eCarTec Award 2009: Neue Auszeichnung für Elektromobilität in fünf Kategorien

Am 14. Oktober 2009 wurden anlässlich der eCarTec – 1. Internationale Messe für Elektromobilität – die Gewinner des 1. eCarTec Awards in den Kategorien Elektrofahrzeuge, Antriebstechnologie + Systemelektrik + Testsysteme, Speichertechnologie + Systemintegration, Energie + Infrastruktur + Anschlusstechnik sowie Nachhaltige Mobilitätskonzepte ausgezeichnet.

Im Bereich der Elektromobilität ist in den nächsten Jahren mit beachtlichem technischen und wirtschaftlichen Fortschritt zu rechnen. Die langfristige Sicherung unserer Mobilität sowie der Klima- und Ressourcenschutz erfordern dringend die Entwicklung von hocheffizienten Antrieben und Fahrzeugen. Eine besondere Rolle wird dabei die Elektrifizierung des Antriebsstrangs spielen, denn elektrische Antriebe bieten große Potenziale, die Abhängigkeit von Ölimporten zu verringern und gleichzeitig die CO2- und die lokalen Schadstoffemissionen wie Feinstaub und Stickoxide zu reduzieren.

Um diesen Prozess zu beschleunigen und zu fördern lobte die MunichExpo Veranstaltungs GmbH anlässlich der eCarTec 2009, den eCarTec Award erstmalig aus. "Gesucht wurden die innovativsten und zukunftsträchtigsten Projekte und Produkte im Bereich der Elektromobilität. Mit der Teilnahme am Wettbewerb konnten Unternehmen ihre Innovationskompetenz unterstreichen", stellt Robert Metzger, Veranstalter der Messe eCarTec, fest.

Gewinner der Kategorie Speichertechnologie / Systemintegration

Das A-ISOMETER iso-F1 überwacht den Isolationszustand zwischen den aktiven Leitern eines elektrischen Antriebssystems (Un = DC 0…1000 V) und der Messerde (Fahrzeugmasse). Durch das patentierte Messverfahren wird der Isolationszustand auf dem gesamten Hochvoltsystem eines elektrischen angetriebenen Fahrzeuges überwacht und Isolationsfehler werden zuverlässig gemeldet, auch bei hohen Störbeeinflussungen, die durch Motorsteuerungsprozesse verursacht werden können.

Aufgrund des geringen Gewichts (50g) und Platzbedarfes sowie der optimierten Messtechnik ist das Gerät bestens für den Einsatz in Elektro-Fahrzeugen geeignet. Es erfüllt die erhöhten Anforderungen an beispielsweise die Umgebungstemperaturen (von -46°C…105(125)°C) sowie die EMV und die Hochspannungsfestigkeit. Das Bauteil genügt außerdem höchsten Schock- und Rüttelanforderungen.

Infos: www.bender-de.com

Gewinner der Kategorie Elektrofahrzeuge

Dem Tesla Roadster gelingt der Spagat zwischen Öko-Anspruch und Fahrspaß. Als Basis des Tesla dient ein überarbeitetes Lotus Elise Chassis – die aus Carbon gefertigte Karosserie drückt das Gewicht auf nur 1.220 kg. Der Tesla, in dessen Heck ein Drehstrommotor sitzt, beschleunigt mit seinen durchgängigen 380 Nm von 0-100 km/h in rund 4 Sekunden. Dabei hat er eine Reichweite von 365 Kilometern. Ein kompletter Ladezyklus mit Starkstrom dauert rund 4 Stunden, die Lebenserwartung der Batterie liegt bei ca. 160.000 km. Der benötigte Strom für 100 Kilometer kostet etwa 1,10 Euro.

Info: www.teslamotors.com

Gewinner der Kategorie Antriebstechnologie / Systemelektrik / Testsysteme

FEV präsentiert ihr Plug-In Elektrofahrzeug mit Range Extender Modul und Li-Ionen Batterie auf Basis eines Fiat 500 auf der eCarTec in München. Sechzehn dieser Fahrzeuge werden in einer zweijährigen Erprobungsphase im Rahmen des EEnergy Projektes der Bundesregierung in einem Flottenversuch zur E-Mobility in der Modellregion Aachen eingesetzt. Eine der zentralen Herausforderungen der heutigen Fahrzeugentwicklung ist die Reduktion der klimarelevanten CO2-Emission.

