Generative künstliche Intelligenz in der Industrie Einsatz von KI: Potenzial zum Game Changer

Die Fragen stellte Rainer Trummer 3 min Lesedauer

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Der Einsatz von KI in der Industrie bietet vielfältige Chancen und Anwendungsmöglichkeiten. Welche das sind und welche Rolle generative KI dabei spielt, erläutert uns Dr. Theo Steininger, Gründer und CEO von Erium. Er leitet auch das Seminar „Einsatz von ChatGPT in der Industrie“ beim VDI-Wissensforum.

(Bild:  Limitless Visions/AdobeStock (generiert mit KI))
(Bild: Limitless Visions/AdobeStock (generiert mit KI))

Herr Dr. Steininger, wie hat sich der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) in der Industrie in den letzten Jahren entwickelt?

Dr. Theo Steininger: Die Entwicklung von KI in der Industrie hat in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte gemacht. Ursprünglich lag der Fokus auf Expertensystemen, die menschliche Expertise emulierten, jedoch aufgrund der hohen Komplexität schnell an ihre Grenzen stießen. Mit dem Aufkommen der Industrie 4.0 hat sich der Einsatz von KI durch den Zugang zu umfangreichen Daten­quellen und zu leistungsstarken Rechen­ressourcen rasant weiterentwickelt und die Möglichkeit eröffnet, neuronale Netze zu trainieren und Muster aus großen Daten­mengen zu extrahieren. Viele Industrie 4.0-Projekte blieben jedoch aufgrund hoher Unsicherheit und der Schwierigkeit, eine solide Datengrundlage zu schaffen, hinter den Erwartungen zurück. Die jüngste Entwicklungsphase ist durch den Aufstieg der generativen KI gekennzeichnet, die es ermöglicht, nicht nur numerische, sondern auch semantische Informationen zu verarbeiten. Generative KI kann große Dokumentenmengen sehr schnell und effizient für die Beantwortung spezifischer Fragen verarbeiten. Dies hat die Kosten vieler Projekte drastisch gesenkt und neue Use Cases eröffnet, zum Beispiel Support-Bots, die Mitarbeitenden in der Fertigung assistieren.

Die moderne Industrie und der Einsatz von KI

Welche Rolle spielt generative KI wie ChatGPT in der modernen Industrie?

Steininger: Generative KI, insbesondere in Form von Sprachmodellen wie ChatGPT, basiert auf sogenannten Transformer-Architekturen, die es ermöglichen, große Mengen an Text zu verarbeiten und zu verstehen, indem sie auf das Prinzip der Vervollständigung setzen. Bei diesem Konzept lernt die KI, vorgegebene Textfragmente sinnvoll zu ergänzen. Durch Training mit umfangreichen Daten erkennt sie Muster und generiert kohärente Texte. Zudem kann sie semantische Informationen nutzen, um firmenspezifisches Wissen effizient in ihre Antworten einzubinden.

Wie schätzen Sie das Potenzial generativer KI ein?

Steininger: Die generative KI hat das Potenzial, die Industrie grundlegend zu verändern. Sie ermöglicht die Automatisierung und Optimierung sowohl mechanischer als auch kognitiver Prozesse, was die Produktivität steigern und die Ressourceneffizienz verbessern kann. Ein Beispiel ist die Unterstützung von Mitarbeitenden bei repetitiven Aufgaben, wodurch sie sich auf komplexere und kreativere Tätigkeiten konzentrieren können. Zudem eröffnet generative KI neue Möglichkeiten, indem sie Informationen aus unstrukturierten Datenquellen effizient verarbeitet und nutzbar macht – sogar in verschiedenen Sprachen.

Gibt es auch Schattenseiten?

Steininger: Die Integration generativer KI kann den Stresspegel für die Mitarbeitenden erhöhen, da Arbeitsintensität und -geschwindigkeit steigen. Zudem entsteht eine neue digitale Kluft zwischen denen, die den professionellen Einsatz der KI beherrschen, und denen, die es nicht tun. Schließlich ist es für Unternehmen fast unerlässlich, generative KI effektiv zu nutzen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

So gelingt der Start beim Einsatz von KI

Welche Empfehlungen würden Sie Unternehmen geben, die generative KI einführen möchten?

Steininger: Unternehmen sollten den Einsatz generativer KI strategisch planen und sicherstellen, dass die Mitarbeitenden entsprechend geschult sind. Zudem ist es wichtig, robuste Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, um die Integrität der Daten und die Verlässlichkeit der KI-Ergebnisse zu gewährleisten. Unter­nehmen, die frühzeitig in generative KI investieren und sie gezielt in ihre Prozesse integrieren, können langfristig erhebliche Wettbewerbsvorteile erzielen.

Einsatz von KIDr. Theo Steininger 
Gründer und CEO von Erium, einem Unternehmen, das sich auf die praktische Anwendung von künstlicher Intelligenz in der Industrie spezialisiert hat

Bildquelle: Erium

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