Linearmotoren lassen Glocken wieder läuten

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Zwei Jahre war es still in der evangelischen Kirchengemeinde St. Nikolaus und Ulrich in Nürnberg-Mögeldorf. Denn wegen des instabilen Dachstuhls der Kirche war weit und breit kein Glockengeläut zu hören. Der Dachstuhl wurde im vergangenen Jahr saniert, und auch die Glocken läuten wieder dank der Linearantriebe der Firma Baumüller, die ganz in der Nähe ihren Stammsitz hat.

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Zwei Jahre war es still in der evangelischen Kirchengemeinde St. Nikolaus und Ulrich in Nürnberg-Mögeldorf. Denn wegen des instabilen Dachstuhls der Kirche war weit und breit kein Glockengeläut zu hören. Der Dachstuhl wurde im vergangenen Jahr saniert, und auch die Glocken läuten wieder dank der Linearantriebe der Firma Baumüller, die ganz in der Nähe ihren Stammsitz hat.

Die volle Stunde ist in Mögeldorf erreicht. Ein leises Summen im Glockenstuhl geht dem lauten Glockenschlag, der die Uhrzeit verkündet, voraus. Mit dem Summen beginnen die beiden Glocken der Kirche zu schwingen und läuten: Ding-Dong, Ding-Dong. „Es ist schön, diesen Klang nach zwei Jahren der Stille wieder zu hören“, meint Pfarrer Ulrich Bauer-Marks lächelnd. Anstatt der konventionellen Lösung, sprich dem Einsatz von Drehstrommotoren in Kombination mit mechanischen Übertragungselementen, wurde auf Lineardirektantriebe gesetzt. Diese überzeugen durch eine schmale Bauform und ein ruckfreies Anläuten. Zudem ermöglichen sie einen besonders schönen Klang, da die Glocken berührungslos über Induktionskräfte geläutet werden. Die asynchronen Linearantriebe sind wartungs- und verschleißfrei und nur je sechs Zentimeter breit.

Die Montage am Glockenstuhl – direkt neben der Glocke – ist unkompliziert, da es bei dieser Lösung keine beweglichen Bauteile, wie Ketten oder Zahnriemen gibt. Die Kraftentfaltung des Antriebs erfolgt nahe an der Drehachse der Glocke und erzeugt so nur geringe Vibrationen, was der Belastung der Turmstatik entgegenkommt

25 Jahre Know-how in der Glockenläuttechnik

Im Jahre 1993 hat die Firma Schmidt Glockentechnik diese Art der Glockenläuttechnik mit Linearantrieben von Baumüller eingeführt. Jeder Linearmotor besteht aus einem Motor und einer Reaktionsschiene. Der Motor entspricht dem Stator und die Reaktionsschiene dem Rotor eines Drehstromantriebs. Am Joch der Glocke, einem drehbar gelagerten Balken, ist die Reaktionsschiene befestigt.

Um die Glocke in Bewegung zu versetzen, wird ein magnetisches Feld benötigt. Der Motor erzeugt dieses und induziert zudem in der Reaktionsschiene ein weiteres Magnetfeld. Diese gegeneinander wirkenden Magnetfelder ziehen sich an und stoßen sich wieder ab und bringen so die Glocke in Bewegung. Sie beginnt zu schwingen und läutet.

Die Mögeldorfer Glocken sind im 16. Jahrhundert gegossen worden und gut erhalten. Die große Glocke ist 930 Kilogramm schwer, die kleine Glocke wiegt 262 Kilogramm.

Bild oben: Zwei Glocken mit asynchronen Linearmotoren von Baumüller sorgen für den einzigartigen
Klang in der Mögeldorfer Kirche in Nürnberg.

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