Chainflex-Energiekettenleitungen versorgen Maschinen, Roboter & Co. mit Strom, Daten und mehr, und sie sind so zuverlässig, dass Hersteller Igus mittlerweile eine Garantie von bis zu vier Jahren gewährt.
Von Low-Cost- bis High-End-Produkten: Das Sortiment umfasst über 1.350 Leitungstypen für Daten-, Bus- und Hybridsysteme, Steuerung und Antrieb.
(Bild: Igus)
Nach einem langen Arbeitstag aus der Straßenbahn steigen, am Bahnhof noch kurz ein Erfrischungsgetränk aus dem Automaten ziehen und am Abend die Nachrichtensendung im Fernsehen gucken. Wir sind es gewohnt, dass die Technik, mit der wir im Alltag interagieren, genau ihren Zweck erfüllt und wir uns keine Sorgen über die Funktionsweise machen müssen. Meist tritt die ausgefeilte Technik hinter Straßenbahntür, Kioskautomat und Fernsehstudio komplett in den Hintergrund. Dabei braucht es Energieketten und Linearachsen für die präzise Bewegung der Tür oder der Kamera. Noch wichtiger sind aber Komponenten, die selbst auf den zweiten Blick oft verborgen bleiben. Denn von der Straßenbahntür bis hin zum Roboter in der Automobilfertigung ginge nichts ohne die „Nabelschnur“: Leitungen, welche die Maschinen und Anlagen im Alltag und in der Industrie mit den passenden Informationen versorgen. Egal, ob Daten-, Bus-, Hybrid- oder Antriebsleitungen, sie sind zentral für die zuverlässige Funktionsweise des Systems.
Energiekettenleitungen für verschiedene Anwendungen
Dabei stellt jede Anwendung ganz eigene Anforderungen: Lösungen in Robotern müssen sich entlang von sechs Achsen bewegen können und Torsionswinkel von +/- 360 Grad aushalten. In Baumaschinen wirken Staub und Hitze auf die Leitungen. In der Straßenbahntür werden sie unter engsten Platzverhältnissen sowohl bei warmen wie auch bei kalten Temperaturen bei jeder Türöffnung bewegt und müssen dort sicher funktionieren. Bei all diesen individuellen Ansprüchen spielen die Chainflex-Leitungen ihre Vorteile aus. Mit einem Produktportfolio von über 1350 Leitungen ist der Kölner motion-plastics-Spezialist Igus in einer solchen Vielzahl von Produkten direkt oder indirekt beteiligt, dass man im Alltag kaum daran vorbeikommt.
Vorreiter bei der bewegten Leitungsführung
Alle Chainflex-Leitungen haben eines gemeinsam: Sie sind speziell auf den Einsatz in bewegten Anwendungen ausgelegt. Dass ausgerechnet dieser Hersteller im Jahr 1989 den Grundstein für die Erfolgsgeschichte legte, ist nicht verwunderlich: Als das Unternehmen in den 1970er-Jahren die ersten Energieketten aus Kunststoff für die bewegte Leitungsführung auf den Markt brachte, gewann die Neuheit schnell an Beliebtheit in der Industrie. Dennoch gab es ein Problem: „Die bis dahin am Markt erhältlichen Leitungen fielen häufig aus, weil sie der dauerhaften Bewegung nicht standhielten“, erläutert Rainer Rössel, Geschäftsbereichsleiter Chainflex-Leitungen bei Igus. Also suchte das Unternehmen in Zusammenarbeit mit Hochschulen nach Lösungen, wie man Leitungen fertigen sollte, die langfristig und zuverlässig in Energieketten funktionieren. Nach viel Zeit, die in die Planung, Konstruktion, Anfertigung von Prototypen und das Testen investiert wurde, kamen 1989 schließlich die ersten bündelverseilten Steuerleitungsserien CF1 und CF2 auf den Markt. Aus der zu Beginn kleinen Sparte wuchs die mittlerweile zweitgrößte Geschäftseinheit. Seit 2015 gilt das Unternehmen in der Industrie als Marktführer für Energiekettenleitungen.
