Energieführungsketten für Krane: Herausforderndes Projekt in Panama

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Energieführungsketten für Krane: Herausforderndes Projekt in Panama

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In Panama hat Tsubaki Kabelschlepp einen Hafenkran mit einer robusten Energieführungskette ausgestattet. Nicht nur das enge Zeitfenster, auch die Arbeit in größer Höhe forderte das internationale Team heraus.
Energieführungsketten

Quelle: Tsubaki Kabelschlepp

Der Manzanillo International Terminal (MIT) liegt in der Nähe des Atlantikeingangs des Panamakanals. Er gehört zu den wichtigsten Hafenterminals Lateinamerikas mit Verbindungen in etwa 125 Länder. Tsubaki Kabelschlepp kam über die Außendienst-Mitarbeiter in den USA in Kontakt mit der Hafenverwaltung, als die Energieführungsketten eines STS-Krans rundum erneuert werden sollte. Der Kran war mit einem Mitbewerber-System ausgestattet, das aufgrund seines Alters komplett verschlissen war.

Energieführungsketten vom Kabelspezialisten

Energieführungen für Krane sind eine Spezialität von Tsubaki Kabelschlepp und in vielen Häfen der Welt im Einsatz. Insofern wussten die Lösungsanbieter genau, was zu tun war: Zunächst besichtigten und vermaßen sie die Anlage vor Ort. Anschließend plante der Kabelspezialist das komplette Projekt und erstellte ein Angebot, das der Hafenbetreiber prompt akzeptierte. Für die Umsetzung des Projekts stellte Tsubaki Kabelschlepp ein internationales Team zusammen: Die Projektplanung und -leitung erfolgte in Deutschland, bei der Koordination und Umsetzung half das Team in den USA. Die Montage erfolgte in Zusammenarbeit mit einem Team des Hafenbetreibers.

Abgesehen von der Demontage des alten Systems und der Installation der neuen Energieführungskette wollte der Hafenbetreiber MIT während einer knapp zweiwöchigen Down-Time des Kranes auch nötige Wartungsarbeiten um das Energieführungssystem herum durchführen: Unter anderem sollten die Aufhänger mit einer Korrosionsschutzbeschichtung versehen werden. Damit standen für die Arbeiten an der Energieführungskette selbst ganze 10 Tage zur Verfügung – ein enges Zeitfenster, das gleichwohl unbedingt eingehalten werden musste.

Flexibilität beim Retrofit

Die knappe Zeit war nicht die einzige Herausforderung bei diesem Projekt: Bei einem Retrofit wie diesem müssen die Umgebungsbedingung des Krans berücksichtigt werden. Der Erstausstatter eines Kranes montiert die Energieführungskette liegend in einer geschützten Produktionshalle. Ganz anderes bei einer Anlage, die bereits im Betrieb ist: Die Installationsarbeiten erfolgen in großer Höhe und werden von Wind und Wetter erschwert. Die Sicherheit der Mitarbeiter steht deshalb von im Vordergrund.

Zudem gehen viele Jahre schwerer Arbeit auch an einem Hafenkran nicht spurlos vorbei – das erfordert eine gewisse Flexibilität bei Konstruktion und Montage. Ein gutes Beispiel dafür ist der Mitnehmerarm, den Tsubaki Kabelschlepp in Kombination mit einem schwimmenden Mitnehmer lieferte. Das sogenannte Floating-Moving-Device (TKFMD) ist eine spezielle Anbindung, die horizontale und vertikale Abweichungen kompensiert. Denn nach zehn Jahren im Einsatz lässt sich auch bei der besten Anlage eine gewisse Instabilität nicht vermeiden. Die daraus resultierenden Vibrationen würden sich jedoch auf die Energieführungskette übertragen und langfristig Probleme verursachen. Der flexible schwimmende Mitnehmer gleicht unerwünschte Bewegungen aus und sorgt somit für eine optimale Übergabe der Leitungen.

