Faktor Mensch entscheidet Wie erfolgreiche ECAD/MCAD-Kollaboration gelingt

Quelle: Var Group 4 min Lesedauer

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Wie MCAD- und ECAD-Modelle in Echtzeit kollaborieren können ist weniger eine technische Frage als vielmehr eine menschliche: Es geht um die Zusammenarbeit der Teams auf der PLM-Plattform als gemeinsamem Raum. Drei Statements untermauern diese Sichtweise.

Stellen den Menschen in den Mittelpunkt der ECAD/MCAD-Kollaboration: Hasan Anac, Björn Dietzler und Stefan Kollegger (v. l.n.r.).(Bild:  Var Group)
Stellen den Menschen in den Mittelpunkt der ECAD/MCAD-Kollaboration: Hasan Anac, Björn Dietzler und Stefan Kollegger (v. l.n.r.).
(Bild: Var Group)

Die digitale Produktentwicklung lebt nicht nur von Software, Schnittstellen und Prozessen – sie lebt vor allem vom Miteinander der Menschen, die sie gestalten. Drei persönliche Perspektiven machen deutlich, wie entscheidend der Faktor Mensch für erfolgreiche zur ECAD/MCAD-Kollaboration ist.

Kollaboration beginnt mit Haltung

Die technische Integration von ECAD- und MCAD-Modellen ist heute möglich – echte Kollaboration entsteht jedoch erst, wenn Menschen bereit sind, über Fachgrenzen hinweg zuzuhören, voneinander zu lernen und gemeinsam zu gestalten, weiß Hasan Anac, Geschäftsführer Var Industries GmbH, vor dem Hintergrund langjähriger Projekterfahrung. Er erklärt: „Technologie verbindet – und Menschen gestalten sie. Gerade im Engineering gibt es meines Erachtens enorme Potenziale im Miteinander der Ingenieure, beispielsweise bei der ECAD/MCAD-Kollaboration. Mechanik- und Elektronikteams arbeiten oft noch nebeneinander statt miteinander. Nicht aus mangelndem Willen, sondern weil über Jahre hinweg eigene Denk- und Arbeitsweisen entstanden sind, die zu klassischen Prozessen geworden sind."

Es reicht nicht, technische Schnittstellen zu schaffen, wenn die menschlichen nicht funktionieren.

Hasan Anac

Auch mal ein physisches Modell gemeinsam diskutieren

Und genau das sei der Knackpunkt: Es reiche nicht, technische Schnittstellen zu schaffen, wenn die menschlichen nicht funktionieren: "Ich erlebe immer wieder, dass der entscheidende Fortschritt dann eintritt, wenn beide Seiten anfangen, wirklich zuzuhören und nicht nur auf die Daten schauen, sondern auf die Intentionen und Herausforderungen des anderen. Die besten Lösungen entstehen dann, wenn Entwicklerteams frühzeitig miteinander sprechen, sich austauschen, auch mal ein physisches Modell gemeinsam diskutieren, fernab von Tools und Systemgrenzen. Mein Fazit nach vielen Projekten lautet daher: Kollaboration beginnt mit Haltung. Es sind die Faktoren Offenheit, Respekt und echte Kommunikation, die den Unterschied ausmachen. Die Software und deren Entwicklungsumgebung folgen – aber sie kann nicht ersetzen, was zwischen Menschen passieren muss.“

