Strail arbeitet mit Produktkonfigurator von Acatec

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Was ist schon dabei, einen Bahnübergang zu planen? Sehen die nicht alle ziemlich gleich aus? – fragt der Laie. Norbert Ehrenlechner lächelt. „Ganz und gar nicht. Länge, Belastung, Positionierung. Es gibt Tausende Varianten für unsere Gummiplatten. Ist es ein gerader Übergang, ist er schräg oder liegt er in einer Senke – die Platten müssen sowohl exakt zueinander passen als auch zu den Schienen, Schwellen und dem Straßenanschluss“, kommentiert der Experte. Ehrenlechner ist für die Bereiche Projektierung und Kundeneinzelfertigung von Bahnübergängen bei Krailburg Strail in Tittmoning verantwortlich.
Seit Beginn letzten Jahres setzt das Unternehmen Krailburg Strail auf die Produktkonfiguration Spyydmaxx von Acatec, um die Komplexität zu beherrschen. Damit sparen die Bayern erheblichen Zeitaufwand für ihre Zeichnungen. Zudem können sie ihre Prozesse von der Angebotsanfrage bis in die Konstruktion beschleunigen.

Konstrukteur bei der Arbeit mit Spyydmax und AutoCAD.

 

Krailburg Strail hat bereits über 40.000 Bahnübergänge aus recyceltem Gummi in über 50 Ländern gebaut. Mit dem neuen Produktkonfigurator haben sie schon rund 1.600 Lösungen umgesetzt.

Von der Kopiervorlage in die Moderne

Bislang war es mühsam: „Wir haben über 1.000 verschiedene vorgefertigte Standard-Zeichnungen. Kam eine Anfrage rein vom Vertriebspartner oder Vertreter, hat der Innendienst eine passende Zeichnung herausgesucht. Wir haben diese dann zusammen mit dem Angebot beziehungsweise der Auftragsbestätigung dem Kunden zugesandt. Sollte solch eine vorgefertigte Zeichnung nicht vorhanden gewesen sein, haben wir sie neu gezeichnet – dies hat einen Riesenaufwand bedeutet“, blickt Ehrenlechner zurück.
Als Nachfrage und Unternehmen wuchsen, wurde es jedoch eng: Denn Tittmoning ist landschaftlich zwar sehr schön gelegen, aber: „ein bisschen ab vom Schuss. Da ist es schwierig, Konstrukteure zu finden“, erklärt Ehrenlechner: „Außerdem will noch jedes Land etwas anderes haben, die Vielfalt wurde immer größer…“

Schrägbefahrener Bahnübergang mit Strail-Gummimatten-System.

 

CAD-Automation

Schließlich beschloss das Management, einen Produktkonfigurator speziell für die CAD-Automation einzuführen Ein Konfigurator war bereits im SAP vorhanden. SAP ist das führende System bei Strail und dazu sollte auch der Produktkonfigurator passen.
Bei der Auswahl der Anbieter fiel die Wahl auf Spyydmaxx: „Das Angebot war schlüssig und enthielt keine versteckten Kosten. Vom Preis her war es nicht das günstigste, aber das muss ja auch nicht immer das beste sein. Auf dem Acatec-Anwendertreffen [Red: jährlich in Fulda] haben wir uns genau umgehört, was andere sagten. Dann haben wir im Hause einen dreitägigen Workshop mit Acatec gemacht. Und es passte einfach. Besonders wichtig war die Schnittstelle zum SAP: Der neue Produktkonfigurator für die CAD-Automation sollte auf jeden Fall eine SAP-Verbindung haben“, fasst Ehrenlechner zusammen.

Aller Anfang bringt Arbeit

Die wesentlichen Herausforderungen waren – erstens –, die SAP-Konfiguration um die Informationen zu ergänzen, die die CAD-Automation zusätzlich benötigt. Zweitens war der Aufbau des Regelwerks wichtig und drittens galt es, sich in das Autorensystem von Spyydmaxx einzuarbeiten. „Wie bei den Anwendertreffen und Workshops angekündigt, beansprucht dies eine Menge Zeit. Und, wie bei allen Tätigkeiten, stellt sich hier auch schnell eine Routine ein“, kommentiert Ehrenlechner. Denn: „die Logik ist klar und letztlich einfach nachvollziehbar, wenn man häufig damit arbeitet.“

Für den Vertrieb werden Detailzeichnungen als PDF ausgegeben.

 

Strail nutzt den neuen Konfigurator heute für die geraden Bahnübergänge, die schrägbefahrenen sowie bei Überhöhungen und System-Kombinationen.

Auf Knopfdruck aus dem SAP

Die Mitarbeiter im Innendienst sind die täglichen Nutzer: Kommt jetzt eine Anfrage ins Haus, geben sie wie gehabt die Daten für das Angebot im SAP ein. „Und dann drücken sie auf den Knopf für die Zeichnung und heraus kommt ein PDF, das sich als E-Mail versenden lässt“, freut sich Ehrenlechner. Der Innendienst verschickt dann die CAD-Zeichnung mit dem Angebot. Wird ein Auftrag daraus, erstellen sie eine neue Zeichnung. Das sichert Durchgängigkeit der Prozesse und Fehlerfreiheit.
Zwar kann der Projektleiter den eingesparten Zeitaufwand noch nicht genau benennen, weil die Messungen hierzu noch laufen, aber: „viel manuelle Arbeit fällt weg“. Das entlaste alle Beteiligten bei Routinetätigkeiten und befreie insbesondere die Konstrukteure, die sich so Sonderlösungen widmen könnten. Auch weil es gerade ein neues Firmen-Logo gab, das hätte mühsam in den Plankopf aller Zeichnungen eingearbeitet werden müssen, sparen die Mitarbeiter von Strail dank Spyyd­maxx viel Zeit und Nerven. Denn da ist ja jetzt der „Zeichnungsbutton“.

Es geht immer weiter

„Wir sind noch längst nicht fertig. Es gibt schon beim Vorhandenen immer Ausbaustufen. Und dann sind die Radius-Bahnübergänge dran. Das sind die gebogenen, wo der Zug um die Kurve fährt. Sie sind mal mit 180 Meter, mal mit 250 Meter Radius und vieles mehr. Es ist ähnlich wie bei einer Geburtstagstorte, wo man Stücke rausschneidet. Wir haben rechteckige Gummiplatten, die zum Schluss in eine runde Form passen müssen“, erläutert Ehrenlechner. Fazit: Strail hat noch gut zu tun – und dafür den passenden Technologiepartner für ihre CAD-Automation gefunden.jbi |

Henning Bitter ist Geschäftsführer von Acatec Software in Gehrden.

 

Info: Acatec-Software

Acatec bietet einen 3D-Produktkonfigurator, mit dem sich Geschäftsprozesse beschleunigen lassen. Die Lösung Spyydmaxx Enterprise deckt Vertrieb, Konstruktion und Auftragsabwicklung ab. Maßgeschneiderte Produkte und Produktvarianten lassen sich ab „Losgröße eins“ abbilden. Das spart Ingenieurkapazitäten. Zu den Anwendern zählen Bosch Rexroth, Krone, Iveco Magirus, MTU Onsite Energy, Würth, Zarges oder ZF Friedrichshafen.

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