Schlagader der Energiewende Messtechnik sichert ressourcenschonenden Netzausbau

Von Christian Gutknecht, Olivia Homberger und Franziska Pfister 4 min Lesedauer

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Hölscher Wasserbau sichert mit Grundwassermanagement und Endress+Hauser Messtechnik die umweltgerechte Kabelverlegung der Gleichstromleitung A-Nord, die Windenergie von der Nordsee in Verbrauchszentren bringt.

Hölscher Wasserbau sorgt mit professionellem Grundwassermanagement für die sichere Kabelverlegung und den Schutz der Umwelt – unterstützt durch moderne Messtechnik von Endress+Hauser.(Bild:  Endress+Hauser)
Hölscher Wasserbau sorgt mit professionellem Grundwassermanagement für die sichere Kabelverlegung und den Schutz der Umwelt – unterstützt durch moderne Messtechnik von Endress+Hauser.
(Bild: Endress+Hauser)

Die Energiewende ist nicht nur ein politisches Ziel, sondern eine der größten Infrastrukturaufgaben der kommenden Jahrzehnte. Während auf der Nordsee immer mehr Windparks entstehen, stellt sich die Frage: Wie gelangt die dort erzeugte Energie zuverlässig in die Verbrauchszentren Deutschlands? Die Antwort sind leistungsstarke Gleichstromverbindungen wie A-Nord, die zukünftig grünen Strom aus dem Norden in den Westen und Süden des Landes transportieren.
 
Damit dieses Großprojekt gelingt, müssen jedoch enorme bauliche und technische Herausforderungen gemeistert werden – insbesondere im Umgang mit dem Grundwasser. Hier setzt Hölscher Wasserbau, europäischer Marktführer im Bereich vernetzte Lösungen für Grundwasser, an: Das Grundwassermanagement des Unternehmens schafft die Voraussetzung dafür, dass die Kabeltrassen sicher im Erdreich verlegt werden können, ohne das ökologische Gleichgewicht zu gefährden. Denn beim Bau solcher Großprojekte wird Grundwasser in großen Mengen abgesenkt.

Durch unkontrolliertes Abpumpen können Böden austrocknen, Vegetation geschädigt oder angrenzende Flüsse und Bäche in ihrer natürlichen Balance beeinträchtigt werden. Zudem schreibt die Oberflächengewässerverordnung (OGewV) klare Grenzwerte für die Wiedereinleitung von Wasser in natürliche Gewässer vor. Deshalb muss man das abgepumpte Grundwasser vor der Rückführung sorgfältig aufbereiten und von Stoffen wie Eisen befreien.

Messtechnik als Schlüssel für sicheres Grundwassermanagement

Damit Hölscher diese Anforderungen im Baualltag zuverlässig erfüllen kann, setzt das Unternehmen auf präzise Messtechnik von Endress+Hauser. Insgesamt 34 Geräte sind entlang des Projektabschnitts im Einsatz und erfassen kontinuierlich die relevanten Daten zu Entnahme, Aufbereitung und Wiedereinleitung des Grundwassers. Eine zentrale Rolle übernimmt das magnetisch-induktive Durchflussmessgerät Promag W 800: Es arbeitet wie ein „Zähler am Puls der Baustelle“ – und erfasst nicht nur jeden entnommenen und wiedereingeleiteten Liter, sondern dokumentiert diese auch. Damit ermöglicht das Gerät nicht nur den gesetzlich geforderten Nachweis, sondern stellt auch sicher, dass ökologische Standards eingehalten werden.

<p>Ein schwarzes Rohrsystem mit einer blauen Verbindung und einem silbernen Gerät steht in einer grünen, bewaldeten Umgebung. Das Gerät trägt die Aufschrift "Hölscher". Der Fokus liegt auf der technischen Verbindung der Rohre. Das System ist mit Wassertröpfchen bedeckt und vermittelt den Eindruck, Teil einer Bewässerungs- oder Entwässerungsanlage zu sein.<p>
Eine zentrale Rolle übernimmt das magnetisch-induktive Durchflussmessgerät Promag W 800.
(Bild: Endress+Hauser)

Einsatz in verschiedenen Bauphasen

Die Einsatzbedingungen auf einer Großbaustelle wie A-Nord sind allerdings anspruchsvoll. Viele Einleitstellen liegen nicht in unmittelbarer Nähe zu Infrastruktur, sondern mitten in landwirtschaftlichen Flächen oder abseits befestigter Wege, wo es weder Stromanschlüsse noch eine feste technische Versorgung gibt. Der Promag W 800 ist für solche Situationen ausgelegt: Mit seinem langlebigen Akku kann er über einen Zeitraum von bis zu 15 Jahren unabhängig arbeiten. Auch widrige Bedingungen wie anhaltende Nässe, schlammiger Untergrund oder wechselnde Temperaturen beeinträchtigen seine Funktionsfähigkeit nicht. Selbst wenn das Gerät im Erdreich eingebaut oder zeitweise unter Wasser eingesetzt wird, bleibt es zuverlässig im Betrieb.
 
