Chantiers de l‘Atlantique ist eine der größten Werften der Welt und baut in Saint-Nazaire, Frankreich, eine breite Palette von Handels-, Marine- und Passagierschiffen. Für den Entwurf der Schiffskabinen und die Integration von Tausenden von vorgefertigten Kabinen kommt Solid Edge zum Einsatz. Welche Vorteile die Konstruktionslösung dem Schiffsbauer ermöglicht, zeigt dieser Bericht.
(Quelle: Royal Caribbean International)
Konstruktionsprozess optimieren: Die Wonder of the Seas ist mit 362 Metern Länge und 236.857 Bruttotonnen das größte Kreuzfahrtschiff der Welt auf hoher See. Gebaut wird sie in der Werft Chantiers de l‘Atlantique in Saint-Nazaire, Frankreich. Das Schiff verfügt über 18 Decks und 2.865 Kabinen, darunter Familiensuiten, sowie Innenrutschen, Whirlpools, einen Musiksaal und ein Theater. Die Bauzeit betrug nur zweieinhalb Jahre – selbst während der Corona-Pandemie.
Der umfassende Konstruktionsprozess eines Kreuzfahrtschiffes
Das Design von Kreuzfahrtschiffen und Kabinen erfordert eine funktionsübergreifende Zusammenarbeit zwischen mehreren Abteilungen. Täglich arbeiten Innenarchitekten, externe Zulieferer und Designbüros, Ingenieure und andere Produktionsspezialisten an der Schiffsproduktion, was zu fast 100.000 Datenaustauschvorgängen pro Tag und Schiff führt.
Chantiers de l‘Atlantique verfügt über mehrere CAD-Programme (Computer Aided Design) und eine ERP-Software (Enterprise Resource Planning), um die Gesamtkomplexität der Konstruktion und des Baus eines Kreuzfahrtschiffs wie der Wonder of the Seas zu bewältigen. Um die Erstellung der Kabinen zu optimieren, hat der Schiffsbauer von Solidworks auf die integrierte Software Solid Edge umgestellt, die von internen Konstruktionsteams, Ingenieuren und Schiffsexperten verwendet wird. Solid Edge ist Teil des Xcelerator-Portfolios, des umfassenden und integrierten Portfolios an Software und Dienstleistungen von Siemens Digital Industries Software.
(David Selosse, Designer und Solid-Edge-Konstruktionsexperte, arbeitet an den Integrationsaspekten eines Schiffes. Bild: Chantiers de l‘Atlantique/Siemens Digital Industries Software)
Verwendung eines leistungsfähigen und zuverlässigen Tools
Die Software Solid Edge kommt in der Kabinenabteilung vor allem für den Entwurf und die Integration von Tausenden von vorgefertigten Kabinen zum Einsatz, die auf jedes einzelne Schiff zugeschnitten sind.
Die Kabinenkonstruktion beginnt mit einem High-Level-Layout. Solid Edge wird verwendet, um die erste Integration der Kabinen in das Schiff zu entwerfen und zu überprüfen. Dies ist ein wichtiger Teil der Schiffskonstruktion, der viel Kommunikation zwischen verschiedenen Teams bei Chantiers de l‘Atlantique, den Schiffseignern sowie externen Architekten und Designern erfordert.
Sobald das Grundlayout feststeht, entwerfen die Design- und Technikspezialisten von Chantiers de l‘Atlantique jede Kabine bis ins Detail – von der grundlegenden Raumaufteilung, dem Badezimmerlayout und der elektrischen Verkabelung bis hin zu Design-Elementen wie Beleuchtung, maßgeschneiderten Holzarbeiten und einzigartigem Mobiliar. Die konzeptionelle und detaillierte Entwurfsphase wird mit der Siemens-Lösung durchgeführt.