Der Energieträger Strom, vorzugsweise aus regenerativen Quellen, bietet sich hierzu an. Mit dem fortschreitenden Entwicklungsstand der Li-Ion Batterietechnik rückt diese Technologie weiter in den Vordergrund. Ergänzt durch ein Range Extender Modul lassen sich Elektrofahrzeuge mit einem hohen Nutzwert darstellen. FEV integrierte die E-Traction Komponenten in ein bestehendes Serienfahrzeug. Der Bauraum des Verbrennungsmotors dient der Installation des Elektromotors.

Der verbleibende Freiraum kann entweder für weitere Batteriemodule oder aber für eine alternative Installation des Range Extender Moduls genutzt werden. Die Li-Ion Batterie ist eine Eigenentwicklung, die in einem Sandwichboden im Bereich der Längsträger verbaut wurde. Das Range Extender Modul wurde im Bereich des ehemaligen, auf 12 Liter verkleinerten, Tanks untergebracht. Der Nutzraum des Fahrzeugs blieb somit unverändert.

Das von FEV aufgebaute Fahrzeug ist ein Versuchsträger zur Erprobung diverser E-Traction Komponenten und wurde bewusst modular aufgebaut, um unterschiedliche Elektromotoren, Batterien und Range Extender Module zu erproben. Auf Grund der hohen Nachfrage nach Elektrofahrzeugen wird das Fahrzeug in Kleinserie für Flottenversuche bei FEV aufgebaut. Die in Aachen ansässige FEV Motorentechnik GmbH ist ein unabhängiges, weltweit agierendes Engineering Unternehmen mit mehr als 1.800 Mitarbeitern weltweit, und führt, unter Einhaltung höchster Vertraulichkeit, High-Tech-Entwicklungen auf dem gesamten Gebiet der Antriebsstrang- und Fahrzeugtechnik durch.

Info: www.fev.de

Gewinner der Kategorie Energie / Infrastrukture / Anschlusstechnik

MENNEKES Elektrotechnik GmbH & Co. KG ist der führende Hersteller von Industriesteckvorrichtungen. Bereits seit Ende der 90er Jahre beschäftigt sich MENNEKES mit Ladesteckvorrichtungen für Elektrofahrzeuge. MENNEKES geht das Thema ganzheitlich an und kann alle Felder von der Fahrzeugsteckdose über das Ladekabel mit Steckern bis hin zu Ladestationen bedienen. Die Aufgaben der Ladestecker sind dabei komplexer, als man zunächst vermutet, da diese eine große Funktionsvielfalt abdecken müssen. Mennekes ist es gelungen, einen Ladeanschluss zu entwickeln, der diese Anforderungen erfüllt.

Dabei ist der Ladestecker nicht größer als ein herkömmlicher 16A-Stecker und sowohl für den einphasigen 230V-Anschluss als auch für den dreiphasigen 400V-Anschluss bis 63A Ladestrom geeignet. Dazu beinhaltet diese Ladetechnik auch die erforderlichen Kommunikationsschnittstellen zwischen Ladestation und Fahrzeug. Ein "Proximity"-Kontakt sorgt zum Beispiel für die Aktivierung der Wegfahrsperre und ein "Controlpilot"-Kontakt ermöglicht die Kommunikation, also den Austausch von Daten.

Info: www.mennekes.de

Gewinner der Kategorie Nachhaltige Mobilitätskonzepte

Fraport plant den Fuhrpark der Bodenverkehrsdienste mittelfristig auf Elektrofahrzeuge umzustellen. Parallel zum sukzessiven Einsatz von elektrisch angetriebenen Fahrzeugen ist ein ausreichend dimensioniertes Versorgungsnetz von Schnellladestationen an zentralen Punkten auf dem Vorfeld sowie an einer Reihe weiterer gut erreichbarer Stellen am Flughafen aufzubauen, um die Versorgung der wachsenden Flotte an Elektrofahrzeugen sicherzustellen. Dies ist aus heutiger Sicht vergleichsweise einfach umsetzbar, da am Flughafen ein gut ausgebautes Stromnetz bereits vorhanden ist.

