Lieferketten: Diese 5 Trends prägen 2021

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Lieferketten: Diese 5 Trends prägen 2021

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Von Nachhaltigkeit bis hin zu Netzwerken – so lässt sich 2021 optimal nutzen, um Lieferketten auf den neuesten Stand zu bringen.
Lieferketten gestört

Quelle: Chan2545/Shutterstock

2020 waren nur wenige Unternehmen darauf vorbereitet, wie oft Lieferketten in die Schlagzeilen gerieten und Schwachpunkte zeigten. Die Industrie versuchte, mit einer globalen Pandemie fertig zu werden. Alle Anstrengungen konzentrierten sich darauf bis Ende des Jahres dringend benötigte Impfstoffe zu entwickeln, die einen besseren Ausblick für 2021 schaffen sollten. Zu Beginn dieses Jahres sieht es allerdings so aus, als würde es ebenso ereignisreich weitergehen. Wie können sich Organisationen auf 2021 bestmöglich vorbereiten und dabei zuverlässigere Lieferketten schaffen? Es gibt fünf Schlüsseltrends, die sich über das Jahr hinweg durchsetzen werden. Innovativ denkende Unternehmen profitieren davon – Firmen, die hinterherhinken, werden diese Entwicklungen belasten.


Autor: Nils Herzberg ist Global Head, Strategic Partnerships & Industrie 4.0, Digital Supply Chain bei SAP.


Dies sind die fünf Trends, die im Jahr 2021 die Lieferketten prägen:

