04.04.2022 – Kategorie: Hardware & IT

Low-Code-Plattform: Kein Programmierwissen mehr nötig?

Low-Code-PlattformQuelle: SWKStock/Shutterstock

Mit cloudbasierten No-Code- und Low-Code-Plattformen lassen sich Digitalisierungsprojekte schnell und kosteneffizient ausrollen. Das moderne Technical Data Management macht es im Smart-Factory-Umfeld vor.

Low-Code-Plattform als Lösung? Die Krise hat deutlich vor Augen geführt: Die Widerstandsfähigkeit der Lieferketten war noch nie so wichtig wie heute. Daher überrascht es nicht, dass 49 Prozent der Supply-Chain-Führungskräfte ihre Budgets für Digitalisierung signifikant erhöht haben, so ein aktueller MHI-Report. Ziel ist es unter anderem, die Lieferketten möglichst rasch an neue Situationen anzupassen, um damit entscheidende Wettbewerbsvorteile im Smart-Factory-Umfeld zu generieren.

Low-Code-Plattform versus IT-Fachkraft

Doch Geld allein reicht nicht für das Meistern der aktuellen Anforderungen. Stichwort IT-Fachkräftemangel: Es fehlen oft die Experten, die dafür sorgen, dass Digitalisierung nicht nur ein leeres Versprechen bleibt. Außerdem können es sich nur wenige Unternehmen leisten, mit Projekten an den Start zu gehen, die sich über Monate, wenn nicht sogar Jahre hinziehen. Es braucht Lösungen, besser gestern als heute.

Systeme bedienen ohne Programmierkenntnisse

Ein Low-Code-/No-Code-Ansatz soll dem entgegenwirken. Der Clou ist, dass auch Personen aus Fachabteilungen ohne Programmierkenntnisse in der Lage sind, diese Systeme zu bedienen. Das entlastet die IT-Abteilung und entschärft das Problem des IT-Fachkräftemangels. Gerade das Industrieumfeld scheint ein Eldorado für Low-Code und No-Code zu sein. Dem Marktforschungsinstitut Reputation Leaders zufolge beschäftigt Deutschlands Industrie bereits mehr als 326.000 Low-­Coder. Das Potenzial liegt bei 1,8 Millionen. Wie dieser Ansatz in der Praxis aussehen kann, zeigt modernes Technical Data Management, das besonders im Smart Factory-­Umfeld immer mehr Verwendung findet.

Low-Code-Plattform: Cloudbasiert und prozessorientiert

In modernen Lieferketten gehört der Austausch von Dokumenten und Daten zum Tagesgeschäft. Oft sind es unstrukturierte Daten, darunter Pläne, Handbücher, 3D-Modelle oder Spezifikationen, welche die Teilnehmer an einer Supply-Chain – also Geschäftspartner, Lieferanten, Kunden oder Behörden – hin- und herschicken. Dazu kommt, dass die Zusammenarbeit Freigabe- oder Genehmigungsprozesse erfordert.

State-of-the-Art Technical Data Management nutzt zwei Ansätze, um die mit der Kooperation verknüpften Herausforderungen zu bewältigen: Cloud und Prozess­orientierung.

Dank der Cloud greifen die Beteiligten – je nach Berechtigung – allerorts und jederzeit auf die zentral gespeicherten Unter­lagen zu und bearbeiten diese. Die zweite Säule, die Prozessorientierung, manifestiert sich vor allem in vorgefertigten, branchentypischen Standard-Workflows. Übliche Use Cases stellen Prüfungs- und Genehmigungsprozesse dar, die zudem automatisierte Benachrichtigungen über anstehende Fristen inkludieren.

