Entwicklungsplattform in der Cloud nutzen

Dem Trend gemäß, bietet Dassault Systèmes die Lösungen des PLM-Portfolios 3DExperience auch als Software-as-a-Service (SaaS) in der Cloud an. Die Vorteile: noch mehr Flexibilität und noch schnellere Implementierung bei weniger Kosten und geringerem Zeitaufwand.

von Larissa Fritzenschaf

Günstiger, schneller und flexibler sollen die Systeme aus der Cloud sein. Klingt zu utopisch? „Keineswegs“, geht es nach Bruce Brockmann, Senior Consultant bei
TechniaTranscat, einem Implementierungs- und Entwicklungspartner von Dassault Systèmes mit mehr als 30 Jahren Erfahrung. Mit dem nächsten Atemzug weist er darauf hin, dass andere Länder wie etwa Frankreich Deutschland bei der Nutzung der Cloud weit voraus sind.

„3DExperience ermöglicht die Optimierung der Prozesse bei Produktentwicklung und Design“, beschreibt Bruce Brockmann. Dabei sind alle Marken – wie beispielsweise Catia, Enovia, Simulia – auf der Datenbank-basierten Business Experience Plattform vereint. „Alle Beteiligten können so zu jederzeit gemeinsam und interaktiv arbeiten, entwickeln und Ergebnis und Erfahrungen teilen.“ Das macht die Zusammenarbeit leichter und effektiver, was sich schließlich auf den benötigten Zeitaufwand und somit auch auf die Kosten für Projekte und Vorhaben auswirkt. Da ist der Schritt in die Cloud eine logische Konsequenz, macht man doch damit in Sachen Effizienz nochmals einen großen Sprung nach vorne und wird noch flexibler.

SaaS – Systemaufwand sinkt

„Software-as-a-Service heißt im Grunde nichts anderes, als dass sämtliche Installationen, Wartungsarbeiten, Updates, Sicherungen und weitere administrative Aufgaben für das Anwender-Unternehmen wegfallen. Sie können sich also auf ihre eigentliche Arbeit konzentrieren“, kommentiert Brockmann. „Produktentwicklung in der Cloud bedeutet zudem, dass man einen einzigen System-Ansprechpartner hat. Dieser übernimmt den gesamten Kundendienst und Support für das PLM. Er gewährleistet, dass die Cloud 24 Stunden an 7 Tagen in der Woche über alle 365 Tage des Jahres verfügbar und auf dem neusten Stand ist – inklusive Wartung, Lizenzierung und Upgrades.“

Das senkt die Gesamtbetriebskosten beim Anwender, da nicht nur die Anforderungen hinsichtlich Datenverarbeitung und –speicherung schwinden, sondern in der Folge auch Anlagenkosten und eigenes Service-Personal.

Das anpassungsfähige System

Außerdem ist die Skalierbarkeit und Anpassungsfähigkeit des Systems einer der großen Vorteile. Zunächst kann jeder Anwender aus dem gesamten Portfolio gezielt jene Funktionen und Bausteine auswählen, die seinen individuellen Anforderungen entsprechen und sich so ein maßgeschneidertes PLM für das gesamte Unternehmen zusammenstellen. „Entwicklung, Simulation, Marketing, Management – alle arbeiten gemeinsam auf der selben Plattform. Zudem sind Cloud-basierte Lösungen unbeschränkt skalierbar: neue Mitarbeiter, Projektpartner oder Zulieferer benötigen nur ihre Zugangsdaten und können dann direkt mit der Arbeit beginnen“, erklärt Brockmann.

Welche Anwendungen dabei zur Verfügung stehen, auf welche Daten zugegriffen werden darf und welche Rechte dem jeweiligen Nutzer eingeräumt werden, kann das Anwenderunternehmen gezielt definieren.

Die intuitiv zu bedienende Oberfläche sorgt dafür, dass sich die Nutzer schnell zurecht finden. „Das User-Interface ist dem typischen Web-Geschehen sehr ähnlich, und vor allem bei allen Anwendern, egal aus welcher Abteilung, gleich. Das ist ein großer Pluspunkt.“

Bei der Cloud-Version stehen dem Anwender neben Web-Apps wie auch die gewohnten Autoren-Applikationen von Dassault zur Verfügung. Zu den Web-Apps gehört unter anderem 3DPlay, das Tool erlaubt es, dreidimensionale Ansichten zu teilen und Szenen wiederzugeben; oder 3DSearch, womit der Anwender strukturierte wie unstrukturierte Daten gleichermaßen suchen und sammeln kann.

