Ein neues europäisches Lieferkettengesetz – die Corporate Sustainability Due Dilligence Directive (CSDDD) – wird noch über die deutsche Variante hinausgehen und diese überschreiben. Die CSDDD lehnt sich zwar an das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) an, aber auch an die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte. Es beinhaltet eine Reihe von Sorgfaltspflichten, um die Wahrung ebendieser Menschenrechte sowie die Beachtung der Umwelt zu gewährleisten.
(Bild: Appian)
Die EU-Regelung verpflichtet Unternehmen dazu, Risiken in ihrem eigenen Geschäftsbereich, aber auch bei Tochterunternehmen und Geschäftspartnern zu identifizieren, bedarfsweise Präventions- und Abhilfemaßnahmen zu initiieren und entsprechend darüber zu berichten. Hierbei müssen sie sowohl die vor- als auch die nachgelagerte Kette einbeziehen, also Rohstoffabbau und Herstellung ebenso wie Faktoren wie den Transport zum Endkunden.
Für die Unternehmen ist das keine leichte Aufgabe und mit zahlreichen Verpflichtungen und Maßnahmen verbunden. So werden vor allem größere Unternehmen einen Plan erstellen müssen, der die Kompatibilität ihres Geschäftsmodells und ihrer Strategie sowohl mit dem Pariser Abkommen zum Klimawandel als auch anderen Standards gewährleistet. Damit sind sie mehr oder weniger verantwortlich für ihre gesamte Geschäftskette und müssen entsprechende ESG-Reports (Environmental, Social and Governance) erstellen. Stand jetzt haben die betroffenen zwei Jahre Zeit, um ihre Aktivitäten an das Gesetz anzupassen. Doch was genau sollten sie dafür tun? Wo sollen sie beginnen, wo ihre Schwerpunkte setzen? Und welche Rolle spielt hier die IT?
Europäisches Lieferkettengesetz als Herausforderung für die IT
Fakt ist: Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz und die CSDDD ist auch und gerade für die IT eine enorme Herausforderung, denn sie muss die neuen Governance- und Compliance-Regelungen in ihrer Architektur abbilden. Die EU-Regelung erfordert nun eine neuerliche Anpassung zentraler Prozesse, von denen viele immer noch auf Spreadsheets und E-Mails basieren – was die Compliance erheblich erschwert.
Auch die Verwaltung der Dienstleister-Beziehungen braucht eine Due-Diligence-Prüfung. Hier müssen die Unternehmen die Einhaltung komplexer, multidimensionaler Sanktionsprüfungen in Abhängigkeit von Faktoren wie Region, Produktkategorie oder Auftragsvolumen sicherstellen. Dabei arbeiten oft mehrere unterschiedliche Abteilungen auf Fallebene zusammen – manuell. Und das macht die Prozesse langsam, manchmal intransparent und fast immer vergleichsweise ineffizient, auch wegen des hohen Risikos menschlicher Fehler. Das kann im schlimmsten Fall fatale Folgen für den Betrieb haben.
Brücke zwischen Alt und Neu
Entscheiden sich Unternehmen für ein Update eines großen ERP- oder Nischenanbieters, zeigt sich oft, dass bei der IT-Architektur eine Brücke zwischen Alt und Neu gebaut werden muss. Diese Brücke kann eine Plattform mit hoher Integrationsfähigkeit sein – am besten als Low-Code-Variante, wie zum Beispiel die Appian AI Process Platform. Eine solche Lösung ließe sich unabhängig von Alter und Beschaffenheit der darunterliegenden Systeme gewissermaßen als „Agilitäts-Layer“ an die vorhandenen Systeme andocken. Dabei werden völlig unterschiedliche Datenquellen verbunden – und die sind während einer laufenden Migration flexibel austauschbar.
So orchestriert die Plattform die betreffenden Prozessvariationen systemübergreifend und sorgt damit für mehr Transparenz und Effizienz. In einem weiteren Schritt sollte das Ganze dann mit einer Prozessautomatisierung gekoppelt werden. Tatsächlich stehen Themen wie die Robotic Process Automation (RPA) oder auch Intelligent Document Processing (IDP) bei der Mehrzahl der Unternehmensführungen ganz weit oben auf der Prioritätenliste, insbesondere wegen der Verfügbarkeit von Echtzeitinformationen und der Verbindung von Daten, die bis dato in Silos gelagert wurden.