Beispiele für Low-Code- und No-Code-Funktionen

Die Low-Code/No-Code-Philosophie schlägt bei einem smarten Technical Data Management-Tool auf mehreren Ebenen durch. So steht für individuell an den eigenen Betrieb angepasste Workflows ein grafischer Prozesseditor zur Verfügung, der auch Benutzern ohne Programmierkenntnisse ein starkes Werkzeug in die Hand gibt. Damit gelingt es, sogenannte Ad-hoc-Prozesse zu modellieren, die es erlauben, auf unvorhergesehene Ereignisse zu reagieren, Ausnahmesituationen zu behandeln oder aktiv Entscheidungen der Beteiligten zu unterstützen – und das alles ohne Einbeziehung der IT-Abteilung. Indem sie interne wie externe Personen flexibel mittels eigens geschaffener Prozessschritte einladen, lenken Mitarbeitende aus den Fachabteilungen Dokumente vollständig digital, ohne Prozess- oder Medienbrüche über Abteilungs- und Unternehmensgrenzen hinweg.

Low-Code-Plattform
Auch Personen aus den Fachabteilungen können die Systeme bedienen. Bild: sheff/Shutterstock

Ein weiteres Beispiel für Low- und No-Code im Umfeld von Technical Data Management ist die Steuerung von Doku­menten mithilfe von Kategorien. Doku­menten zugewiesen, bestimmen sie deren Verhalten. So verlangen gesetzliche Vorgaben und Compliance-Regeln die Aufbewahrung von bestimmten Dokumententypen für einen gewissen Zeitraum und die ­Löschung nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist. Zu diesem Zweck besteht die Option, über eine Kategorie Fristen festzulegen, um etwa ein Kundenanfrage-Dokument mit personenbezogenen Daten automatisiert zu löschen.

Ein drittes Thema sind smarte Formulare. Mit einfachen Low-Code-Ausdrücken steuern User aus den Fachabteilungen das Verhalten von Formularfeldern. Funktionen wie Berechnungen, Feldvalidierungen und Sichtbarkeitsregeln helfen dabei, selbst komplexe Anwendungsfälle zu realisieren: Übersteigt ein Rechnungsbetrag eine bestimmte Summe, lässt sich ein zusätzliches Pflichtfeld einblenden, um eine weitere Freigabe einzufordern – etwa durch die Geschäftsführung.

Low-Code und No-Code brauchen höchste Sicherheit

Low-Code/No-Code funktionieren nur in Begleitung eines klaren Regelwerks und entsprechenden Maßnahmen gut, die Lösungen sicher und effizient machen. Nichts kann Geschäftsabläufe mehr lähmen als unkontrollierter Wildwuchs oder fahrlässiger Umgang mit diesen Werkzeugen.

Smartes Technical Data Management schützt durch eine Zwei-Faktor-Authentifizierung schon beim Login vor unberechtigtem Zugriff auf die Low-Code-Plattform. Darüber hinaus regelt ein intelligentes Rollen- und Rechtekonzept klar, wer welche Inhalte sehen, bearbeiten, prüfen oder freigeben darf. Dasselbe gilt für den Einsatz der Low-Code und No-Code-Funktionen.

Last but not least sorgt der Cloud-Dienstleister selbst für ein Höchstmaß an Sicherheit – vorausgesetzt es handelt sich um einen europäischen Native-Cloud-Anbieter, der die Cloud auf eigener Hardware (nicht von US-Konzernen angemietet) und mit eigenen Technologien in europäischen Rechenzentren betreibt. So können Unternehmen die Einhaltung der DSGVO hinsichtlich personenbezogener Daten sicherstellen. Zudem belegen eine Vielzahl von Zertifizierungen wie der Anforderungskatalog C5, dass der Provider strengste Sicher­heitsstandards erfüllt.

Low- und No-Code stellen einen erfolgsversprechenden Trend in Sachen Applikationsentwicklung dar, da sie zahlreiche Vorteile bieten – von der Entlastung der IT-Abteilung bis zu einer signifikant höheren Flexibilität. Dass etwas wie eine Low-Code-Plattform (und No-Code) nicht nur Zukunftsversprechen sind, beweist Technical Data Management, das schon heute viele entsprechenden Funktionen enthält und das Ziel der Smart Factory ein großes Stück näherbringt.

Der Autor Andreas Dangl ist Business Unit Executive für Cloud-Services bei Fabasoft. In seiner Funktion unterstützt er Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen bei der Einführung von Cloud-Lösungen.

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