Industrie 4.0: Drei Mythen entweiht

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Was kann das Internet der Dinge wirklich – fernab vom Hype? Noch ist vieles unklar. Den aus seiner Sicht drei größten Mythen ging Dan Somers nach. Er ist CEO von Warwick Analytics und sprach gestern im Forum Industrie 4.0 auf der Hannover Messe 2015.
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Was kann das Internet der Dinge wirklich – fernab vom Hype? Noch ist vieles unklar. Den aus seiner Sicht drei größten Mythen ging Dan Somers nach. Er ist CEO von Warwick Analytics und sprach gestern im Forum Industrie 4.0 auf der Hannover Messe 2015.

Mythos 1: „Schlechte Erträge und niedrige Qualität wird es nicht mehr geben.“

Mehr Daten, mehr Wissen – klingt wunderbar. Gerade in der Fertigung sollten Fehler damit doch eigentlich vorbei sein. Eigentlich. Tatsächlich wurden im letzten Jahr mehr Autos und Geräte zurückgerufen denn je. Laut Somers liegt das paradoxerweise an der höheren Innovationskraft in der Industrie. Produkte kommen schneller auf den Markt – nicht immer bis ins Detail getestet. Einen Ausweg sieht Somers in den präziseren Frühwarnsystemen, die mit Big-Data-Lösungen möglich werden. Damit ließen sich auch Fehler aufspüren, die beispielsweise bei einem Auto erst nach monatelangem Einsatz auftreten. Aber: Entscheider sollten ihre Erwartungen nicht zu hoch ansetzen „Zero Defect ist unrealistisch“, so Somers.

Mythos 2: „Big Data ist der Schlüssel zum Erfolg.“

Die Datenflut in den Fabriken kann tatsächlich völlig neue Geschäftschancen eröffnen. Doch Unternehmen müssen dafür auch bereit sein – allen voran die Mitarbeiter. Die größten Hürden seien laut Warwick Analytics nämlich nicht die technischen Systeme, sondern fehlendes Know-how der Mitarbeiter, und zu wenige Schulungen. Die Empfehlung: die richtigen Leute auf das Projekt setzen und klare Use-Cases erstellen.

Mythos 3: „Je mehr wir analysieren können, desto besser.“

Heute sind Prognosen möglich, die um ein Vielfaches präziser und zuverlässiger sind, als noch vor wenigen Jahren. Das Risiko dabei: Wir vertrauen den Ergebnissen zu leichtfertig. Ausgerechnet Datenspezialist Google ist dafür das Paradebeispiel. Mit Google Flu Trends wollte das Unternehmen auf Basis von Suchanfragen ermitteln, wo die nächste Grippewelle auftreten wird. Das Projekt ist auf ganzer Linie gescheitert. Der Grund, so Dan Somers, sind falsche Hypothesen. „Setzen Sie nicht zu viel als gegeben voraus“, lautet denn auch sein Appell. Weil Analysen auf Knopfdruck möglich sind, würden heute oft Daten ausgewertet, ohne die statistischen Hintergründe zu verstehen. Grundlegende Validierungen seien daher so wichtig wie nie.

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