Die Autoren-Applikationen sind auf dem Client installiert, damit sie stets in der neusten Version verfügbar bleiben. Catia, Delmia, oder Simulia laufen damit immer zweigleisig, um alle Vorteile bestmöglich zu nutzen: lokal wegen der Geschwindigkeit und in der Cloud wegen der vereinfachten Datenverwaltung.

Datenschutz in der Cloud

Nun liegt der jüngste Hackerangriff auf die Computer englischer Krankenhäuser gerade mal einen Monat zurück – da liegt die Frage nach der Sicherheit von Daten natürlich nahe. „In Deutschland ist die Haltung gegenüber Cloud-Nutzung bei der Produktentwicklung sehr zurückhaltend, besonders aus Sorge um die Sicherheit der Daten. Bei unseren Nachbarn in Frankreich sieht das schon anders aus“, erläutert Brockmann. Zwar kann er die Bedenken nachvollziehen, beteuert aber: „Angst vor Datenverlust oder -klau sind bei 3DExperience in der Cloud unberechtigt.

Dassault Systèmes bietet mit dem ‚Security in Depth’-Konzept ein höheres Sicherheitslevel als zum Beispiel das herkömmliche Online-Banking. Eine ganze Reihe voneinander unabhängiger Mechanismen gewährleisten, dass die Daten zu jeder Zeit optimal geschützt sind.“

Fort Knox in der Cloud

Zu den von Dassault berücksichtigten und verinnerlichten Maßnahmen gehören ISO-2700x-Standards, Nist 800, Qwasp und Cobit. Internetsicherheit, Sicherheit auf Applikationsebene, in der Cloud, des gesamten virtuellen Systems, sowie die physische Sicherheit von Datenzentren wird höchste Priorität eingeräumt.

„Vereinfacht gesprochen gibt es neben einem Zaun, einer Alarmanlage, Security-Personal und Videoüberwachung auch noch einen Tresor mit doppelt gesichertem Schloss und sprengsicherem Gehäuse“, veranschaulicht Brockmann. „Man weiß um die Sensibilität des Themas und die Notwendigkeit des Datenschutzes. Genau deshalb ist ‚Security in Depth’ auch zentraler Bestandteil des SaaS-Angebots.“

Ob Start-up oder Konzern

„Besonders Start-ups oder kleinere Ingenieurbüros können von der Cloud-Lösung profitieren“, erklärt Brockmann. „Gerade in diesem Bereich macht es sich bezahlt, dass die komplette Infrastruktur und der gesamte Service und Support mitgeliefert wird. Je kleiner das Unternehmen, desto schwerer ist es, diese Ressourcen intern vorzuhalten. SaaS macht diesen Balanceakt überflüssig.“

Für Interessenten besteht zudem die Möglichkeit einer Testversion, um das Arbeiten und die Leistungsfähigkeit auszuprobieren. Alternativ können sich Interessierte auch im 3DExperience-Labor von TechniaTranscat in Karlsruhe über das System informieren.

Neben kleinen Unternehmen können jedoch auch große Unternehmen mit der Cloud ihre Produktentwicklung optimieren. „Alle Funktionen – vom dreidimensionalen Design über Systemtechnik bis hin zum Vertrieb – auf einer Plattform. Alle Informationen und Dokumente gebündelt und alle Abschnitte gemeinsam gefasst und abgebildet. Das heißt Mitarbeiter, die zu bereichsübergreifenden Teams zusammenwachsen und Prozesse gemeinsam schnel und wirtschaftlich umsetzen können.“

Hinzu kommt, dass die 3DExperience-Plattform nicht branchengebunden ist. „Von Medizin über Architektur bis hin zu Schiff- und Fahrzeugbau oder sogar Finanzwesen kann jeder die volle Funktionalität der Technologie nun in Verbindung mit allen Vorteilen der Cloud nutzen“, kommentiert Brockmann. „Einfache Anwendung, hoher Nutzungskomfort, keine Supportaufwände. Heutzutage wird den Unternehmen viel mehr abverlangt, sodass ein modernes PLM-System unersetzlich geworden ist. Mit der Cloud-Lösung ist es noch einfacher, sich auf seine Kernkompetenzen zu konzentrieren.“

Das verleitet wirklich dazu, träumend über den Wolken zu schweben – oder eben sich auf die Cloud einzulassen und sich weiter zu informieren. jbi |

Autorin: Larissa Fritzenschaf ist Redakteurin bei Wyynot in Karlsruhe.


  • Die Entwicklungsplattform 3DExperience ermöglicht die Zusammenarbeit – über Abteilungen und Bereiche hinweg. Der Schritt in die Cloud ist da nur logisch, verbessert er doch die Konnektivität und spart interne Ressourcen bei der Betreuung der Systeme. Bild: TechniaTranscat
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