„Die Konstrukteure und Ingenieure können ihre Arbeit in Solid Edge koordinieren und integrieren. Dabei kommunizieren sie problemlos mit den Lieferanten, mit denen wir in der Kabinenabteilung zusammenarbeiten“, erklärt Gwenael Enet, Leiter der Kabinenkonstruktionsabteilung bei Chantiers de l‘Atlantique. „Die Arbeit mit der Software ermöglicht es uns, von der allgemeinen Konstruktionsphase direkt in eine detailliertere Phase überzugehen, ohne Informationen zu verlieren. Durch Solid Edge konnten wir die Qualität unserer Kabinenmodelle verbessern. Zudem ist die Kommunikation mit den Designern und Architekten auf Kundenseite sowie mit unseren Zulieferern und den Kollegen in der Produktion, die unsere Kabinenkonstruktionen montieren, viel besser geworden.“
Die in Solid Edge entworfenen Kabinen werden auf einer speziellen Montagelinie in der Werft hergestellt, wo 25 bis 30 Kabinen pro Tag entstehen. Danach lassen sie sich in die im Bau befindlichen Kreuzfahrtschiffe integrieren, was Zeit spart und die Qualität des Bauprozesses steigert.
(Detaillierter Kabinenentwurf: Um die Erstellung der Kabinen zu optimieren, hat Chantiers de l‘Atlantique auf die integrierte Software Solid Edge umgestellt. Bild: Chantiers de l’Atlantique/Royal Caribbean International)
Optimierung des Konstruktionsprozesses
Solid Edge bietet den Vorteil, dass die Konstrukteure komplexe und detaillierte Konzepte erstellen können – und das in enger Abstimmung mit anderen Teams und Konstruktionsbüros, die an den verschiedenen Bauabschnitten des Schiffs arbeiten. Die Möglichkeit, die Software als Schnittstelle in einer Multi-CAD-Umgebung zu nutzen, erleichtert die Kommunikation zwischen den Produktentwicklungsteams im Konstruktionsprozess und die Integration in die Gesamtkonstruktion des Schiffs.
Stand: 16.12.2025
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Sébastien Blanchard, Product Data Management (PDM)- und CAD-Manager bei Chantiers de l‘Atlantique, schätzt die Stärke der Siemens-Lösungen und des Solid-Edge-Entwicklungsteams. „Siemens hat ein großes Portfolio, was für uns wichtig ist, da wir sehr unterschiedliche Anforderungen haben“, sagt Blanchard. „Im Xcelerator-Portfolio finden wir immer eine passende Lösung. Natürlich vergleichen wir die Softwareprodukte, bevor wir uns für neue Tools entscheiden.“
Chantiers de l‘Atlantique nutzt nicht nur die CAD-Funktionen der Siemens-Lösung, sondern hat sich auch für Solid Edge Technical Publications entschieden, um die Erstellung von technischen Dokumenten, einschließlich der Dokumentation für die Kabinenmontage, zu verbessern. „Wir haben eine enge Zusammenarbeit mit dem Solid-Edge-Team“, fährt Blanchard fort. „So sind wir in der Lage, unsere Visionen ständig auszutauschen und zu vergleichen.“
Fortsetzung des offenen Austauschs im Konstruktionsprozess
Der offene Austausch zwischen den Konstrukteuren in Saint-Nazaire und dem Solid-Edge-Entwicklungsteam in Huntsville, Alabama (USA), ist für beide Teams sehr wichtig geworden. David Selosse, Konstrukteur und Solid-Edge-Konstruktionsexperte bei Chantiers de l‘Atlantique, reist seit mehreren Jahren nach Huntsville, um mit dem Software-Entwicklungsteam an Beta-Tests zu arbeiten. „Ich war schon dreimal in Huntsville und es ist immer ein fruchtbarer Austausch. Wir bringen unsere Ideen und Bedürfnisse direkt beim Solid-Edge-Entwicklungsteam ein und haben stets das Gefühl, dass wir gehört und verstanden werden“, erklärt Selosse zufrieden.
Der Autor Ralf Steck ist freier Journalist in Friedrichshafen.