  1. Lieferketten werden widerstandsfähiger. Es gibt eine Entwicklung in Richtung von robusteren Lieferketten-Modellen. Der Antrieb dafür: Unternehmen konzentrieren sich darauf, ihre Fähigkeiten zu erweitern oder grundlegend zu verändern, um so reaktionsfähiger zu sein. Dafür müssen Organisationen ihre Transparenz sowie ihre Zusammenarbeit an allen Punkten der Lieferkette verbessern. Nur so lassen sich alternative Quellen für wichtige Ressourcen finden – und gewährleisten, dass die Daten hinsichtlich des Warenbestandes jederzeit aktuell sind. Organisationen müssen außerdem agiler werden, um auf plötzliche Veränderungen schnell zu reagieren, auf alternative Lieferanten umzusteigen oder Sendungen während des Transports umzuleiten.
  2. Supply-Chain-Führungskräfte werden weniger Risikotoleranz an den Tag legen. Unternehmen globalisierten ihre Lieferketten, um ihre Kosten zu senken. Die Pandemie zeigt allerdings das Risiko dieser Strategie: Fällt ein Baustein aus, ist die gesamte Supply Chain unterbrochen. Das Ergebnis sind leere Regale in Supermärkten, in denen beispielsweise Toilettenpapier und Handdesinfektionsmittel fehlten – die Nachfrage der Verbraucher nach diesen Produkten war in die Höhe geschossen und ließ sich nicht mehr bedienen. Diese Artikel stehen sinnbildlich für die Knappheit zu Beginn der Pandemie. Allerdings litt jedes Unternehmen, das Materialien oder Produkte aus China bezog und keine Ware im Lagerbestand hatte, an einem solchen Engpass. Viele Organisationen entwickelten aus diesem Grund 2021 Strategien, um ihr Risiko zu minimieren. Dazu gehören neben alternativen Beschaffungsstrategien und einer Bestandsoptimierung auch ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Off-Shoring, Near-Shoring und On-Shoring.
  3. Lieferketten werden in Sachen Nachhaltigkeit führend sein. Es wird einen größeren Schub in Richtung Nachhaltigkeit geben, um die Umweltbelastung zu minimieren und gleichzeitig Ressourcen zu maximieren. Vor der Pandemie verlangten die Verbraucher zunehmend nach Produkten aus ethischen Quellen, die in CO2-neutralen Prozessen von nachhaltig agierenden Unternehmen hergestellt und geliefert wurden. Während der Pandemie trat dies weitgehend in den Hintergrund: Hersteller und Verbraucher konzentrierten sich darauf, Zugang zu lebensnotwendigen Produkten zu erhalten bzw. diese herzustellen. Nachhaltige Überlegungen traten eher in den Hintergrund. In den kommenden Jahren wird das Thema Nachhaltigkeit jedoch zunehmend in den Fokus von Unternehmen aller Branchen rücken. Der Grund dafür: Sie wollen nicht nur interne Ziele erreichen, sondern auch die Verbraucher-Nachfrage erfüllen. Gleichzeitig müssen sie aber auch immer strengere gesetzliche Vorgaben einhalten. Laut einer aktuellen Umfrage von Oxford Economics befassen sich die meisten führenden Unternehmen bereits mit Nachhaltigkeitsaspekten. Dazu gehören einigen Produkte in den Bereichen Herstellung, Technik und Auslieferung. Mehr als zwei Drittel (69 Prozent) gaben an, dass sie nachhaltige Praktiken bereits weitgehend umgesetzt haben.
  4. Business-Netzwerke rücken in den Vordergrund. Um den Service für ihre Kunden sowie deren Zufriedenheit zu verbessern, vertrauen Unternehmen zunehmend auf ihr Partner-Ökosystem – darunter beispielsweise Auftragsfertiger, Logistikdienstleister, Wartungs-Teams und Mitarbeiter mit befristeten Verträgen –, um wichtige Services und Lösungen bereitzustellen. Nur so waren sie in der Lage, den Herausforderungen des vergangenen Jahres gerecht zu werden. Viele Unternehmen arbeiten mit ihrem Partner-Netzwerk zusammen, um dem zunehmenden Druck neuer Geschäftsmodelle und der wachsenden Nachfrage der Kunden nach innovativen und nachhaltigen Produkten gerecht zu werden. Diese werden dann just-in-time geliefert – und zwar wann, wo und wie die Kunden es möchten.
  5. Die Technologie treibt die Digitalisierung weiter voran. Unternehmen werden weiterhin versuchen, das Produktionsvolumen zu erhöhen, gleichzeitig aber die Social-Distancing-Richtlinien einzuhalten. Der Ergebnis ist der wachsende Einsatz von Robotik und Automatisierung. Diese Technologien ergänzen die Belegschaft, sie nehmen ihnen aber auch repetitive Aufgaben ab. Mitarbeiter sind dadurch produktiver, sie können aber auch anspruchsvollere Aktivitäten übernehmen. Dazu gehört etwa das Steuern von Maschinen mit künstlicher Intelligenz (KI) oder eine intelligentere Personalplanung – die Palette ist sehr breit gefächert. Dank der Entwicklung innovativer Tools, die die Anforderungen der modernen Industrie erfüllen, migrieren immer mehr Unternehmen in die Cloud. Das Ergebnis sind effizientere Netzwerke und eine höhere Ausfallsicherheit.

Lieferketten bleiben gefährdet

Es lässt sich nicht genau vorhersagen, was das Jahr 2021 bringen wird. Eines ist jedoch sicher: Es kommt auch weiterhin zu unerwarteten Unterbrechungen und Engpässen. Die Ursachen werden variieren – es kann sich beispielsweise um geopolitische oder Handelskonflikte handeln, aber auch um Naturkatastrophen oder die begrenzte Verfügbarkeit von Ressourcen. Damit Unternehmen diese Störungen bewältigen, sind flexible Prozesse gefragt. Diese sollten nicht nur Risiken reduzieren, sondern auch Chancen erkennen, die dann von Firmen genutzt werden. Organisationen, die Business Continuity-Strategien entwickeln, Rohstoff-Quellen und Lieferanten diversifizieren und sich bei der Produktion nicht auf ein einziges geografisches Gebiet verlassen, werden für dieses vorausschauende Vorgehen belohnt.

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