08.04.2022 – Kategorie: Hardware & IT

Industrie-PC koordiniert Messgeräte bei nuklearen Notfällen

Quelle: Sved Oliver/AdobeStock

Bei einem nuklearen Notfall liefern die zehn Einsatzfahrzeuge des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) alle konkreten und regionalen Informationen für die Lagebeurteilung. An Bord sorgt jeweils ein Industrie-PC von Efco für die Koordination der Messgeräte sowie die Aufbereitung und Übermittlung der Daten in Echtzeit.

Allein das Wort „Tschernobyl“ löst sofort Assoziationen mit der Reaktorkatastrophe aus, die die Bundesrepublik 1986 völlig unvorbereitet traf. Am 30. März 2022 befürchtete die ukrainische Seite, dass sich eine „nukleare Katastrophe wiederholen könnte“, so die stellvertretende ukrainische Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk. Grund dafür ist, dass in der Atomruine Munition explodieren könnte. Die Situation hat sich inzwischen zwar leicht entspannt, aber solange der Ukrainekrieg andauert, besteht die Gefahr, dass konventionelle Waffen einen nuklearen Notfall auslösen.

Sollte dies eintreten, wäre die Bundesrepublik aber weit besser gerüstet als 1986. Allein das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) misst mit rund 1.800 Sonden permanent die ionisierende Strahlung vor Ort. Deren Messwerte werden von Gamma-Spektrometern ergänzt, eingebaut in den zehn über die Bundesrepublik verteilten Mess- und Einsatzfahrzeugen des BfS. Die Aufgabenteilung zwischen den ortsfesten Sonden und den mobilen Messtellen in den Fahrzeugen beschreibt Dr. Daniel Esch, wissenschaftlicher Referent beim BfS am Standort Salzgitter, anschaulich mit einem Vergleich: “Die Sonden sehen, dass irgendwo eine Party ist. Die mobilen Einsatzfahrzeuge können zudem erkennen, wer auf der Party ist, wer dort den meisten Krach macht – aber auch, ob Leute dabei sind, die nicht eingeladen wurden.” Stand 30. März 2022 konnte das BfS Entwarnung geben – zu messen gäbe es lediglich sehr leicht erhöhte Werte, die vermutlich durch Waldbrände in der Region Tschernobyl in die Atmosphäre gewirbelt wurden.

Robuster Industrie-PC hält auch Spannungsschwankungen aus

Für die Koordination der Messgeräte im Fahrzeug, die Aufbereitung der Daten sowie die Datenübertragung wird im Extremfall nicht nur eine hohe Rechenleistung benötigt – der Rechner muss auch mit dem mobilen Einsatz aus dem Fahrzeug bestens zurecht kommen. Dazu zählen Spannungsschwankungen oder Spannungsspitzen auf dem Bordnetz ebenso wie Außentemperaturen deutlich unter null Grad oder heftiges Schütteln auf schlecht befestigten Straßen.

Um – gerade unter Stressbedingungen – die Bedienung der gesamten Anlage möglichst einfach zu halten, nutzt das BfS die 16 digitalen IOs der IPCs zur Koordination der Messgeräte an Bord und erspart sich damit den Hard- und Software-Aufwand für eine zusätzliche Ablaufsteuerung. Da die IPCs vollständig ohne Lüfter auskommen und lautlos arbeiten, entstehen im Fahrzeug keine Dauergeräusche, welche die Mitarbeiter des BfS zusätzlich belasten würden.

Kurze Kommunikationswege

Die Auftragsvergabe erfolgte im Rahmen einer Ausschreibung. Trotz der geringen Stückzahl hat Efco seinen Kunden BfS über die gesamte Projektlaufzeit individuell betreut. Auf die Frage, was ihm in der Zusammenarbeit positiv aufgefallen ist, muss Dr. Esch nicht lange nachdenken: „Kompetente Ansprechpartner in meiner Zeitzone, mit denen ich technische Details am Telefon ausführlich diskutieren kann, ohne eine Fremdsprache benutzen zu müssen.“

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