hyperMILL und hyperCAD im Einsatz bei Reverie

Von Adrian Smith

Als Simon Farren vor 13 Jahren Reverie Ltd. in Colchester, Essex, mit Schwerpunkt auf hochwertige Karbonfaserersatzteile für den Motorsport gründete, war der große Erfolg für den ehemaligen Lotus-Ingenieur nicht abzusehen. Anfangs stellte er allein Karosserieteile und Paneele aus vorimprägnierten Glasfasern, Kevlar und Karbonfasern her, um das Gewicht des Lotus 340R zu verringern. Doch die Nachfrage wuchs und immer mehr der weltweit etwa 9.000 „Lotus Elise“-Fahrer orderten die leichten Teile.
Einen weiteren Wachstumsschub erhielt die Werkstatt, die über einen eigenen Autoklave-Ofen für die Herstellung von Karbonfasern verfügt, als sie einen „Petronas FP1“-Superbike-Vertrag gewann. Die Arbeit für das Team des Weltmeisters Carl Fogarty legte den Grundstein für das weitere Wachstum und Simon Farren investierte in die technische Ausstattung seines Unternehmens. 
Als Simon Farren vor 13 Jahren Reverie Ltd. in Colchester, Essex, mit Schwerpunkt auf hochwertige Karbonfaserersatzteile für den Motorsport gründete, war der große Erfolg für den ehemaligen Lotus-Ingenieur nicht abzusehen. Anfangs stellte er allein Karosserieteile und Paneele aus vorimprägnierten Glasfasern, Kevlar und Karbonfasern her, um das Gewicht des Lotus 340R zu verringern. Doch die Nachfrage wuchs und immer mehr der weltweit etwa 9.000 „Lotus Elise“-Fahrer orderten die leichten Teile.
Einen weiteren Wachstumsschub erhielt die Werkstatt, die über einen eigenen Autoklave-Ofen für die Herstellung von Karbonfasern verfügt, als sie einen „Petronas FP1“-Superbike-Vertrag gewann. Die Arbeit für das Team des Weltmeisters Carl Fogarty legte den Grundstein für das weitere Wachstum und Simon Farren investierte in die technische Ausstattung seines Unternehmens.

 

Reverie war über Jahre gut im Geschäft, in gewisser Weise sogar zu gut. Simon Farren erklärt: „Jeden Monat gaben wir viel Arbeit an Subunternehmer weiter. Finanziell war das nicht weiter kritisch, aber die Verfügbarkeit war ein Problem. Wir nutzten führende Motorsportzulieferbetriebe, die uns aber jeweils nur bis Dezember adäquat unterstützen konnten. Dann wurden diese Unternehmen von den Formel-1-Teams mit Entwicklungsarbeit für die kommende Saison gebucht. Die Nebenwirkung war, dass wir angesichts der Auslastung in unserer Lieferkette darum kämpfen mussten, die Zeitvorgaben unserer Kunden einhalten zu können.“Im Juli 2012 kaufte Reverie ein Thermwood-5-Achs-Bearbeitungszentrum sowie hyperCAD und hyperMILL von OPEN MIND. „Durch die Anschaffung unserer eigenen CNC-Maschine und der CAD-/CAM-Software konnten wir unsere Lieferzeiten extrem verkürzen und wir haben allein in den ersten zwölf Monaten über 150.000 britische Pfund an Kosten für Subunternehmer gespart“, sagt Farren. „Außerdem eröffneten sich neue Geschäftsmöglichkeiten für unser Unternehmen.“
Diese neuen Geschäftsmöglichkeiten haben den Umsatz innerhalb von zwölf Monaten um etwa 30 Prozent steigen lassen, wobei Reverie jetzt wesentlich weniger von der Arbeit im Motorsport abhängig ist. Zuvor hatte das Unternehmen aus Essex eine Auslastungsaufteilung von 80 Prozent Aufträgen aus dem Motorsport und 20 Prozent aus anderen Bereichen. Jetzt arbeitet man mit einer Auslastungsaufteilung von 60 zu 40 Prozent, stützt sich dabei auf seine eigene Produktpalette und eröffnet sich Märkte in der Elektronik und der Telekommunikation. Und all dies dank der Investition in die Thermwood-Maschine sowie in die hyperMILL- und hyperCAD-Software. 

Wahl der richtigen Werkzeuge

Bei der Auswahl einer CAD-/CAM-Software waren die wichtigsten Punkte für Reverie die Betreuung vor Ort, der Service sowie die einfache Bedienung und Funktionalität. Diese Kriterien waren maßgebend, da das Unternehmen wenig Erfahrung mit 5-Achs-Fräsmaschinen oder CAM/CAD-Paketen hatte. Das OPEN-MIND-Team zeigte Reverie hyperMILL und hyperCAD, mit denen sich das Unternehmen sofort anfreundete. Simon Farren erinnert sich: „Die Präsentation war verständlich, beantwortete unsere Fragen und das Paket schien uns sehr intuitiv und einfach zu handhaben. Dieses Set war ganz anders als das, was uns andere CAM/CAM-Anbieter gezeigt hatten.“
„Wir stellen Aluminium- und Epoxidharzmuster her sowie Werkzeuge für Stempel- und Matrizenformen für alle unsere vorimprägnierten Epoxy-Teile und -Werkzeuge. Wir konstruieren Teilmodelle in SolidWorks und transferieren diese Daten über eine Schnittstelle an hyperCAD. Das erlaubt uns, ein CAD-Modell für die nötige Werkzeugbestückung oder Verlegemuster und Add-in-Features zu erstellen, beispielsweise Trennlinien, Dübellöcher, gebohrte Löcher, Gewinde oder Reißlinien für EOP und das Trimmen jeglicher Überschüsse nach der Herstellung. So kann unser Fertigungsteam die gesamte Vorproduktion überwachen. Das stellt sicher, dass das Werkzeug auch wirklich passt, bevor die Datei nach hyperMILL exportiert wird, damit die Werkzeugwege für die Maschine generiert werden“, erläutert Farren die Arbeitsweise.

