Kommentar: Die dritte Revolution in der Luft- und Raumfahrt

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Keine Frage, der Begriff Revolution wird heutzutage inflationär genutzt. Nicht jede Veränderung bedeutet gleich eine Umwälzung. Aber die Entwicklung, die wir heute in der Luft- und Raumfahrt aktiv mitgestalten, kann mit Fug und Recht als Revolution bezeichnet werden – genauer gesagt, als dritte Revolution. von Volker Thum, Hauptgeschäftsführer des BDLI

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Keine Frage, der Begriff Revolution wird heutzutage inflationär genutzt. Nicht jede Veränderung bedeutet gleich eine Umwälzung. Aber die Entwicklung, die wir heute in der Luft- und Raumfahrt aktiv mitgestalten, kann mit Fug und Recht als Revolution bezeichnet werden – genauer gesagt, als dritte Revolution. von Volker Thum, Hauptgeschäftsführer des BDLI

Gut einhundert Jahre nach der Erfindung des Flugzeugs und sechzig Jahre nach Beginn des Jet- und Satellitenzeitalters stehen wir heute an der Schwelle zu einer neuen Ära der Luft- und Raumfahrt, ausgelöst durch die Digitalisierung. Sie hält in alle Bereiche unserer Branche rasanten Einzug, ob Entwicklung, Produktion oder Flugbetrieb.

Schlankheitskur für die Entwicklung

Luft- und Raumfahrt ist besonders forschungsintensiv. Was bei uns entwickelt wird, hält später Einzug in anderen Branchen. Bisher waren die Zyklen jedoch vergleichsweise lang: Vom Reißbrett bis zur Zulassung vergingen aufgrund der beispiellosen Komplexität – ein Flugzeug besteht aus über einer Million Teilen – nicht selten mehr als zehn Jahre. Diese Zyklen unterliegen derzeit dank der Digitalisierung einer Schrumpfkur.

Beispielsweise werden Triebwerke der nächsten Generation bei Rolls-Royce in Brandenburg und MTU Aero Engines in München virtuell entwickelt, Neue Kabinenlayouts werden als Virtual Reality (VR) bei Airbus in Hamburg zur 3D-Erfahrung bevor auch nur ein Teil produziert wurde. Neue Bauteile entstehen in bionischem Design, sind damit rund 30 Prozent leichter, und unsere Industrie fertigt diese in wenigen Tagen per 3D-Druck.

Druck auf die Produktion

Aufgrund der prall gefüllten Auftragsbücher besteht auch in der Produktion erheblicher Druck, schneller und effizienter zu werden. So hält die digitale Fabrik der Zukunft in der Luft- und Raumfahrt bereits Einzug. Mitarbeiter arbeiten Seite an Seite mit kollaborativen Robotern, sogenannten Cobots, und komplexe Lieferketten werden digital auf Effizienz getrimmt. Der 3D-Druck – genauer gesagt die digitale, additive Fertigung von Metallbauteilen – hat bereits den Weg in die Werkshallen gefunden.

Bei Unternehmen wie Airbus, MTU und Premium Aerotec sind 3D-gedruckte Bauteile seit kurzem Teil der industriellen Serienfertigung von Flugzeugen und Triebwerken. Die Anzahl der 3D gedruckten-Teile wird exponentiell steigen, vor allem um noch mehr Gewicht zu sparen und damit ökoeffizient zu fliegen.

Digital fliegen

Im Flugbetrieb werden die Auswirkungen der digitalen Revolution für den Betrachter am stärksten sichtbar. Heute befinden sich im Himmel über Europa zu jeder Zeit einige tausend Flugzeuge, die von Fluglotsen mit recht konventionellen Technologien wie Radar und Funk dirigiert werden. In nicht allzu ferner Zukunft werden zigtausend Fluggeräte wie Drohnen und fliegende Taxis hinzukommen, die mittels Satelliten und digitaler Kommunikationstechnologien in geringen Flughöhen größtenteils autonom operieren und untereinander kommunizieren werden.

Auch Passagierflugzeuge werden dank der europäischen Präsenz im All – ich denke hier an Galileo und Egnos – zunehmend von Satelliten geleitet. Zeitraubende Warteschleifen werden dann ebenso der Vergangenheit angehören wie unvorhergesehene technische Defekte. Mithilfe von Sensoren werden etwa Materialschwächen automatisch gemeldet und können rechtzeitig behoben werden.

Fazit

Für Deutschland im Allgemeinen und für unsere Branche im Besonderen ist es von größter Bedeutung, bei dieser Revolution Treiber und nicht Beobachter zu sein. Unser Land nimmt in der globalen Luft- und Raumfahrtindustrie eine Schlüsselrolle ein: Jedes sechste Flugzeug wird heute in Deutschland ausgeliefert, und in jedem weltweit hergestellten Flugzeug steckt dank unserer global agierenden, erfolgreichen und mittelständisch geprägten Zulieferindustrie Hightech „Made in Germany“. Diese Position gilt es angesichts erstarkender Konkurrenz am Weltmarkt zu erhalten und auszubauen. jbi

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