Modulares Automatisierungskonzept umgesetzt

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Dem Schweizer Maschinenbauer Tipper Tie Alpin war von Beginn an klar: Der Weltmarkt fordert Maschinen, die modular aufgebaut und skalierbar sind. Selbstverständlich auf einem hohen Qualitätsniveau und zu akzeptablen Kosten. Die Kooperation mit Lenze Bachofen entwickelte sich vor diesem Hintergrund zu einer fruchtbaren Partnerschaft. Das Resultat: eine äußerst starke Position im Wettbewerb für den Maschinenbauer durch kürzeres Time to Market und logistische Integration.
Tipper Tie Alpin im schweizerischen Flawil ist Teil des weltweit agierenden Unternehmens Tipper Tie, das wiederum zur Dover Corporation gehört. Das Unternehmen produziert Maschinen für die fleischverarbeitende Industrie. Aktuelle Entwicklungen sind die TT1512 und die TT1815, Maschinen, die bis zu 200 Würste pro Minute vollautomatisch auf Länge schneiden und mit einem Verschluss aus Aluminium versehen können.
Adriano Medici, Leiter der Entwicklungsabteilung Clip Processing bei Tipper Tie, schildert die Herausforderungen: „Im Jahr 2012 beschlossen wir, allen Maschinen eine einheitliche Optik und Haptik zu geben. Gleich, ob die Maschinen nun in den USA, in Deutschland oder der Schweiz hergestellt werden, sie bekommen alle das gleiche Design. Das ist logisch, denn wir arbeiten weltweit; 98 Prozent unserer Maschinen, die wir hier in der Schweiz bauen, gehen in den Export. Wir müssen daher auch Qualitätsanforderungen beachten, die international gelten, sowie den Preisdruck, der überall festzustellen ist. Das Ergebnis sind die neuen Maschinen, echte Paradepferde, auf die wir stolz sein können.“

Modulare Automatisierung

Herzstück der Innovation ist das modulare Automatisierungskonzept, das Lenze Bachofen liefert. Es lässt sich durch seine Modularität auch bei anderen Maschinentypen anwenden. Mit dem Vorteil der Skalierbarkeit endet die große Diversität der Komponenten, die bis vor kurzem zu hohen Kosten und Zeitverlusten führte.
Die Schaltkästen liefert Lenze komplett montiert als „Plug-and-play-Modell“. Sie passen genau in die Maschinen und müssen nur noch dort eingebaut und angeschlossen werden. Und noch dazu: „Lenze hat hier vor Ort immer ausreichend Ware vorrätig. Wir haben dafür einen Teil unseres Lagers zur Verfügung gestellt, sodass wir die Schaltkästen und Antriebe als Konsignationsware abnehmen können. Abhängig von unserer Produktplanung holen wir so viele Kästen wie notwendig aus dem Lager und Lenze gewährleistet, dass der Vorrat wieder aufgefüllt wird. Dies ist eine effiziente Lösung“, erklärt Medici.

Gebrauchsfertige Schaltkästen

Bevor die neuen Maschinen realisiert wurden, hatte der Maschinenbauer zunächst aus acht verschiedenen Anbietern drei Topbewerber ausgesucht. Die Wahl fiel schließlich auf Lenze, da der Spezialist für Antriebs- und Automatisierungstechnik sowohl alle notwendigen Komponenten für die automatische Steuerung als auch den kompletten Schaltkasten gebrauchsfertig liefern konnte.
Zudem konnte Lenze zusichern, den Vorrat an Schaltschränken vor Ort in Flawil auf einem Niveau zu halten und alle Software-Updates bereitzustellen. Ein weiteres Argument ist der weltweite Service: „Dass Lenze das Servicekonzept weltweit anwenden kann, macht es für uns einfach. Die Tatsache, dass unsere Konstrukteure die Antriebstechnik von Lenze schon länger kennen, hatte ebenfalls Einfluss auf unsere Entscheidung. Mit dieser Lösung tragen wir den Anforderungen unserer Endkunden Rechnung, die von uns das höchste Qualitätsniveau erwarten. So sind die neuen Maschinentypen beispielsweise für einen höheren Komfort auch mit größeren Touchscreens ausgestattet“, kommentiert Medici.
Durch das Single-Source-Verfahren kann Tipper Tie auch Kosten auf einem niedrigen Niveau halten: „Wir brauchen nun keine Einkaufsaufträge mehr zu ­schreiben und wenn wir mit Lenze kommunizieren, geht es nur noch um technische Fragen und nicht mehr um administrative Punkte. Durch die Plug-and-play-Schaltkästen gibt es außerdem viel weniger Schnittstellen an den Maschinen, sodass auch unsere Montagekosten auf einem niedrigeren
Niveau liegen.“

