Netzwerkcontroller Industrielle Kommunikation: Herausforderungen meistern mit netX

Von Julius Abraham 3 min Lesedauer

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Die industrielle Kommunikation steht vor großen Herausforderungen: Mehr Protokolle, höhere Echtzeitanforderungen und heterogene Anlagen rufen nach flexiblen Lösungen. Gleichzeitig gewinnen Sicherheitsvorgaben und Technologien wie TSN oder SPE an Bedeutung. Hilscher begegnet dieser Entwicklung mit dem Netzwerkcontroller netX 90.

Die Kommunikationslösungen von Hilscher basieren auf der netX-Technologie.(Bild:  Hilscher)
Die Kommunikationslösungen von Hilscher basieren auf der netX-Technologie.
(Bild: Hilscher)

Die industrielle Produktion ist ohne zuverlässige Kommunikation nicht denkbar. Steuerungen, Sensoren, Antriebe und Feldgeräte müssen Daten in Echtzeit austauschen, damit Prozesse stabil und effizient ablaufen. Gleichzeitig steigt die Zahl unterschiedlicher Kommunikationsprotokolle kontinuierlich. Maschinen- und Anlagenbauer benötigen daher Lösungen, die diese Vielfalt beherrschen, ohne bei jeder neuen Anforderung grundlegende Anpassungen vornehmen zu müssen.

Herausforderungen in der industriellen Kommunikation

Die Anforderungen an Kommunikationssysteme in der Industrie sind hoch:

  • Protokollvielfalt: Unterschiedliche Märkte und Anwendungen setzen auf verschiedene Standards wie PROFINET, EtherCAT oder EtherNet/IP. Hersteller von Automatisierungskomponenten müssen daher mehrere Varianten anbieten, um international wettbewerbsfähig zu bleiben.
  • Echtzeitfähigkeit: Viele Prozesse erfordern Reaktionszeiten im Millisekunden-Bereich. Kommunikationssysteme müssen deterministisch arbeiten und dürfen keine Verzögerungen verursachen.
  • Integration in heterogene Anlagen: Produktionslinien bestehen oft aus Alt- und Neuanlagen verschiedener Hersteller. Schnittstellen und Gateways müssen sicherstellen, dass auch Geräte mit Legacy-Protokollen wie PROFIBUS oder CC-Link eingebunden werden können.
  • Security-Anforderungen: Mit dem zunehmenden Vernetzungsgrad rücken Schutzmechanismen gegen unbefugten Zugriff und Cyberangriffe stärker in den Fokus. Neue Regularien wie der Cyber Resilience Act verlangen Sicherheitskonzepte von Anfang bis Ende – von der Produktidee bis zum End of Life und Außerbetriebnahme.
  • Zukunftsfähigkeit: Trends wie Time Sensitive Networking (TSN), Single Pair Ethernet (SPE) oder Gigabit-Kommunikation erfordern eine Plattform, die neue Standards unterstützt, ohne dass bestehende Systeme obsolet werden.

netX 90: kompakt und vielseitig

Wie Cybersecurity zum Wettbewerbsvorteil wird, erfahren Besucher der Fachmesse SPS am Stand von Hilscher in Halle 5.(Bild:  Hilscher)
Wie Cybersecurity zum Wettbewerbsvorteil wird, erfahren Besucher der Fachmesse SPS am Stand von Hilscher in Halle 5.
(Bild: Hilscher)

Der Netzwerkcontroller netX 90 wurde von Hilscher speziell für diesen Bedarf entwickelt. Er vereint zahlreiche Protokolle auf einer Plattform und ermöglicht es, durch einfache Anpassungen zwischen verschiedenen Kommunikationsstandards zu wechseln. Das reduziert den Entwicklungsaufwand, da keine neue Hardware erforderlich ist, wenn sich Marktanforderungen ändern.

Neben der Protokollflexibilität spielt auch die Sicherheit eine zentrale Rolle. Der netX 90 integriert Sicherheitsfunktionen, die den Anforderungen aktueller und kommender Standards entsprechen. Damit ist er auf eine Nutzung in Umgebungen vorbereitet, in denen Security-by-Design zunehmend vorgeschrieben wird.

