Automatisierung als Schlüssel zur Effizienzsteigerung Lösungen für die Herausforderungen der Intralogistik

Von Daniel Oszczeda 4 min Lesedauer

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In der Intralogistik sind Automatisierung und innovative Technologien wie IO-Link und RFID entscheidend, um den Herausforderungen des Arbeitskräftemangels und steigenden Kundenanforderungen zu begegnen.

Lösungen für die Intralogistik: Die IO-Link-Topologie auf dem Förderband erstreckt sich von der Stromversorgung bis hin zu Condition-Monitoring-Sensoren.(Bild:  Balluff GmbH)
Lösungen für die Intralogistik: Die IO-Link-Topologie auf dem Förderband erstreckt sich von der Stromversorgung bis hin zu Condition-Monitoring-Sensoren.
(Bild: Balluff GmbH)

Der Intralogistiksektor steht vor mehreren zentralen Herausforderungen. Arbeitskräftemangel, hohe Fluktuation und eine alternde Belegschaft machen es für Lagerhäuser immer schwieriger, ihre Personalplanung zuverlässig zu steuern. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an Geschwindigkeit, Flexibilität und Nachhaltigkeit. Kunden erwarten schnelle, zuverlässige Lieferungen und eine präzise Bestandsübersicht über alle Kanäle hinweg – daher müssen intralogistische Systeme Nachfragespitzen bewältigen, ohne das Servicelevel zu beeinträchtigen.
 
In einem solchen Umfeld ist Automatisierung kein Luxus mehr – sie ist eine strategische Notwendigkeit. Der Mangel an qualifizierten Fachkräften sowie hohe Anfangsinvestitionen in große automatisierte Systeme bremsen die Einführung jedoch häufig aus. Deshalb setzen viele Unternehmen auf skalierbare, modulare Konzepte, um Risiken zu reduzieren.

Intelligente Lösungen für die Branche

In diesem Artikel wird erläutert, wie Automatisierungslösungen die Herausforderungen der Intralogistik adressieren und warum ihr Erfolg von intelligenter Integration und der strategischen Auswahl geeigneter Technologien abhängt. Diese Herausforderungen verdeutlichen die dringende Notwendigkeit intuitiver Technologien und um-fassender Schulungsprogramme, die Automatisierung zugänglich und nachhaltig machen.

Steuerungsarchitektur mit IO-Link

Jede Automatisierungslösung erfordert die Auswahl der passen-den Kommunikationstechnologie für den Datenaustausch zwischen allen Systemkomponenten und angeschlossenen Geräten. Die eingesetzte Technologie beeinflusst zahlreiche Aspekte – von Installations- und Inbetriebnahme-Aufwand bis hin zu einfacher Wartung und einem fehlerfreien Betrieb. Deshalb nutzen heute viele Unternehmen IO-Link als Rückgrat ihrer Automatisierungssysteme in der Intralogistik.

Vorteile und Einsatzmöglichkeiten von IO-Link

IO-Link bietet bedeutende Vorteile, die es zur bevorzugten Wahl in der Intralogistik machen. Es ist protokollunabhängig und funktioniert mit allen wichtigen industriellen Netzwerken. Der offene Standard ermöglicht die Kompatibilität mit Geräten von Hunderten von Anbietern und unterstützt sowohl kabelgebundene als auch drahtlose Optionen, einschließlich IO-Link Safety.

Die vereinfachte Verdrahtung mit Standard-3-Draht-Kabeln und gängigen M12-Steckern reduziert Kosten und Installationszeiten, da sie mehrere Schnittstellen ersetzt. IO-Link beschleunigt die Inbetriebnahme und bietet OEMs sowie Systemintegratoren mehr Designfreiheit. Dies führt zu höherer Transparenz und einfacher Wartung für Endnutzer und erleichtert SPS-Programmierung und Geräteparametrierung.
 
Die Drag-and-drop-Funktionalität ermöglicht die reibungslose Erstellung von Konfigurationsdateien für Profinet- und EtherCAT-Netzwerke mithilfe standardisierter IODD-Dateien. Dank Plug-and-Play minimiert IO-Link Ausfallzeiten, da der Geräteaustausch ohne erneute Programmierung erfolgt und das System automatisch die vorherigen Einstellungen übernimmt.

Predictive Maintenance und Condition Monitoring

Ein wesentlicher Beitrag zu höherer Produktivität und Effizienz ist die Reduzierung ungeplanter Ausfallzeiten. In intralogistischen Systemen gelten die Antriebe als kritischste Komponenten und werden üblicherweise mithilfe von Vibrations- und Temperatursensoren überwacht.
 
Der optimale Ansatz ist eine kontinuierliche Zustandsüberwachung mit fortschrittlichen Vibrations- und Temperatursensoren, die über integrierte Datenvorverarbeitung und intelligente Algorithmen verfügen. Diese Systeme ermöglichen die permanente Überwachung kritischer Komponenten - wie etwa Lager - durch frequenzselektive Analysen (FFT). Bei Bedarf können zudem spezifische Rohvibrationsdaten weitergegeben werden.