Spezieller Aufbau sorgt für Flexibilität
Dass die Chainflex-Leitungen aus bewegten Anwendungen nicht mehr wegzudenken sind, liegt am Know-how, das in den mehr als 35 Jahren in die Weiterentwicklung geflossen ist. Grundlage ist die spezielle Bündelverseilung, die auf einem großen Vorbild aufbaut. „Wir haben bemerkt, dass Stahlseile zum Beispiel von Liften ja viel bewegt werden und damit kein Problem haben“, sagt Rössel. Das Prinzip wurde auf die deutlich kleineren Leitungen übertragen – mit Erfolg. Spezielle Mantelwerkstoffe und die passende Verseilung sorgen nun für große Robustheit. Je nach Aderzahl und Querschnitt existiert im Kern der Leitung ein freier Raum, der mit einer echten Kernkordel gefüllt ist. Die Kordel stützt das darüberliegende Verseilgebinde sicher und verhindert das Abwandern der Verseilung in die Leitungsmitte. Sowohl die Leiter als auch die verwendeten Isolationsmaterialien sind hinsichtlich der jeweiligen Anforderungen, Biegeradien und der Ziellebensdauer aufeinander abgestimmt, damit diese bei der Dauerbewegung nicht brechen. Aber nicht nur die Materialien spielen dabei eine zentrale Rolle, sondern auch die Art der Extrusion. Denn die herstellertypische Mantelextrusion wird zwickelfüllend ausgeführt. Diese aufwendige Methode stützt die Verseilung bei der Dauerbewegung in engen Radien. Auch der Außenmantel sorgt für hohe Biegestabilität. Je nach Anwendung ist er kälte- oder hitzebeständig, resistent gegen Öl oder schlicht kostenoptimiert. Alle Mantelmaterialien der chainflex-Leitungen sind abriebfest, flexibel und gleichzeitig stützend.
Stand: 16.12.2025
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Je nach Anforderung bietet das Unternehmen seinen Kunden Leitungen für den Reinraum oder solche mit spezieller Chemikalien- und/oder Temperaturbeständigkeit. Diese Vielfalt ist es, die Kunden seit vielen Jahren überzeugt. „Die Anwendungen unserer Kunden sind sehr unterschiedlich, und so unterschiedlich müssen auch unsere Leitungen sein“, sagt Rainer Rössel. Er bedient sich am Beispiel der CF880.05.04, die unter anderem in der Prozess- oder Verpackungsindustrie zum Einsatz kommt. Mit einem Kabelaufbau von 4 x 0,5 Quadratmillimetern, einem Biegeradius von 12,5 x d und einem PVC-Mantel bietet der Hersteller sie zu einem günstigen Preis von 0,63 Euro pro Meter an. Diese Lösung ist gleichermaßen für die Dauerbewegung in der Energiekette entwickelt und getestet – und hat eine garantierte Lebensdauer von bis zu fünf Millionen Hüben. Im Vergleich dazu kommt die CF98.PLUS.05.04 ebenfalls mit einem Aufbau von 4 x 0,5 Quadratmillimetern daher und ist damit elektrisch identisch zur CF880.05.04. Dennoch kostet sie 42,86 Euro pro Meter. Das liegt an den für die Energiekettenleitungen qualifizierten TPE-Werkstoffen sowie ganz speziellen Sonderlegierungswerkstoffen und dem daraus resultierenden kleineren Biegefaktor von nur noch 3 x d. Zudem garantiert der Hersteller mit dieser Leitung 100 Millionen Doppelhübe, bei der CF880.05.04 sind es fünf Millionen. Rainer Rössel nutzt das Beispiel, um auf die große Vielfalt bei gleichen elektrischen Eigenschaften aufmerksam zu machen. „Wir bieten bis zu 17 elektrisch identische, aber mechanisch unterschiedlich anwendbare Leitungen an. So kann jeder Kunde eine Leitung für seine spezielle Anwendung finden“, erklärt Rössel.