Ein weiteres Beispiel für flexible Lösungen beim vorliegenden Retrofit sind sogenannte Adapterkonsolen. Der Hintergrund: Nachdem der Kran bis dato mit einem Mitbewerber-Energieführungen ausgerüstet war, existierten für die Befestigung des Systems Bohrungen, die für die Lösungen von Tsubaki Kabelschlepp nicht kompatibel waren. Bei einer Verfahrwegslänge von ca. 100 Metern müsste man in luftiger Höhe ca. 300 neue Befestigungslöcher in Stahl bohren. Das ist aufwändig, gefährlich und insgesamt nicht wirtschaftlich. Deshalb brachten die Experten auf den vorhandenen Bohrungen konstruktiv abgestimmte Adapterplatten an, die wiederum als Befestigung für das neue System dienten.

Wegen der geforderten Verfahrwegslänge von 112,5 m fiel die Entscheidung auf eine rollende Kettenanwendung. Im Gegensatz zu bereits auf dem Markt existierenden gleitenden/rollenden Systemen berührt das Obertrum des Roller-Supported-Chains-Systems zu keinem Zeitpunkt das Untertrum. Dabei läuft das Obertrum der Energieführungskette mit kugelgelagerten, wartungsfreien Rollen auf einem Führungsprofil. Weil dadurch nur geringe Zug-/Schubkräfte benötigt werden, verringert sich der Verschleiß innerhalb der Bolzen-/Bohrungsverbindungen der Energieführungskette auf ein Minimum.

EnergieführungskettenQuelle: Tsubaki Kabelschlepp
Das Obertrum inklusive der eingelegten Leitung rollt kontaktlos zum Untertrum auf dem RSC-Führungskanal.

Eine unerwünschte Auslängung im Gesamtsystem wird dadurch nahezu ausgeschlossen und die geführten Leitungen erfahren keine zusätzliche Belastung. Außerdem lässt sich aufgrund der geringen Zug-/Schubkräfte die erforderliche Antriebskraft und dadurch auch die Leistung der Antriebe deutlich reduzieren.

Energieführungsketten für extreme Anforderungen

Bei der Kette selbst entschied man sich für die TKHD-Serie. Diese extrem robusten und stabilen Energieführungsketten eignen sich besonders für die Kranindustrie. Mit ihrem gekapselten Anschlagssystem, einer schmutzunempfindlichen Außenkontur und einem verstärkten Bolzenbohrungsanschluss überzeugen die TKHD-Energieführungen auch bei einem Einsatz bei rauen Umgebungsbedingungen. Die massiven Seitenbänder sind dank einer speziellen Doppelgabel-Laschen-Konstruktion sehr stabil ausgeführt.

Für einen ruhigen Lauf sorgt ein integriertes Dämpfungssystem, das dauerhaft sowohl im Kettenradius als auch in der gestreckten Länge arbeitet. Die Teilung von 90 mm und die polygonoptimierte Außenkontur wirken sich ebenfalls positiv auf den ruhigen Lauf der Energieführungskette aus. Bei einer Innenhöhe von 87 mm lässt sich die Breite der TKHD-Serie exakt dem Bauraum anpassen: Aluminiumstege im 1-mm-Breitenraster machen es möglich. Auch die vertikale Innenaufteilung ist dank fixierbarer Trennstege flexibel gestaltbar. Anwender profitieren zudem von einer schnellen Montage: Die Energieführungsketten lassen sich zur Leitungsbelegung sowohl nach innen als auch nach außen schnell öffnen.

EnergieführungskettenQuelle: Tsubaki Kabelschlepp
Der Manzanillo International Terminal (MIT) in Panama ist einer der wichtigsten Hafenterminals Lateinamerikas mit Verbindungen in etwa 125 Länder.

Ein vielversprechendes Musterprojekt

Im März 2018 montierte das Team das neue Energieführungssystem inklusive der passenden Traxline-Leitungen ohne größere Probleme und innerhalb des vereinbarten Zeitrahmens. Im Nachgang lieferte Tsubaki Kabelschlepp eine detaillierte Dokumentation. Auch nach Projektabschluss blieb man mit dem Hafenbetreiber in Kontakt und erhielt kontinuierlich Updates, die bis heute positiv ausfallen. Ein Best-Practice-Beispiel, das die Grundlage für eine weitere Zusammenarbeit sein könnte, denn mittelfristig plant MIT, auch die übrigen STS-Krane mit neuen Energieführungsketten auszustatten.

Der Autor Thorsten Serapinas ist Head of Application Engineering bei Tsubaki Kabelschlepp.

Lesen Sie auch: Stromversorgung auf Feldebene: Weg zur vollständig dezentralen Anlage geebnet 

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