Marching Bands sind in den USA sehr beliebt – sie gastieren in einer Saison in unterschiedlichen Städten – manchmal sogar an einem Tag. Um das Equipment einer solchen Schulband zu transportieren trafen zwei Unternehmer eine folgenreiche Entscheidung.
(Quelle: Rattanapon Ninlapoom/Shutterstock)
The Clubhouse Trailer Company (The Clubhouse) aus Edmond im US-Bundesstaat Oklahoma hat sich als auf den Bau spezieller Auflieger spezialisiert, mit denen die in den USA populären „Marching Bands“ ihre Ausrüstung von Auftritt zu Auftritt transportieren. Bis vor kurzem sorgten Hydrauliksysteme für das Ausfahren und Einklappen der Laderampen. Nun hat the Clubhouse auf elektrische Aktuatoren umgestellt.
100 Musiker in einer Band
In einer Saison kommen bei einer meist aus Schülern bestehenden Marching Band bis zu 20 Auftritte zusammen und nicht selten müssen am selben Tag mehrere Orte angefahren werden. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die freiwilligen Verladeteams meist aus den Eltern der Musiker rekrutieren – wie Jeff Hadley und Drew Taylor, den Mitbegründern von The Clubhouse betonen. Dabei waren sie selbst einmal unter diesen Freiwilligen.
2010 suchte die High School ihrer Kinder händeringend nach einem geeigneten Transportfahrzeug. Also beschlossen sie, basierend auf einem restaurierten Sattelauflieger, einen eigenen Aufbau zu konstruieren. Als dieser den Verantwortlichen benachbarter Schulbezirke bei Musikzug-Wettbewerben auffiel, wollten sie ebenfalls einen auf diese Aufgabe angepassten Auflieger für ihre Bands. Zunächst nahmen Taylor und Hadley nur zögernd Aufträge an, erkannten aber letztlich das große Potenzial ihres Freizeitprojekts. Im Laufe der Jahre wurde aus dem einstigen Zwei-Mann-Hobby-Betrieb ein Vollzeitgeschäft.
Die Rampe zum Erfolg
Eine der Besonderheiten der Trailer ist deren Rampe, über die sie sich schnell und komfortabel beladen lassen. Die ersten Clubhouse-Anhänger nutzten noch zwei parallel angeordnete Rampen, die manuell aus unter dem Aufliegerboden angebrachten Halteschienen herausgezogen wurden. Als das Unternehmen expandierte, wuchsen auch die Erwartungen der Kunden. Schließlich konstruierten Taylor und Hadley hydraulisch ein- und ausklappbare Rampen.
Die Konstruktion war komplex: Hydraulikzylinder unter dem Auflieger sorgten für die Auf- und Abwärtsbewegung der Rampe, während zwei weitere an der Unterseite der Rampe das Ausklappsegment der Rampe bewegten. Nach Abschluss der Verladung fuhren die Zylinder die Rampe wieder hoch und fixierten sie senkrecht am Heck des Aufliegers, bereit für die Fahrt zum nächsten Auftritt.
„Wir haben Hydraulik genutzt, weil das damals Stand der Technik war“, erläutert Hadley. „Sie hat uns gute Dienste geleistet, aber mit zunehmender Anzahl der Projekte wurden immer mehr Schwachpunkte offensichtlich – beispielsweise bei extremen Temperaturen, beim Absetzen des Aufliegers oder bei der Gewichtsverteilung.“
(Für Jeff Hadley und Drew Taylor begann das Business 2010 als Hobby mit einem Auflieger für die Schule ihrer eigenen Kinder – heute fertigen sie 50 Stück davon im Jahr. Bild: The Clubhouse)
Der Umstieg auf elektrische Aktuatoren
„Unsere Suche nach einer Alternative verlief ergebnislos, bis wir uns an Thomson wandten“, kommentiert Hadley. Beim nächsten Projekt ersetzte Hadley die Hydraulikzylinder für die Rampe durch vier elektrische Electrak-HD-Linearaktuatoren des Antriebstechnik-Anbieters. Dabei übernehmen zwei Aktuatoren das Absenken der Rampe, indem sie auf bis zu 72 Zentimeter ausfahren, während die beiden anderen für das Ausklappsegment der Rampe 46 Zentimeter erreichen.
Die Umstellung auf elektrische Aktuatoren beseitigte umgehend die Probleme beim Ansprechverhalten, die Hydraulikzylinder bei extremen Temperaturen aufwiesen. „In der einen Woche wird der Auflieger vielleicht im winterlichen Norden eingesetzt, in der nächsten Woche geht es in den heißen Süden“, erklärt Hadley. „Bei derartigen Temperaturextremen leidet auch das Hydrauliköl, was wiederum das Ein- und Ausklappen sowie die Synchronisierung der Bewegungen beeinträchtigte, sodass immer wieder nachjustiert werden musste. Elektrischen Aktuatoren machen die Temperatur-Schwankungen hingegen nichts aus.“
Zudem erleichtert die elektronische Ansteuerung die sichere Fixierung der Rampe sowohl während der Fahrt als auch beim Verladen. Jedes Segment der Rampe wiegt 115 Kilogramm und muss sowohl eingeklappt als auch ausgeklappt in seiner Stellung gesichert werden. Bei Hydraulikzylindern traten nach dem Abschalten kleine Kriechbewegungen durch kleine Undichtigkeiten in den Komponenten auf. Demgegenüber verfügen die Elektro-Aktuatoren über eine elektronische Feststellfunktion, die unerwünschte Bewegungen sicher unterbindet.