Intuitiv und benutzerfreundlich

Über die Erfahrung mit OPEN MIND sagt der Fertigungsingenieur von Reverie, Peter Farndell: „CAM-Pakete waren für mich etwas ganz Neues. Als ich aber mit dem Auswahlprozess anfing, war schnell klar, dass hyperMILL allen anderen Alternativen weit überlegen war. Außerdem ist das System sehr intuitiv und benutzerfreundlich – für jemanden, der sich mit CAM-Lösungen kaum auskennt, ein äußerst wichtiger Aspekt. OPEN MIND wollte uns die Umstellung erleichtern. Deshalb wurden wir erst in hyperCAD eingewiesen, dann in hyperMILL in dreiachsige Teile, bevor wir zu einer kompletten 5-Achs-Bearbeitung vorstießen. Sie lieferten uns auch sämtliche Postprozessoren. So erhielten wir eine durchgängige Lösung aus einer Hand. “
Farndell führt weiter aus: „Das Feature zum Ebenenschlichten hat die Produktivität bei der Kavitätenbearbeitung unserer Spritzgussformwerkzeuge deutlich erhöht, während wir gleichzeitig das Oberflächen-Finish verbessern. hyperMILL bietet außerdem einen Konturfräszyklus, den wir mit großem Erfolg zum Trimmen der Kanten unserer Karbonfaserkomponenten einsetzen.“

hyperMILL steigert die Produktivität

Beispiele zeigen den Nutzen der auf einer gemeinsamen Datenbasis arbeitenden Programme hyperCAD und hyperMILL. Die allererste Arbeit, die vollständig damit ausgeführt wurde, war ein Epoxidharz-Stempelmuster für eine 6-Zylinder-Airbox. Hierfür wurde ein Spritzgussformwerkzeug aus Karbon benötigt. Dann passte Reverie ein Nebelölersystem ein und fräste legierte Spritzgussformen, die vorher extern mit einer Lieferzeit von 21 Tagen hergestellt wurden. Mit dieser Zeitskala hätte das Unternehmen den Auftrag nie gewinnen können. Durch den Einsatz von hyperCAD und hyperMILL fertigte Reverie alle drei Komponenten für das Projekt in sieben Tagen und verkürzte die Lieferzeiten um 40 Prozent.
In einem Projekt zum Nachbau einer 18-Fuß-Mastverlängerung und den dazugehörigen Salingen für ein Segelboot benötigte man drei Teile und für jedes davon ein zweiteiliges Werkzeug zur Herstellung. Extern gefertigt hätte allein die Herstellung der Werkzeuge zwölf Tage gedauert. Intern mit hyperMILL und der 5-Achs-Maschine bearbeitet, wurde der gesamte Auftrag in drei Tagen abgewickelt.
Simon Farren zieht den Schluss: „Seit wir das 5-Achs-Bearbeitungszentrum sowie hyperCAD- und hyperMILL angeschafft haben, konnten wir Zykluszeiten und Produktqualität verbessern. Unsere Lieferzeiten haben sich stark verkürzt. Was uns am meisten beeindruckt hat: Unsere Kapazitäten sind so stark gestiegen, dass wir nun Aufträge gewinnen und Arbeiten ausführen können, die vorher unerreichbar für uns waren. Dies und die Fähigkeit, unsere eigenen Produkte komplett im Haus entwickeln und fertigen zu können, sind die Faktoren, die für unsere Umsatzsteigerung von über 30 Prozent in zwölf Monaten verantwortlich sind. Unsere weltweit anerkannte Produktpalette reicht von Karbonfaserlenkrädern, Sitzen, einfachen und doppelten Spoilern, Heckdiffusoren, speziellen Teilen für Lotus, Ventildeckel über Airboxen, Einsätze, Luftschlitze bis hin zu Filtereinsätzen und vieles mehr für den Motorsportsektor. Ohne die neuen Fräsmöglichkeiten und die Software von OPEN MIND wäre das Wachstum des Unternehmens und der große Ausbau der Produktpalette nicht möglich gewesen.“   (rt)

  • Komposit-Rennsitz in der Fertigung bei Reverie.
  • Simon Farren, Geschäftsführer von Reverie, mit einem fertigen Rennsitz vor dem 5-Achs-Bearbeitungszentrum.
  • hyperCAD im Einsatz bei Reverie.
RSS Feed

Entdecken Sie die Printmagazine des WIN-Verlags