Datenquellen-Verknüpfung für dynamische Arbeitsabläufe
Die Verknüpfung von ERP-Datenquellen und die Prozessautomatisierung ermöglichen gerade im Hinblick auf die Supply Chain dynamische Ad-hoc-Arbeitsabläufe. Workflow-Funktionen in der Case-Management-Lösung erlauben die Überwachung und Steuerung aller relevanten Schritte – und bieten so die Möglichkeit, Prozesse umgehend an neue Situationen anzupassen. Vor allem aber minimiert das Anbinden verschiedener Sanktionslisten oder Compliance-Anbieter für die Due-Diligence-Prüfungen das Geschäftsrisiko.
Auch die Verwaltung der Dienstleister-Beziehungen braucht eine Due-Diligence-Prüfung. Hier müssen die Unternehmen die Einhaltung komplexer, multidimensionaler Sanktionsprüfungen in Abhängigkeit von Faktoren wie Region, Produktkategorie oder Auftragsvolumen sicherstellen.
(Bild: Appian)
Es geht mithin vor allem um die Konsolidierung Silo-gelagerter Daten. Ein probates Mittel zum Zweck lautet Data Fabric und die Schaffung eines virtualisierten Layers – der erwähnten „Agilitätsschicht“ – als Voraussetzung für ein einheitliches Umfeld für sämtliche Unternehmensdaten.
Dieser Schritt ist zentral für die Vorbereitungen zur CSDDD-Konformität. Ist diese Schicht erst einmal etabliert und Datenquellen verknüpft, können die benötigten ESG-Reportings nun automatisiert erstellt werden. Dabei werden nicht nur der dafür benötigte Arbeitsaufwand minimiert, sondern erhöht dabei auch die Transparenz in der Erstellung der Reports.
Stand: 16.12.2025
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Low-Code-Plattformen im Fokus
Low-Code-Plattformen ermöglichen einen entscheidend schnelleren Wechsel oder ein Anwendungs-Update als traditionelle Ansätze. Speziell beim Supply Chain Management bedeutet das eine höhere Reaktionsfähigkeit – und damit letztlich auch einen Wettbewerbsvorteil. Low-Code-Lösungen sind in der Lage, bestehende operative Ineffizienzen durch KI-gesteuerte Prozessautomatisierung zu eliminieren. So können Entwickler unternehmensspezifische Anwendungen mit einem Drag-and-Drop Interface kreieren, Workflows visualisieren und Vorgänge automatisieren.
KI hat dabei eine tragende Funktion, etwa in Gestalt von IDP. Machine Learning kann unstrukturierte Daten in strukturierte verwandeln oder automatisch Dokumente klassifizieren. Auch helfen die neuesten Entwicklungen im Bereich generative KI und Large Language Models bei der Prozessautomatisierung. Dabei sollten KI-Modelle ausschließlich mit unternehmenseigenen Daten trainiert werden, um potenziellem Missbrauch vorzubeugen. Eine private KI verhindert das – auch und gerade im Sinn der entsprechenden Policies.
Europäisches Lieferkettengesetz: Automatisiert zur CSDDD-Konformität
Das alles macht Lösungen wie die Low-Code-Plattform des Anbieters Appian zum geeigneten Instrument zur Compliance-Sicherstellung mit aktuellen und wahrscheinlich auch künftigen Lieferketten-Regulierungen sowie vergleichbaren Entwicklungen. Sie treiben die Automatisierung, sorgen für mehr Agilität, Flexibilität und vor allem Transparenz. Wer sich hierfür entscheidet, kann mit vergleichsweise moderatem Aufwand einen weitreichenden Überblick über die Lieferkette automatisiert erstellen lassen und somit jede Stellschraube im Detail betrachten, um sie in die richtige Einstellung für die CSDDD-Konformität zu bringen.
Der Autor Fabian Czicholl ist Regional Vice President DACH bei Appian.