sich durch ihre Energieaufnahme von 170 Newtonmetern/Hub aus. Das entspricht einer Energieaufnahme von 75.000 Newtonmetern pro Stunde, mit der sie dem Dauerbetrieb in einer viel genutzten PKW-Waschanlage ohne Weiteres gewachsen sind. Auch die von diesen Maschinenelementen bei einer Kolbenrückstellzeit von 0,03 Sekunden ohne Rückprall zu dämpfenden effektiven Massen von mindestens 100 bis maximal 420 Kilogramm ermöglichen ausreichend große Spielräume. Dies trifft besonders für diesen Fall zu, bei dem zum bekannten Gewicht der Schwenkarme zusätzlich das der Bürstenrollen und als Unbekannte das der darin enthaltenen, sich ständig ändernden Wassermengen zu addieren war.

Für MTE war in diesem Fall entscheidend, dass man mit ACE Stoßdämpfer einen Partner gefunden hat, der sich der konkreten Situation nicht nur sehr schnell angenommen hat, sondern der seine Magnum-Stoßdämpfer auch innerhalb kurzer Zeit liefern konnte.

Der Autor Robert Timmerberg, M. A. ist Fachjournalist bei plus2 in Düsseldorf.

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