Immer mehr Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau setzen auf Künstliche Intelligenz (KI), um ihre Produkte mit datenbasierten Mehrwerten anzureichern. Startup-Firmen als Kooperationspartner spielen dabei eine immer größere Rolle.
(Quelle: Gorodenkoff/Shutterstock.com)
42 Prozent der maschinenbaurelevanten KI-Startups kommen aus Europa
VDMA-Studie zeigt Erfolgsbeispiele für Kooperationen
Stärkste Gründungsaktivität in den Innovationsclustern Prozessoptimierung, visuelle Qualitätskontrolle und vorausschauende Wartung
Große Finanzierungsrunden fehlen in Europa
In einer Analyse der vergangenen zehn Jahre hat der VDMA zusammen mit dem Datenspezialisten Delphai insgesamt 825 Startups in 46 Ländern identifiziert, die KI-Lösungen für den Maschinen- und Anlagenbau anbieten. 42 Prozent davon kommen aus Europa – damit übertrumpft der Kontinent in der Anzahl der Gründungen sowohl Nordamerika (33 Prozent) als auch Asien (24 Prozent).
Europa ist Startup-Schmiede für KI-Innovationen im industriellen Kontext
Aus der Analyse ergibt sich zudem, dass immer mehr Geld in KI-Startups für den Maschinenbau fließt. Seit dem Jahr 2015 übersteigt hier die Anzahl der Finanzierungsrunden die Anzahl der Gründungen. Knapp 80 Prozent der insgesamt 13,2 Milliarden Euro, die von 2010 bis 2020 weltweit in KI-Startups investiert wurden, entfielen auf den Zeitraum von September 2017 bis September 2020. „Künstliche Intelligenz für den Maschinenbau wird die nächste Stufe der digitalen Transformation. Und dabei kann sich unsere Gründerszene in Europa sehen lassen. Durch den hohen Vernetzungsgrad zwischen regionalen Gründer- und Forschungsnetzwerken mit der vitalen Maschinenbauindustrie ist Europa eine Startup-Schmiede für KI-Innovationen im industriellen Kontext. Deutschland ist dabei Gravitationszentrum in Europa mit mehr als einem Drittel der Startup-Gründungen.“ erläutert Hartmut Rauen, stellvertretender VDMA-Hauptgeschäftsführer. „Unsere starke Maschinenbau 4.0 Domaine zieht an, schafft Dominanz. Als Anwender und Anbieter dieser Startup-Lösungen tragen wir als europäischer Maschinenbau maßgeblich dazu bei, KI breitflächig in die Industrie zu bringen. Damit sind wir bestens positioniert im globalen Wettlauf.“
KI-Startups: Trends für den Maschinenbau im Fokus
Die neue VDMA-Studie „Startup-Radar: Künstliche Intelligenz - Navigator durch die globale KI-Startup-Szene für den Maschinen- und Anlagenbau“ gibt einen tiefen Einblick in die KI-Startup-Szene für den Maschinenbau. Darüber hinaus zeigt sie anhand von Praxisbeispielen auch die Bedeutung und die Anwendungspotenziale für die Branche auf. Dabei wird deutlich, dass der Markt der KI-Startups für den Maschinenbau nicht nur durch eine hohe Investment- und Förderdynamik geprägt ist, sondern die Lösungen auch immer stärkeren Einsatz in der Industrie finden. „Startup-Aktivitäten sind ein starker Indikator für die Entwicklung von Zukunftsmärkten. Die Investitionsdynamik spiegelt die hohen finanziellen Erwartungen wider, die Investoren an die Automatisierung der Industrie hegen. Mit der Schlüsseltechnologie KI schaffen Startups die nächste Stufe bei der vernetzen Produktion. Und das erkennt auch der Maschinenbau und bringt sich in Position, um die Schwelle zu dieser Evolutionsstufe zu nehmen”, erläutert Dr. Robin Tech, Mitgründer und Geschäftsführer des Market-Intelligence-Unternehmens delphai, das maßgeblich an der Studienerstellung beteiligt war.
Schlüsseltechnologie mit breitem Anwendungspotenzial
Wie die Studie weiter zeigt, lassen sich mit Künstlicher Intelligenz Effizienzpotenziale in unterschiedlichen Anwendungsfeldern der industriellen Wertschöpfung umsetzen und neue Services und Geschäftsmodelle aufbauen. Dabei zeichnen sich für den Maschinenbau derzeit sechs Innovationscluster in besonderem Maße ab. Diese Innovationscluster umreißen Anwendungsfelder, in denen derzeit ein starkes Gründungsaufkommen verzeichnet werden kann und die von hoher Relevanz für den Maschinen- und Anlagenbau sind:
Process Monitoring & Operational Excellence: Datengestützte Überwachung und Optimierung der Produktions- und Geschäftsprozesse mittels digitaler Zwillinge
Product Inspection & Quality Control: KI-Lösungen zur Automatisierung der Qualitätssteuerung und -prüfung
Predictive Maintenance: KI-basierte vorausschauende Wartung zur Reduzierung ungewollter Stillstandszeiten und Verlängerung der Lebenszyklen betrieblicher Anlagen
Autonomous Factory & Process Automation: KI-basierte Automatisierungslösungen und Roboter in und außerhalb der Fabrik
Generative Design & Product Simulation: KI-unterstützte Erstellung technischer Entwürfe oder Simulationen von Produktions- und Einsatzumgebungen
Supply Chain Intelligence and Demand Forecasting: Optimierung der Lieferketten und Prognose der Produktnachfrage mittels KI
Europa braucht Lösungen für mehr Venture Capital
Obgleich Europa eine gute Wettbewerbsposition bei der Anzahl von innovativen KI-Gründungen für den industriellen Sektor hat, besitzt es Schwächen beim Investitionsökosystem. Die Studie zeigt, dass die USA und China bei der Anzahl von Finanzierungen und den Investitionsvolumina die Spitzenposition innehaben. Von den insgesamt 22 Finanzierungsrunden im dreistelligen Millionenbereich im Erhebungszeitraum 2010 bis 2020 entfielen neun auf chinesische Unternehmen, acht auf amerikanische, zwei auf japanische, und jeweils eine auf ein deutsches (Celonis) und ein israelisches Unternehmen (Innoviz). Europa benötigt daher verstärkt Ansätze, um Corporate Venture Capital in vielversprechende eigene Gründungen fließen zu lassen und damit die europäische Wirtschaft zu stärken. Dies braucht laut der Studie sowohl eine andere Einstellung in den Unternehmen als auch staatliche Maßnahmen zur Förderung des Innovations- und Investitionsökosystems.
Stand: 16.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die WIN-Verlag GmbH & Co. KG, Chiemgaustraße 148, 81549 München einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://kontakt.vogel.de/de/win abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Die Studie ist exklusiv für Mitglieder und kann unter future@vdma.org angefragt werden.