13.10.2021 – Kategorie: Management

IT-Freiberufler – die Kunst, stets gefragt zu sein

Quelle: Unsplash
Durch die Digitalisierung ist die Nachfrage nach IT-Fachkräften rasant gestiegen. Doch wie sieht der aktuelle Ausblick auf den Projektmarkt aus und wie müssen sich IT-Freiberufler zukünftig aufstellen?

Von Andreas Müller

Durch neue Arbeitsformen und veränderte Wertschöpfungsketten ist die Notwendigkeit entstanden, die Digitalisierung stärker voranzutreiben und Projekte schnell und zuverlässig umzusetzen. Gerade durch die Erfahrungen der vergangenen eineinhalb Jahren ist heute das Bewusstsein für die Bedeutung und Wichtigkeit der digitalen Transformation stärker denn je in den Köpfen der Entscheider verankert. Mehr noch: Der Nachholbedarf im Bereich der Digitalisierung wurde besonders offenkundig und viele der Lücken werden nun geschlossen. Für den Projekt- beziehungsweise IT-Freiberufler-Markt sind das zunächst gute Nachrichten. Dennoch lohnt sich ein genauer Blick auf das Marktgeschehen, um die richtigen strategischen Entscheidungen daraus abzuleiten. Denn die entscheidende Frage lautet: Was müssen IT-Freiberufler tun, um auch in Zukunft am Projektmarkt weiter erfolgreich zu sein?

Freiberufler: Die Garanten für Agilität und Digitalisierung

Neben ihrer fachlichen Expertise zeichnen sich Freiberufler ganz allgemein durch ihre Flexibilität aus. Dies zeigte sich einmal mehr während der Pandemie. Gerade als es im Rahmen der pandemiebedingten Beschränkungen für Unternehmen darum ging, die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und auszubauen, waren IT-Freiberufler unverzichtbar. Selten zuvor war die schnelle Verfügbarkeit von Fachwissen sowie Flexibilität so entscheidend.

Und auch wenn sich die Pandemie ohne Zweifel auch auf den IT-Projektmarkt deutlich auswirkte und viele Projekte erst einmal zum Stillstand kamen, reifte seither die Erkenntnis, welche Stärken Freiberufler besonders im Bereich der digitalen Transformation einbringen. Agilität und Flexibilität sind häufig der Schlüssel, wenn es um schnelle Marktreife oder die kurzfristige Bewältigung von komplexen technischen Herausforderungen geht.

Marktstudie: Zwischenbilanz am Projektmarkt 2021

Wie bereits eingangs ausgeführt, deuten die Vorzeichen am Projektmarkt auf eine grundsätzlich positive Entwicklung hin. Genau das konnte in einer jüngst von SOLCOM durchgeführten Marktstudie bestätigt werden: Die Zwischenbilanz am Projektmarkt sieht 2021 insgesamt deutlich besser aus als noch vor einem Jahr. Sowohl was die Projektakquise, die Projektauslastung, als auch die Stundensätze betrifft, sind deutliche Verbesserungen zu verzeichnen. 41,4 Prozent der Befragten gaben an, dass sich ihre Situation verbessert hat, für 48,1 Prozent verblieb sie auf dem gleichen Niveau und nur für 10,6 Prozent hat sich die Projektauslastung im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert.

Bei der Projektwahl hingegen entscheidet stärker noch als vor einem Jahr die Aufgabe und der Stundensatz. Während es vielen IT-Freiberuflern im ersten Pandemiejahr darum ging, überhaupt ein Projekt zu bekommen (27,2 Prozent), sagen dies nur mehr noch 13,5 Prozent. Auch hinsichtlich der räumlichen Nähe ist eine signifikante Verschiebung zu verzeichnen. Das zeigt: Die Unternehmen haben nun vermehrt auf Remote-Work umgestellt, sodass eine räumliche Nähe nicht mehr entscheidend ist. Während im vergangenen Jahr noch 40,9 Prozent der Befragten angaben, dass dies ein Faktor bei der Projektwahl war, bejahten dies 2021 gerade einmal noch 22,3 Prozent.