Sein Nutzen zeigt sich zudem in den einzelnen Bauabschnitten der Kabeltrasse: bei der gezielten Grundwasserabsenkung erfasst er die anfallenden Wassermengen und dokumentiert ihre Rückführung nach der Aufbereitung. In den regelmäßig angelegten Muffengruben, über die die Stromkabel in die Leerrohre eingezogen werden, sorgt er ebenfalls für Transparenz: Rund 400 Kolbenpumpen halten dort die Baugruben trocken, während die Messtechnik die geförderten Wassermengen lückenlos nachvollziehbar macht.
 
Ein weiterer Vorteil besteht in der einfachen Handhabung vor Ort. Über die integrierte Bluetooth-Schnittstelle lassen sich die Messwerte unmittelbar auf mobile Endgeräte übertragen und mit der SmartBlue App abrufen. So können Bauleiter oder Fachkräfte die Daten jederzeit kontrollieren und das Gerät bei Bedarf neu konfigurieren. Da die Wasserzähler im Verlauf der Bauarbeiten regelmäßig versetzt werden müssen, erleichtert diese flexible Anpassbarkeit den Umgang erheblich und sorgt dafür, dass die Messungen ohne Unterbrechung fortgeführt werden können.

Messtechnik gewährleistet reines Oberflächenwasser

Falls das geförderte Wasser eine zu hohe Konzentration an Eisen enthält, wird dieses zudem in Enteisenungsanlagen aufbereitet und über spezielle Kiesfilter gereinigt. Ohne diese Reinigung könnte Eisen ins Oberflächenwasser gelangen und dort Ablagerungen verursachen, die Flüsse und Bäche belasten oder Lebensräume für Pflanzen und Kleintiere verändern. Der Promag W 10, ein weiteres spezielles magnetisch-induktives Durchflussmessgerät für Wasseranwendungen, misst die Durchflussmengen und macht damit sichtbar, wie viel Wasser tatsächlich den Filterprozess durchläuft.
 
Ergänzt wird das System durch den Drucktransmitter Cerabar PMC21, der die Druckverhältnisse in den Anlagen überwacht. Stabile Druckwerte sind wichtig, weil sie anzeigen, ob die Pumpen und Filter ordnungsgemäß arbeiten. Ein plötzlicher Druckabfall könnte beispielsweise auf ein Leck hindeuten, während ein zu hoher Druck Schäden an den Leitungen verursachen würde. Die robuste Keramikmembran und die Schutzart IP68 stellen sicher, dass der Sensor auch unter schwierigen Bedingungen zuverlässig arbeitet.

<p>Eine Gruppe von Arbeitern in Sicherheitswesten und Helmen steht auf einer Baustelle in ländlicher Umgebung. Sie diskutieren in einem Kreis. Im Vordergrund ist ein Fahrzeug mit der Aufschrift "Hölscher" zu sehen. Im Hintergrund sind Baucontainer und Materialhaufen zu erkennen. Der Himmel ist bewölkt, was eine möglicherweise bevorstehende Wetteränderung andeutet.<p>
Teamwork: Damit Hölscher die Anforderungen für ein sicheres Grundwassermanagement zuverlässig erfüllen kann, setzt das Unternehmen auf präzise Messtechnik von Endress+Hauser.
(Bild: Endress+Hauser)

Wasserneutralität als Leitlinie für die Zukunft

Die präzise Erfassung und Dokumentation der Wassermengen ist ein zentraler Bestandteil des Projekts A-Nord – und zugleich ein Baustein für weiterreichende Ziele. Hölscher richtet sein Handeln darauf aus, bis 2030 wasserneutral zu arbeiten. Das bedeutet, dass so viel Wasser in den Grundwasserleiter zurückgeführt wird, wie zuvor entnommen wurde, und die Eingriffe in den natürlichen Kreislauf langfristig ausgeglichen bleiben. Die eingesetzte Messtechnik schafft dafür die Grundlage, indem sie Transparenz ermöglicht und sicherstellt, dass ökologische und rechtliche Anforderungen dauerhaft eingehalten werden – ein gemeinsames Verständnis von Verantwortung, das Hölscher und Endress+Hauser verbindet.

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Christian Gutknecht, Industriemanager Umwelt, Olivia Homberger, Produktmanagerin Durchfluss, und Franziska Pfister, Marketingkommunikation, arbeiten bei Endress+Hauser Deutschland.