Methodische Grundlagen schaffen

Disziplinübergreifende Entwicklung gelingt nicht durch Tools allein. Erst durch Methoden wie Model-Based Systems Engineering entsteht ein gemeinsames Verständnis – und damit die Basis für durchgängige, digitale Produktmodelle über Systemgrenzen hinweg, weiß Stefan Kollegger, Co-Founder and Head of Engineering and IT bei der Antemia GmbH. Er sagt: „Die Entwicklung technischer Produkte erfordert heute mehr als technologische Exzellenz: Sie verlangt ein tiefes Verständnis für die Zusammenarbeit zwischen Menschen unterschiedlicher Fachrichtungen. Interdisziplinarität ist kein Trend, sondern eine Notwendigkeit – und ihr Erfolg hängt wesentlich vom Menschen ab. Deren fehlende Abstimmung führt zu Mehraufwand, Entwicklungsschleifen und Ressourcenverschwendung. Schlüsselpersonen, die zwischen Disziplinen vermitteln, sind rar. Geht ihr Wissen verloren, entsteht oft teurer Stillstand. Systems Engineering (SE) und insbesondere Model-Based Systems Engineering (MBSE) schaffen methodische Grundlagen, um beispielsweise Fachkräfte über Systemmodelle zu verbinden. Diese Modelle dienen als zentrale Plattform, auf der Anforderungen, Funktionen und technische Lösungen verständlich und disziplinübergreifend dokumentiert werden. Solche Systemmodelle mit PLM zu koppeln, lässt einen durchgängigen digitalen Faden entstehen. Struktur- und Verhaltenselemente lassen sich in frühen Entwicklungsphasen logisch verknüpfen, technische Dokumente andocken und systemrelevantes Wissen nahtlos rückverfolgen – eine ideale Basis für den digitalen Zwilling. Ein gemeinsames Verständnis entsteht, das Abstimmung erleichtert, Fehler vermeidet und den Menschen befähigt, bessere Entscheidungen zu treffen. Interdisziplinäre Zusammenarbeit gelingt mit MBSE systematisch und der Alltag des Ingenieurs bleibt im Zentrum.“

„Systems Engineering (SE) und insbesondere Model-Based Systems Engineering (MBSE) schaffen methodische Grundlagen, um beispielsweise Fachkräfte über Systemmodelle zu verbinden.

Stefan Kollegger

Gewerkeübergreifende Kommunikation ermöglichen

Kommunikation bleibt der Schlüssel jeder Zusammenarbeit. Wenn Sprache zur Barriere wird, braucht es neue Ansätze, um komplexes Fachwissen verständlich zu machen – etwa durch modellbasierte Übersetzungen, die menschliche Verständigung wieder in den Mittelpunkt rücken.

Gewerkespezifische Fachbegriffe und implizites Wissen stören die Kommunikation und damit auch die Kollaboration.

Björn Dietzler

Björn Dietzler, Geschäftsführer bei der ECS GmbH, erklärt dazu: „Wohl eines der wichtigsten Grundbedürfnisse von Menschen und Grundlage jeder Zusammenarbeit ist die Kommunikation. Wann immer Menschen eine Aufgabe gemeinsam bearbeiten, kommunizieren sie miteinander und je besser diese Kommunikation funktioniert, desto besser können sie auch die gemeinsame Aufgabe bewältigen. Sprachbarrieren sind dabei eines der größten Hindernisse für eine gute Kommunikation. Selbst wenn in der gleichen natürlichen Sprache kommuniziert wird, entstehen sie gerne, wenn der Gegenstand der Kommunikation ein besonders hohes Maß an fachspezifischer Expertise benötigt. So erleben wir als Digitalisierungsberater es auch, wenn wir die Kommunikationsprozesse zwischen ECAD- und MCAD-Konstrukteuren aufnehmen: gewerkespezifische Fachbegriffe und implizites Wissen stören die Kommunikation und damit auch die Kollaboration. Um dennoch kommunizieren zu können wird auf zeitraubende, oft neutralformatbasierte Übersetzungsschritte oder komplizierte Abstimmungsprozesse ausgewichen, obgleich wir heute dank PLM-Lösungen über alle technischen Möglichkeiten verfügen, diese Übersetzungsarbeit modellbasiert im Hintergrund passieren zu lassen und eine direkte, gewerkeübergreifende Kommunikation zu ermöglichen. Eine direkte Kommunikation, die die Basis für moderne Arbeitsprozesse bildet und ein ganz neues Level an kreativem Austausch ermöglicht.“

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