Inklusion: So unterstützen Cobots Menschen mit Handicap

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Cobots sollen Menschen mit Behinderung mehr Teilhabe am Arbeitsleben ermöglichen: Das ist das Ziel eines gemeinsamen Projekts von Wertkreis Gütersloh, Rethink Robotics und der Universität Duisburg-Essen.
Cobots

Quelle: Lina Nikelowski

Zum Projektstart übergab Rethink Robotics (Hahn Group) zwei Cobots an den Berufsbildungsbereich des Wertkreis Gütersloh und den Lehrstuhl für Fertigungstechnik der Universität Duisburg-Essen.

Die beiden mit Menschen kollaborierenden Roboter bilden den Grundstein für die gemeinsame Arbeit im Bereich „Inklusion 4.0 mit kollaborierenden Systemen“. Der Einsatz von Robotertechnologie und Cobots soll Menschen mit Behinderungen mittels neuartiger Applikationen und angepassten Arbeitsprozessen bessere Chancen für Inklusion, Bildung und Teilhabe eröffnen.

Cobots übernehmen die Qualitätskontrolle

Zu den Anwendungsbereichen der Cobots gehören die Durchführung von Qualitätskontrollen direkt am Montage-Arbeitsplatz ebenso, wie die automatisierte Bearbeitung von Produktionsspitzen. Damit sollen im Rahmen der Kooperation Systeme entwickelt werden, die auch Menschen mit Behinderungen oder Menschen ohne sprachliches Ausdrucksvermögen in die Lage versetzen, komplexe Arbeitsaufträge selbstständig umzusetzen. Eine Voraussetzung für die Nutzung dieser Systeme ist, dass sie einfach zu programmieren sein müssen. Cobot Sawyer erfüllt diese Bedingungen mit seiner intuitiven Bedienung und Programmierung sowie der Flexibilität im Einsatz und dem freundlichen Design.

„Die Einsatzbereiche kollaborativer Robotik sind sehr vielseitig,“ erklärt Daniel Bunse, CEO von Rethink Robotics. „Cobots können im Betrieb unterstützende Tätigkeiten übernehmen, die sich sehr oft wiederholen. Somit assistiert der Cobot dem Menschen im Arbeitsablauf und entlastet ihn.“

Cobots fördern die Inklusion behinderter Menschen

Michael Buschsieweke, Geschäftsführer der Wertkreis Gütersloh gGmbH, erklärt: „Genau solche digitalen Assistenzformen sind ein Zukunftsmodell für Menschen mit Handicap. Im Idealfall werden sie irgendwann einmal so selbstverständlich sein, wie Seh- und Gehhilfen. Einfach ein Werkzeug, das Menschen in die Lage versetzt, am Arbeitsmarkt teilzuhaben. Wir freuen uns, dass wir mit den Sawyer Cobots, an diese Techniken noch besser heranführen können und im Rahmen der Nutzung Kompetenz und Selbstbewusstsein gleichermaßen stärken.“

„Dass Werkstätten für Menschen mit Behinderung als Inkubatoren für neue Systeme genutzt werden, ist ein Ansatz, mit dem wir schon in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht haben“, sagt Holger Dander, Projektleiter am Lehrstuhl für Fertigungstechnik der Universität Duisburg-Essen. „In dieser Umgebung muss der Mensch im Mittelpunkt stehen, damit die Interaktion von Mensch und Maschine funktioniert. Lösungen, die sich hier bewährt haben, lassen sich dann sehr einfach und schnell auch auf andere Bereiche der Arbeitswelt übertragen.“

Paradigmenwechsel im Umgang mit digitaler Assistenztechnik

Der Gütersloher Sozialdienstleister Wertkreis hat sich bereits seit mehreren Jahren einen Paradigmenwechsel im Umgang mit digitaler Assistenztechnik in der Eingliederungshilfe auf die Fahne geschrieben. Für die Entwicklung des Systems „DIAZ“ wurden die ostwestfälischen Inklusionsspezialisten in diesem Jahr für den Inklusionspreis des Landes NRW nominiert. Die Wissenschaftler am Lehrstuhl für Fertigungstechnik der Universität Duisburg-Essen arbeiten seit mehreren Jahren an der Fragestellung, wie kollaborierende Robotik in Arbeitsprozesse integriert werden. Im Jahr 2018 wurden sie mit dem Inklusionspreis des Landes NRW ausgezeichnet.

Im Bild (von links nach rechts):Volker Miegel (Hahn Group), Daniel Bunse (Rethink Robotics), Hannes Gruschinski (Rethink Robotics), Anja Große-Coosmann (Wertkreis Gütersloh gGmbH), Carolin Reckmeyer (Wertkreis Gütersloh gGmbH), Patrick Adler (Universität Duisburg-Essen), Rudolf Stüker (Wertkreis Gütersloh gGmbH), Holger Dander (Universität Duisburg-Essen), Jannik Stach (Universität Duisburg-Essen). Bild: Lina Nikelowski

Lesen Sie auch: Robotik: So unterstützt die Industrie den Kampf gegen Covid-19

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