Im Zentrum der digitalen Transformation steht das Industrial Metaverse. Es verspricht, die Art und Weise, wie Produkte entworfen und produziert werden, grundlegend zu verändern. Was sind die Vorteile?
(Bild: Deemerwha studio/AdobeStock)
Die einen sprechen von Transformation, die anderen von der vierten Industriellen Revolution – letztendlich meinen sie dasselbe: Es ist an der Zeit, die Industrie für die zukünftigen Herausforderungen zu rüsten. In einer Welt mit immer dynamischeren und volatileren Märkten steht ein grundlegendes, branchen- und produktübergreifendes Konzept im Fokus: Sparen durch Innovation. Einen vielversprechenden Ansatz dazu bietet das Industrial Metaverse.
Das Metaverse ist seit einigen Jahren ein großes Thema und ein bislang unerfülltes Versprechen, in das Technologiekonzerne wie Apple und Google Milliarden investiert haben. Facebook nannte sich 2021 optimistisch in Meta Platforms um. Während das kommerzielle Metaverse bisher kaum greifbare Fortschritte gemacht hat und den Alltag der Verbraucher noch nicht wesentlich beeinflusst, hat das Industrial Metaverse bereits bedeutende Schritte in Richtung Zukunft gemacht.
Die Diskussion über die vierte Industrielle Revolution zeigt, dass die Industrie vor enormen Herausforderungen steht. Unternehmen müssen sich an eine dynamische und volatile Marktlandschaft anpassen. Im Mittelpunkt dieser Transformation steht ein einfaches, jedoch entscheidendes Konzept: Innovation als Schlüssel zur Kostensenkung.
Datengestützte Wertschöpfungskette
Dank Industrial Metaverse und vernetzten Unternehmen entstehen nie wieder Datensilos.
(Bild: VicenSanh/AdobeStock (generiert mit KI))
Das Industrial Metaverse ist nicht einfach ein Trend, sondern ein wesentlicher Schritt in Richtung einer vernetzten, datengestützten Zukunft. Es basiert auf Technologien wie dem Internet der Dinge (Internet of Things; IoT) und der Industrie 4.0, die die physische und virtuelle Welt miteinander verbinden. Diese Integration ermöglicht es Unternehmen, Produktions- und Logistikdaten in Echtzeit zu verwalten, was signifikante Wettbewerbsvorteile schafft. Durch die Erfassung und Analyse von Daten in Echtzeit können Unternehmen schneller auf Marktveränderungen reagieren und fundierte Entscheidungen treffen.
Ein zentrales Element des Industrial Metaverse ist der Digital Thread. Dieser digitale rote Faden verknüpft die relevanten Datenströme in Echtzeit und schafft eine kontinuierliche Verbindung zwischen Produkten, Prozessen und Ressourcen. Die Vernetzung ist entscheidend, um auf Basis der Daten die gesamte eigene Wertschöpfungskette effizient zu gestalten. Unternehmen, die den Digital Thread implementieren, sind in der Lage, sämtliche wichtigen Informationen zu konsolidieren.
Von der Theorie zur Praxis
Der Schlüssel zur erfolgreichen Umsetzung des Industrial Metaverse liegt in der Entwicklung einer individuellen Roadmap für jeden Betrieb. Unternehmen wie die EDAG Production Solutions setzen auf offene Plattformen und Open-Source-Tools, um die Interoperabilität zwischen allen Systemen zu gewährleisten. Durch diese Strategie vermeiden sie einen Vendor Lock-in, der viele Unternehmen daran hindert, die besten verfügbaren Technologien zu nutzen. Die Wahl einer flexiblen und offenen Plattform ist entscheidend, um sich schnell an sich ändernde Marktbedingungen anpassen zu können und Risiken zu reduzieren.
Agilität durch Echtzeit-Datenintegration
Die simultane Erfassung und Analyse von Produktions- und Logistikdaten ermöglicht eine Verwaltung in Echtzeit.
(Bild: panuwat/AdobeStock)
Ein effektiver Produktentstehungsprozess erfordert die Integration externer Kompetenzen und Ressourcen. Das bloße Sammeln relevanter Daten reicht dabei nicht mehr aus; es muss in Echtzeit geschehen. Traditionelle, meilensteinbasierte Ansätze führen häufig zu Blindleistung und erhöhen die Kosten. Dagegen ermöglicht der agile Ansatz im Industrial Metaverse eine kontinuierliche und direkte Zusammenführung von Daten aus verschiedenen Disziplinen, was die Geschwindigkeit und Effizienz der Produktentwicklung erheblich steigert.
Grundlage für interaktive Simulationen schaffen
Im Industrial Metaverse spielt zudem der Digitale Zwilling eine zentrale Rolle. Er ermöglicht nicht nur die Visualisierung von Produktionsprozessen, sondern auch interaktive Simulationen. Durch diese Simulationen können Prozesse bereits in der Planungsphase optimiert werden, bevor eine Produktionsstätte realisiert ist. Dies fördert eine flexible Produktionsgestaltung und erlaubt es Unternehmen, schnell auf Veränderungen am Markt zu reagieren und Anpassungen vorzunehmen.
Mensch und Maschine: eine symbiotische Beziehung
Im Industrial Metaverse bleibt der Mensch im Mittelpunkt. Die umfassende Einbindung von Kunden und Endnutzern in die virtuelle Umgebung erleichtert den Wissenstransfer mit ihnen und fördert die Akzeptanz neuer Systeme. Intuitive Bedienoberflächen sind entscheidend, um die Komplexität des virtuellen Abbilds physischer Systeme beherrschbar zu machen. Das industrielle Metaverse trägt auch zu einer nachhaltigeren Produktion bei. Virtuelle Schulungen und digitale Prototypen schonen Ressourcen und reduzieren den CO2-Ausstoß. Durch den Einsatz von Predictive Analytics und die Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) wird die Wartung von Anlagen optimiert, was deren Lebensdauer verlängert und Betriebskosten senkt. Unternehmen, die Nachhaltigkeit in ihre Produktionsprozesse integrieren, positionieren sich also nicht nur als umweltbewusst und verbessern ihr Image, sondern profitieren auch von Kosteneinsparungen.
Stand: 16.12.2025
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Fazit: Mehr als nur ein kurzfristiger Trend
Das Industrial Metaverse stellt einen revolutionären Schritt dar, der die Industrie effizienter, flexibler und nachhaltiger macht. Unternehmen, die das Konzept frühzeitig umsetzen, sichern sich einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil und gestalten die Zukunft der Produktion aktiv mit. Mit dem industriellen Metaverse wird die Verbindung von Technologie und Mensch neu definiert und es bietet die Möglichkeit, innovative Lösungen für komplexe Herausforderungen zu entwickeln. Die Zeit zum Handeln ist jetzt. Unternehmen, die die Chancen des Industrial Metaverse nutzen, werden nicht nur ihre Produktionsprozesse optimieren, sondern auch die Grundlage für zukünftiges Wachstum und Innovation schaffen. Die kommenden Jahre werden entscheidend sein, um wichtige Technologien zu implementieren und das volle Potenzial des Industrial Metaverse auszuschöpfen.
Dipl.-Ing. Robert Rech ist Leitender Berater für Prozesse, Methoden & Tools der EDAG Group.