Arbeitskräftemangel, hohe Fluktuation und eine alternde Belegschaft machen es für Lagerhäuser immer schwieriger, ihre Personalplanung zuverlässig zu steuern.

Effizientes Condition Monitoring mit Balluff CMTK

Balluff CMTK ist ein Plug-and-Play-On-Premise-System für industrielles Condition Monitoring. Es ermöglicht eine schnelle Implementierung und nahtlose Integration in bestehende Umgebungen, ohne IT- oder Automationsnetzwerke zu belasten. Das CMTK unterstützt alle IO-Link-Sensoren, einschließlich fortschrittlicher BCM-Sensoren für Vibrations- und Temperaturüberwachung. Die Konfiguration und Visualisierung erfolgt browserbasiert, ohne zusätzliche Software. Dashboards, Trendanalysen und Alarmfunktionen ermöglichen eine proaktive Wartung. Das System lässt sich auf bis zu 44 Sensoren erweitern und unterstützt sowohl Auswertungen von Frequenzspektren als auch Trendanalysen.
 
So können Wartungsteams frühzeitig Unwuchten, Fehlausrichtungen oder Lagerprobleme erkennen. Algorithmen für die Erkennung von Anomalien analysieren kontinuierlich die Sensordaten und vergleichen Echtzeitwerte mit historischen Basislinien sowie definierten Grenzwerten, um potenzielle Fehler rechtzeitig zu identifizieren.

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<p>Das Bild zeigt eine automatisierte Logistikumgebung mit mehreren Elementen. Im Vordergrund befindet sich ein Fördersystem mit Rollen, auf dem schwarze Kisten bewegt werden. Auf der linken Seite ist ein Gabelstapler zu sehen, der mit einer Palette von Kisten beladen ist und gerade eine Halle betritt. Auf der rechten Seite befindet sich ein Industrieroboterarm, der eine Kiste greift. Die gesamte Anordnung ist auf Effizienz und Automatisierung in einem Lager- oder Verteilungsszenario ausgelegt, mit klarer Integration von Fördertechnik und Robotik zur Unterstützung logistischer Prozesse.<p>
Die Abbildung zeigt die Überwachung des Materialflusses mithilfe von RFID-UHF-Technologie, die eine präzise Nachverfolgung der Warenbewegungen im Lager ermöglicht.
(Bild: Balluff GmbH)

Die Kraft der 3D-Vision in Palettierung und Fulfillment

3D-Vision-Technologie revolutioniert Automatisierung in Palettierung und Fulfillment, indem sie Robotern präzises Sehen ermöglicht. Lösungen wie die Balluff „RC_Visard 3D-Kamera“ kombinieren Tiefenerkennung mit integrierter Intelligenz, sodass Roboter Position, Orientierung und Größe von Objekten erkennen – selbst in dynamischen oder chaotischen Umgebungen. Mit Softwaremodulen wie BoxPick (Depalettierung) oder ItemPick (Kommissionierung) liefern diese Systeme sofort nutzbare Greifkoordinaten an den Roboter – ganz ohne externe Rechner oder komplexe Programmierung.

Dies ermöglicht eine schnellere Implementierung, reduzierte Integrationskosten und höhere Flexibilität. Indem manuelles Kommissionieren ersetzt wird, spart 3D-Vision wertvollen Platz, erhöht Durchsatz und Genauigkeit und sorgt für einen reibungslosen Betrieb – selbst bei hoher Nachfrage.

In vielen Intralogistik-Bereichen spielt die RFID-Technologie eine entscheidende Rolle bei der Unterstützung der Automatisierung und der Steigerung von Effizienz sowie Rückverfolgbarkeit.

Zukunftssichere intralogistische Systeme schaffen

In der Intralogistik spielt die RFID-Technologie eine wichtige Rolle bei der Automatisierung und Steigerung von Effizienz sowie Rückverfolgbarkeit. Strategisch platzierte RFID-Lesegeräte erfassen Daten automatisch an Wareneingängen, in der Fördertechnik und an Lagerplätzen. Dies reduziert Fehler, beschleunigt Inventuren und sichert aktuelle Bestände.
 
RFID dokumentiert jede Bewegung eines Artikels und ermöglicht die automatisierte Aktualisierung von Beständen mit über 99 Prozent Genauigkeit. Zudem sorgt es für einen schnelleren Materialfluss: Förder- und Robotersysteme erkennen Artikel sofort. Die Integration ins Warehouse Management System (WMS) erleichtert Lagerplatzvergabe, optimiert die Kommissionierung und automatisiert Nachschubprozesse. Dies ermöglicht Mitarbeitenden, höherwertige Aufgaben zu übernehmen und schafft effiziente, zukunftssichere intralogistische Systeme.

Daniel Oszczeda ist Market Segment Manager bei Balluff EMEA.