Schnell und einfach zu warten

Um heute am Markt erfolgreich bestehen zu können, ist ein Konkurrenzvorteil das A und O. Die neue Lösung hat neben einem geradlinigen und modernen Design den Vorteil, dass die Maschinen sehr schnell sind. Da­rüber hinaus sind sie einfach zu warten.
Um die Elektronik zu erreichen, braucht der Monteur nur die Tür des Schaltkastens zu öffnen. Alle Teile sind auf DIN-Schienen montiert und somit einfach zugänglich und austauschbar. Die Steuerung verfügt über einen USB-Port, sodass ein eventuelles Software-Update einfach mittels USB-Stick durchzuführen ist. Und mindestens ebenso wichtig ist das hohe Qualitätsniveau der verwendeten Steuerungen: Sie werden einer umfangreichen Prüfung unterzogen.

Je nach Anforderung: das passende Produkt

Die standardmäßige Lieferung von Lenze umfasst den kompletten Schaltschrank. Als Controller ist ein „C3200“ eingesetzt, er integriert EtherCAT/CAN und Ethernet-Switch und wird auf DIN-Schienen montiert. Für „Antrieb“ sorgt ein „Inverter Drive 8400TopLine“, ein Frequenzumrichter mit Servo-Eigenschaften.
Der gewählte Servo-Synchron-Motor erlaubt anspruchsvolle Bewegungsabläufe. Für Standarddrehstrommotoren ist ein „8400-StateLine“-Frequenzumrichter vorgesehen. Um funktionale Sicherheit zu gewährleisten, verfügt dieser Umrichter über die Funktion „Safe Torque Off“. Das I/O-System 1000 sorgt für eine reibungslose Kommunikation mit Sensoren und Aktoren. Ein weiteres Plus: Die einfache und schnelle Inbetriebnahme ist gewährleistet, denn der Schaltschrank wird komplett verdrahtet und geprüft geliefert.

Ein Blick in die Zukunft

Zwischenzeitlich wurde eine weitere Maschine – die SV4800 – mit dem neuen Automatisierungskonzept realisiert. „Zurzeit arbeiten wir daran, unsere Kooperation weiter auszubauen: Der von Lenze an uns und unsere Kunden gelieferte Service hat in der Zusammenarbeit eine große Bedeutung. Im nächsten Schritt werden wir gemeinsam prüfen, welche anderen Maschinen aus unserem Lieferprogramm wir noch mit dem Automatisierungskonzept von Lenze ausstatten können“, führt Me­dici die weitere Planung aus.jbi |

Dipl. Ing. Andreas Neher ist Key Account Manager bei Lenze Bachofen in Uster, Schweiz.

  • Lenze Bachofen hat mit den Technikern vom Fleischerei-Maschinenhersteller Tipper Tie ein modulares Automatisierungskonzept erarbeitet.
  • Adriano Medici (links), Entwicklungsleiter bei Tipper Tie Alpin, zusammen mit Andreas Neher von Lenze Bachofen.
  • Der Schaltkasten wird, komplett mit der gesamten Steuerungselektronik verkabelt, von Lenze geliefert.
  • Über den Lagerbestand im Konsignationslager bei Tipper Tie wacht Lenze.
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