Wo es für die schnelle Verfügbarkeit der Fahrzeuge oder Abfertigungsgeräte erforderlich ist, sollen zudem Starkstromzapfsäulen aufgestellt werden, die die Akkumulatoren in weniger als 30 Minuten aufladen können. Zudem gibt es Überlegungen, die Parkhäuser für Passagiere, aber auch für Mitarbeiter, in einem weiteren Schritt mit ersten Ladestationen auszustatten, um die Stromversorgung auch in diesen Bereichen erproben zu können. Derzeit gibt es bereits 5 Anschlüsse im Parkhaus gegenüber Terminal 1. 193 Pkw.

Im Bereich der Pkw werden bis November 2009 (brennstoffzellenbetriebene) F-Cell-Fahrzeuge getestet. Diese werden nach Ablauf des Projektes "Zero Regio" wieder dem Hersteller zurückgegeben. Ab 2010 werden weitere Elektrofahrzeuge beschafft und auf ihre Einsatzmöglichkeiten auf dem Flughafen getestet, um die Pkw-Flotte sukzessive umzustellen. Von den 628 Schleppern sind 136 Elektroschlepper und 180 Hybridschlepper. Die Hybridschlepper haben noch einen konventionellen Antrieb. Es werden Hybridschlepper mit elektrischem Antrieb und Dieselgenerator beschafft und getestet, so dass bei entsprechendem Fortschritt der Batterie- bzw.

Brennstoffzellentechnik auf rein elektrischem Betrieb oder Brennstoffzellentechnik umgestellt werden kann.88 Förderbänder. Die Anzahl der Förderbänder wurde gegenüber 2008 von 107 auf 88 reduziert. Der Bestand beinhaltet noch 14 dieselbetriebene Förderbänder, die entweder in 2012 gegen elektrische ausgetauscht oder nicht mehr ersetzt werden. 100 Prozent wird angestrebt.165 Treppen. Die Beleuchtung der Treppen soll rein auf Solarstrom umgestellt werden. Die Umrüstung ist derzeit für 32 Treppen bis Ende 2010 vorgesehen. Von 243 Hubfahrzeuge des BVD sind 100 Palettenhubfahrzeuge.

Es werden ab 2010 zwei elektrisch betriebene Palettenhubfahrzeuge getestet. Bei erfolgreicher Erprobung soll die Ersatzbeschaffung wie geplant verlaufen. Die FraportAG wird weiterhin neuartige, für die elektromobile Zukunft am Flughafen benötigte Fahrzeug – bzw. Gerätegattungen erproben. Sie verfolgt das Ziel, die Elektroflotte bis 2020 je nach Möglichkeiten auf 50 Prozent des Fuhrparkbestandes zu erhöhen. Parallel dazu sollen erste Praxistests mit der Speicherung von Strom in den Fahrzeugbatterien von Fahrzeugen, die nicht im Einsatz sind, stattfinden.

Dieser Strom könnte dann bei Bedarf an das Fraport-Stromnetz abgegeben werden, sofern es bis zu diesem Zeitpunkt ein detailliertes brauchbares Bedarfsmanagement gibt und die Ladezeiten entsprechend verkürzt sind, damit die Fahrzeuge wieder rechtzeitig aufgeladen werden können ("Vehicle to Grid"). Durch die Schaffung von Anreizen für Dritte zum Einsatz von Elektrofahrzeugen, könnte die Technologie auch für weitere Nutzergruppen attraktiver werden (z.B. vergünstigtes Leasing von e-Fahrzeugen, Bereitstellung von Ladestationen, Gewährung von Vorfahrt für Elektrotaxis ("Green Line") sowie die Schaffung der Möglichkeit für Taxis, Schnellladestationen der Fraport zu nutzen).Die Parkhäuser für Passagiere und für Mitarbeiter könnten langfristig mit Ladestationen ausgestattet werden, wobei in der Anfangsphase Anreize zur Nutzung geschaffen werden müssten.

Info: www.fraport.de

Weitere Informationen unter: www.munichexpo.de

 

 

 



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