Die zukünftige Entwicklung des Projektmarkts

Diese Ergebnisse liefern wertvolle Erkenntnisse über die Zukunft des Projektmarktes. Zunächst einmal bietet die steigende Nachfrage für IT-Freiberufler mehr denn je die Chance, Projekte auszuwählen, die bestmöglich zu ihren Fähigkeiten und Skills sowie ihrer Planung passen. Auch die zunehmende räumliche Flexibilität eröffnet ein breiteres Feld an Möglichkeiten am Projektmarkt.

Gleichzeitig deutet die steigende Nachfrage darauf hin, dass der Fachkräftemangel nach wie vor eine Herausforderung für Unternehmen darstellt. Eine Folge davon ist, dass vor allem aufseiten der großen Unternehmen der Bedarf an einer längerfristigen Zusammenarbeit steigt. Um Projekte wie diese zuverlässig und sicher zu besetzen, setzen Großkunden häufig auf Personaldienstleister, die sowohl das fachliche Know-how als auch die entsprechenden vertraglichen Rahmenbedingungen zusammenbringen.

Die zunehmende Bedeutung von Fachwissen

Neben der rein quantitativ gestiegenen Nachfrage lässt sich derzeit aber auch eine qualitative Veränderung beobachten. Denn während es in den Jahren vor der Pandemie vor allem einzelne Branchen waren, in denen die IT-Freiberufler hauptsächlich zum Einsatz kamen, gibt es heute kaum mehr eine Branche, die hier keinen Bedarf hat. Für Freiberufler bedeutet dies, ein noch höheres Maß an Flexibilität aufzubringen, sowie bereit zu sein, Erfahrung in unterschiedlichen Branchen zu sammeln.

Darüber hinaus wird deutlich, dass am Projektmarkt ausgewiesene Spezialisten besonders gefragt sind. Grund dafür sind allen voran die immer komplexeren Technologien wie etwa aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz, Data Analytics und Data Science sowie dem Cloud-Computing. Das wichtige dabei ist: Technische Skills müssen heute nicht nur vorhanden, sondern immer auch Up-to-date sein. Weiterbildungen sind darum weiterhin das A und O für die eigene Zukunftsfähigkeit der IT-Freiberufler.

Fazit: Lebenslanges Lernen als Voraussetzung für den Erfolg

Ein Blick auf den aktuellen Projektmarkt hat gezeigt, wie gut die Aussichten für IT-Freiberufler derzeit sind und wahrscheinlich auf absehbare Zeit auch bleiben werden. Mehr denn je wird es auch in Zukunft für Unternehmen entscheidend sein, auf die Expertise und das Spezialwissen von IT-Freiberuflern zugreifen zu können. Dafür wird Rechtssicherheit ein immer wichtiger werdender Faktor, ohne dabei Einbußen an Agilität und Flexibilität verzeichnen zu müssen.

Wenn es um den zukünftigen Erfolg am Projektmarkt geht, sollten gerade Freiberufler in der IT-Branche neben der fachlichen Expertise vor allem die Bereitschaft haben, sich ständig in neue Technologien einzuarbeiten und methodisch in unterschiedlichen Arbeitsformen fit zu sein. Lebenslanges Lernen war und ist für IT-Freiberufler eine der wichtigsten Grundvoraussetzungen für den Erfolg am Projektmarkt. Diese Fähigkeit ist vielleicht der Kern der Kunst, stets gefragt zu sein.

Mehr Informationen finden Sie hier.


Bild: SOLCOM GmbH

Über den Autor:
Andreas Müller ist Mitbegründer und Gesellschafter der SOLCOM, einem der führenden branchenübergreifenden Projektdienstleister in den Bereichen IT, Engineering und Management Consulting. Seit mehr als 20 Jahren arbeitet SOLCOM als Partner global agierender Spitzenunternehmen. Als Bereichsleiter Organisation verantwortet er die Themen Bewerbermanagement, Datenmanagement und Office-Management und verfügt über umfassende Erfahrung im Projektmarkt.


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