Fachmessen-Duo in Stuttgart: Motek und Bondexpo 2015

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Was sich bei der Motek und Bondexpo in diesem Jahr ändert, ist insbesondere das neue Hallen-Layout im Zuge des Neubaus der Halle 10 auf dem Stuttgarter Messegelände. So entfällt die bisherige „lineare“ Besucherstrom-Lenkung von Halle 1 über die Hallen 3, 5, 7 und 9 dahingehend, dass die Hallen 3, 4, 5, 6, 7, 8 und 9 sowie später 10 (voraussichtlich ab 2018) nunmehr eine rechteckige Blockbildung aufweisen. Dies soll zum einen den Übergang zu den einzelnen Hallen und zum anderen zu den Fachbereichen erleichtern; zudem soll mit dem jetzt „gleichberechtigten“ Zugang durch die Eingänge Ost und West sowie quer über beide Hallenstränge eine gewisse Entzerrung des morgend­lichen Andrangs verbunden sein.
Zur Motek 2015 kommt zudem erstmals eine neue Nomenklatur zur Anwendung. Diese folgt sowohl der bestehenden Basis-Nomenklatur als auch der mehr denn je zunehmenden Orientierung nach durchgängigen Prozessen mit integrierten Prozess-Stationen.
Wie in den beiden vergangenen Jahren kommt der Produktions- und Montage-Automatisierung durch Sondermaschinenbauer, Systemintegratoren und Roboter-Anlagenbau eine große Bedeutung zu, weshalb es eine Neuauflage des Spezial-Messeführers gibt. In diesem Bereich präsentieren über 130 Hersteller von Montage- und Automatisierungslösungen ihr Können und ihre Kompetenz –, und zwar in unterschiedlichen Technologie-, Verfahrens- und Prozess-Disziplinen.
Das Messeduo bietet auch einiges zum Thema Verbindungs- und Fügetechnik (mechanisch wie thermisch); hier erhalten Kunden und Anwender prozessgerechte Detail- und System-/Komplettlösungen oder können sich aus kompatiblen Subsystemen verschiedener Hersteller eigene Systeme zusammenstellen.   
Was sich der Geschäftsführer des Messeveranstalters Paul Eberhard Schall von der diesjährigen Motek erwartet und welche Trends er in der Produktions- und Montageautomatisierung sieht, verrät er uns im folgenden Interview.rt |


Interview mit Paul Eberhard Schall, Gründer und Geschäftsführer des Messeveranstalters P. E. Schall zur Motek 2015

Digital Engineering Magazin (DEM): Herr Schall, die Motek – Internationale Fachmesse für Produktions- und Montageautomatisierung – findet dieses Jahr zum 34. Mal statt. Was ist das Erfolgsrezept dieser Veranstaltung?
Paul Eberhard Schall: Wir haben mit der Motek eine Marke kreiert, die über nun 34 Veranstaltungsjahre Bestand hat, weil früher und mehr denn je heute die Automatisierung ein wesentliches Element für die Sicherstellung der Wertschöpfung in einem immer härter umkämpften Business ist. Früher stand die Pneumatik im Fokus, heute sind es eher mechatronische Systeme. Früher setzte man auf modulare Handhabungstechnik, heute steht die Robotik im Vordergrund. Diese Trends haben wir gegen manche Widerstände erfolgreich umgesetzt und damit auch neue Märkte geschaffen. Der Markt traut uns bis heute offensichtlich zu, zur rechten Zeit die richtigen Themen in Szene zu setzen und mit uns den Weg in die Zukunft zu gehen.

DEM: Dieses Jahr kommt erstmals die neue Nomenklatur zur Anwendung. Was hat sich gegenüber der bewährten Basis-Nomenklatur geändert?
Paul Eberhard Schall: Im Grunde genommen nicht so viel, weil wir die Nomenklatur immer wieder behutsam an die neuen Anforderungen beziehungsweise technischen Möglichkeiten  angepasst haben. Es ging eher darum, den Rahmen abzustecken, um die Themen Produktions- und Montageautomatisierung sowohl komponentenseitig als auch in komplexen Prozesslösungen umfassend abdecken zu können. Damit wollen wir auch einer Zerfaserung in den prozessrelevanten Randbereichen vorbeugen und setzen dafür noch stärker auf Qualität denn auf schiere Quantität.    

DEM: Was sind für Sie die Highlights der diesjährigen Motek?
Paul Eberhard Schall: Mit dem neuen Hallen-Layout haben wir die Chance bekommen, die Prozesse zur Produktions- und Montageautomatisierung noch praxisnäher darzustellen. Ein Highlight ist die starke Präsenz der Montage- und Prozesslösungskompetenz von Anlagenbauern, Sondermaschinen-Herstellern sowie Roboter-Systemintegratoren. Ein weiteres Highlight ist die prozesssynergetische Vorstellung von Kleb-, Füge- und Verbindungstechnologien, ohne die in der modernen Montagetechnik gar nichts geht. Schließlich zeigt die Motek 2015 auf breiter Anwendungsebene und in neuer Dimension die Vielfalt der Roboter und deren Anwendungen, was den Anwendern neue Lösungsansätze eröffnet und deren Wettbewerbsfähigkeit unterstützt.      

DEM: Digitalisierung und Vernetzung wird für Produktionsunternehmen immer wichtiger. Welche Rolle spielt Industrie 4.0 in der Produktionsautomatisierung? Wie deckt die Motek dieses Zukunftsthema ab?
Paul Eberhard Schall: Tja, genau genommen ist die Motek der Industrie 4.0 um Lichtjahre voraus. Denn was heute als systemvernetzte Lösungen propagiert wird, zeigen die Aussteller der Motek schon seit Jahren in Gestalt von kompatiblen und vernetzungsfähigen System-Komponenten, Baugruppen, Teilsystemen und Komplettlösungen. Am Ende sind es diese, die Analysen, Bewertungen und Erkenntnisse als Korrekturwerte sofort in die Prozesse einfließen lassen und damit die Produktionseffizienz sowie die Wirtschaftlichkeit sicherstellen. Wir wie unsere Aussteller sehen den Hype um das Thema Industrie 4.0 eher gelassen, nämlich im Sinne der Gewissheit, für die konsequente Umsetzung der Daten und Informationen verantwortlich zu sein und weniger für deren Interpretation.  

DEM: Herr Schall, vielen Dank für das Gespräch.

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