Spezielle Materialien je nach Anwendung
Je nach Anforderung bietet das Unternehmen seinen Kunden Leitungen für den Reinraum oder solche mit spezieller Chemikalien- und/oder Temperaturbeständigkeit. Diese Vielfalt ist es, die Kunden seit vielen Jahren überzeugt. „Die Anwendungen unserer Kunden sind sehr unterschiedlich, und so unterschiedlich müssen auch unsere Leitungen sein“, sagt Rainer Rössel. Er bedient sich am Beispiel der CF880.05.04, die unter anderem in der Prozess- oder Verpackungsindustrie zum Einsatz kommt. Mit einem Kabelaufbau von 4 x 0,5 Quadratmillimetern, einem Biegeradius von 12,5 x d und einem PVC-Mantel bietet der Hersteller sie zu einem günstigen Preis von 0,63 Euro pro Meter an. Diese Lösung ist gleichermaßen für die Dauerbewegung in der Energiekette entwickelt und getestet – und hat eine garantierte Lebensdauer von bis zu fünf Millionen Hüben. Im Vergleich dazu kommt die CF98.PLUS.05.04 ebenfalls mit einem Aufbau von 4 x 0,5 Quadratmillimetern daher und ist damit elektrisch identisch zur CF880.05.04. Dennoch kostet sie 42,86 Euro pro Meter. Das liegt an den für die Energiekettenleitungen qualifizierten TPE-Werkstoffen sowie ganz speziellen Sonderlegierungswerkstoffen und dem daraus resultierenden kleineren Biegefaktor von nur noch 3 x d. Zudem garantiert der Hersteller mit dieser Leitung 100 Millionen Doppelhübe, bei der CF880.05.04 sind es fünf Millionen. Rainer Rössel nutzt das Beispiel, um auf die große Vielfalt bei gleichen elektrischen Eigenschaften aufmerksam zu machen. „Wir bieten bis zu 17 elektrisch identische, aber mechanisch unterschiedlich anwendbare Leitungen an. So kann jeder Kunde eine Leitung für seine spezielle Anwendung finden“, erklärt Rössel.
Über zwei Milliarden Testzyklen pro Jahr für Chainflex
Im 4.000 Quadratmeter großen Prüflabor am Hauptsitz von Igus in Köln werden die Chainflex-Leitungen auf Herz und Nieren getestet.
(Bild: Igus)
Dass der Hersteller es im Laufe der Jahrzehnte geschafft hat, für nahezu jede Anwendung die passende Leitung zu entwickeln, liegt auch am hauseigenen Prüflabor. Auf einer Fläche von 4000 Quadratmetern – in dieser Größe einzigartig in der Branche – werden die Produkte auf Herz und Nieren getestet, über zwei Milliarden Testzyklen kommen so pro Jahr allein für die chainflex-Leitungen zusammen. Vor Ort werden praxis- und anwendungsnahe Versuche durchgeführt. Das Unternehmen ist inzwischen dazu übergegangen, auch eigene Normen zu entwickeln. „Für Leitungen existieren zwar Normen, Bewegungen werden dabei aber nicht berücksichtigt“, weiß Rössel. Das Problem ist die schiere Vielzahl an unterschiedlichen Anwendungen, schließlich sind die Anforderungen der Lebensmittelproduktion und Chemieindustrie ganz anders als jene in Werkzeugmaschinen oder Theaterbühnen. Mit den Erkenntnissen aus den Tests kann der Hersteller hier sehr genaue Aussagen über die jeweilige Mindestlebensdauer treffen. So können auch Kunden per Online-Tool ganz einfach berechnen, wie lange die Lösung mindestens ihren Dienst verrichten wird. Diese Sicherheit war es auch, die igus als Vorreiter in der Industrie veranlasst hat, bereits 2013 eine dreijährige Garantie auf das Chainflex Sortiment einzuführen. Aufgrund der guten Erfahrungen mit der Garantie und der Vielzahl an Tests wurde die Garantie im vergangenen Jahr auf bis zu vier Jahre erhöht.
Chainflex-Garantie mit UL-Zertifizierung
Die vierjährige Chainflex-Garantie ist UL-zertifiziert
(Bild: Igus)
„Damit erhalten unsere Kunden noch mehr Sicherheit für ihre Anwendung“, konstatiert Rainer Rössel. Das ist auch von renommierter Stelle bestätigt: Das US-Institut „Underwriters Laboratories“ (UL) hat die Chainflex-Garantie in einem aufwendigen Prozess zertifiziert. Damit können die Leitungen auch nach den Standards von den USA und Kanada weltweit verbaut werden. Nach 35 Jahren am Markt geht Rössel davon aus, dass die Vielfalt rund um die Chainflex Leitungen in den nächsten Jahren nur noch wachsen wird. Sicher ist, dass es sich bei den bewegten Leitungen um eine Erfolgsgeschichte „made in Cologne“ handelt. Oder wie es Rainer Rössel ausdrückt: „Wir haben den Nerv der Zeit getroffen.“
Katharina Wielpütz ist Business Development Managerin Chainflex bei Igus.