Stand: 16.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die WIN-Verlag GmbH & Co. KG, Chiemgaustraße 148, 81549 München einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://kontakt.vogel.de/de/win abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Sanfte Bewegungen durch elektrische Aktuatoren
Die in die Linear-Aktuatoren integrierte „Bordelektronik“ gewährleistet zusammen mit der CAN-Bus-Anbindung eine durchgängig synchrone Bewegung der Rampenaktuatoren. „Beim Ausklappen der Rampe müssen die Segmente zunächst ausfahren, um die Bewegung in Gang zu bringen, und sich dann zur flachen Ebene ausklappen“, erläutert Hadley. „Die Hydraulikzylinder arbeiteten alle unabhängig voneinander. Bewegte sich einer von ihnen etwas langsamer, bestand die Gefahr, dass sich die Rampe verbiegt oder verdreht. Im Unterschied dazu bringt die Synchronisationssoftware die Aktuator-Bewegungen in Einklang und sendet jedem Aktuator individuelle Bewegungskommandos, um die Symmetrie zu halten. Dasselbe passiert beim Wiedereinklappen. Insgesamt beschleunigt die Synchronisierung also die gesamte Rampenbetätigung.“
Vorteile bei der Montage
Auch der Wegfall des Hydraulikfluids brachte Vorteile. Früher wendeten die Clubhouse-Monteure viele Stunden dafür auf, die Edelstahlleitungen für den Transport des Fluids zu den Hydraulikzylindern von Hand in Form zu biegen und zu montieren. Die empfindlichen Leitungen können leicht durch zu fest angezogene Halteschellen eingedrückt werden, was zu gefährlichen Undichtigkeiten führen kann. Bei den Thomson-Aktuatoren verlaufen sämtliche Kabel geschützt innerhalb der Wandverkleidungen, unter dem Boden oder durch die Dachstreben. Das spart nicht nur Zeit bei der Montage – es macht die Funktion auch sicherer und zuverlässiger.
(Die Rampen zur einfachen Verladung von Tuba & Co. wurden zunächst manuell bedient, dann per Hydraulik und schließlich durch elektrische Aktuatoren. Diese führten nicht nur für mehr Zuverlässigkeit, sondern auch zu einer schnelleren Montage und zu nützlichen neue Optionen. Bild: The Clubhouse)
Elektrische Aktuatoren: Neue Optionen ermöglicht
Als ihnen die Möglichkeiten der Electrak HD-Aktuatoren bewusst wurden, begannen Taylor und Hadley, ihre Auflieger mit Funktionen auszustatten, die sie bei ihrer anfänglichen Suche nach einer Hydraulik-Alternative zunächst nicht im Blick hatten. Mit den elektrischen Aktuatoren konnten sie ihren Kunden neue Optionen anbieten, wie einen beweglichen Boden. Diese Option erlaubt es, Abschnitte des Zwischenbodens auf jede Höhe innerhalb von 40 Zentimetern zu bringen, sodass die Packer die obere und untere Stauhöhe optimal nutzen können. Und Treppen an verschiedenen Stellen des Trailers, die bisher per Federkraft eingeklappt wurden, lassen sich nun elektrisch angetrieben einfacher und sicherer bedienen.
Wohl eine echt Weltneuheit ist der „Tubavator“ – diese elektrische Hebebühne fährt aus einer offenen Seitentür heraus, um das Verladen von schwerem Equipment zu erleichtern. So lassen sich auch 25-Kilogramm-wiegende Tubas einfach verladen.
Ein guter Projektpartner
Neben der Funktionalität der Aktuatoren lobt Hadley auch die Thomson-Ingenieure für ihre Unterstützung bei Konstruktionsanpassungen und Programmierung: „Als wir Probleme hatten, eine Aktuator-Baugruppe an einer Trailerwand zu montieren, half uns Thomson mit einer konstruktiven Lösung, die den Motor um 90 Grad drehte. Damit wir die Aktuatoren innerhalb unserer Rampenrahmen montieren und gleichzeitig die vorhandenen Montagepunkte nutzen können, hat Thomson außerdem die Kolbenstange einfach um 100 Millimeter verlängert.“
Das Unternehmen plant zukünftig, etwa 50 Auflieger pro Jahr zu bauen, und angesichts von Tausenden aktiver Highschool-, College- sowie Drum-Corps-Bands in den USA wird das Geschäft wohl auf Wachstumskurs bleiben.
Der Autor Anders Karlsson ist Product Line Specialist für Linearaktuatoren bei Thomson in Kristianstad (Schweden).