Plattformversprechen als Basis

Mit netX gibt Hilscher ein Plattformversprechen: Hardware, Software und Services sind aufeinander abgestimmt und kommen aus einer Hand.(Bild:  Hilscher)
Mit netX gibt Hilscher ein Plattformversprechen: Hardware, Software und Services sind aufeinander abgestimmt und kommen aus einer Hand.
(Bild: Hilscher)

Die technologische Basis von Hilscher ist der Plattformgedanke: Hardware, Protokollsoftware, Treiber, Konfigurationstools und Support werden konsistent aus einer Quelle bereitgestellt. Dieses Konzept erleichtert es Entwicklern, sich einmal in die Technologie einzuarbeiten und diese anschließend in unterschiedlichen Formfaktoren – vom Chip über Embedded-Module und Gateways bis hin zur fertigen PC-Karte – einzusetzen.

Die Vorteile sind

  • reduzierte Integrationsrisiken,
  • hohe Zukunftssicherheit durch die Weiterentwicklung aufkommender Standards wie TSN oder SPE.

netX – Über 24 Millionen Netzwerkknoten weltweit

Wie solche Ansätze in konkreten Projekten umgesetzt werden, zeigen die zahlreichen Netzwerkknoten weltweit, welche bereits auf netX basieren, darunter bei:

  • Hanwha Robotics: In fahrerlosen Transportsystemen für die Halbleiterfertigung kommt das netX-basierte netHOST-Controller-Gateway zum Einsatz. Es sorgt für stabile Datenübertragung und verhindert Ausfälle in der Motorsteuerung – eine zentrale Voraussetzung für den sicheren Umgang mit empfindlichen Wafern.
  • More Robots: Beim Einsatz von Kawasaki- und JAKA-Robotern musste eine Schnittstelle zwischen Powerlink und EtherNet/IP geschaffen werden. Mit dem netTAP 100 RE-EN konnte diese Übersetzung ohne tiefgreifende Eingriffe in die bestehende Steuerung realisiert werden.Diese Beispiele verdeutlichen, dass industrielle Kommunikation nicht nur eine Frage der Technologie, sondern auch der praktischen Integration in heterogene Anlagenlandschaften ist. Mit Lösungen wie dem netX 90 und dem Plattformansatz verfolgt Hilscher das Ziel, industrielle Kommunikation flexibel, sicher und langfristig nutzbar zu machen. Für Hersteller bedeutet das weniger Aufwand in der Entwicklung, für Betreiber eine stabile Basis für die Datenkommunikation ihrer Produktionsprozesse.

3 Fakten zum Cyber Resilience Act

  • Security by Design wird Pflicht: Der CRA verlangt, dass Security von Anfang an Teil der Produktentwicklung ist. Hersteller müssen einen dokumentierten Secure Development Lifecycle etablieren. Dazu gehören Risikobewertungen, sichere Standardkonfigurationen und ein verpflichtendes Patch-Management für den gesamten Unterstützungszeitraum.

  • Updatefähigkeit und Meldepflichten: Alle vernetzten Produkte müssen updatefähig sein, Schwachstellen sind zeitnah zu schließen. Zudem gilt eine 24-Stunden-Meldepflicht bei bekannt gewordenen Sicherheitsvorfällen gegenüber dem BSI oder anderen Behörden. Diese Verpflichtung betrifft neue Produkte, kann aber auch Bestandsprodukte betreffen, falls diese wesentliche Änderungen erfahren.

  • Klassifizierung und CE-Konformität: Der CRA erweitert die CE-Kennzeichnung um Cybersecurity. Produkte werden in „wichtige“ und „kritische“ Kategorien eingeteilt. Je nach Klassifizierung reicht eine Eigenerklärung nicht mehr aus – Hersteller benötigen dann eine externe Zertifizierung durch einen Notified Body. Änderungen an der Zweckbestimmung oder Funktionalität können eine neue CE-Bewertung erforderlich machen.

Julius Abraham ist Marketing-Manager bei der Hilscher Gesellschaft für Systemautomation mbH.

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