Digitalisierung und PLM: Die Contact Open World 2019 zeigt, wie das funktioniert

Verantwortlicher Redakteur:in: Rainer Trummer 4 min Lesedauer

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Vom 26. bis 27. Juni 2019 zeigte PLM-Entwickler Contact Software gemeinsam mit Partnerunternehmen und Anwendern, wie die digital Transformation funktioniert. Im Mittelpunkt stand dabei insbesondere Contact Elements, eine zukunftsfähige digitale Plattform, wie Peter Bilello, CEO von CIMdata, in seiner Keynote resümierte. Wie die Plattform beeindruckte. von Michael Wendenburg

(Quelle:  Contact Software)
(Quelle: Contact Software)

Das diesjährige Open World Motto „Energizing your digital business“ war wohl als Appell und Leistungsangebot gleichermaßen zu verstehen. Contact-Geschäftsführer Karl Heinz Zachries ermutigte die Teilnehmer, die Chancen der Digitalisierung auch mit Blick auf die Innovationsoffensive rund um Contact Elements zu nutzen. Die Kunden honorieren das: Der Auftragseingang stieg 2018 um 35 Prozent.

Mit über 300 Gästen aus Amerika, Asien und Europa war die Veranstaltung sehr gut besucht. Das Contact Global Ecosystem wachse stark, erklärte Michael Murgai, im Unternehmen für die internationale Expansion zuständig, die Anwesenheit vieler Partner aus dem In- und Ausland.

Contact-Software-Geschäftsführer Karl Heinz Zachries bei seiner Keynote.(Quelle:  Contact Software)
Contact-Software-Geschäftsführer Karl Heinz Zachries bei seiner Keynote.
(Quelle: Contact Software)

Bereit für die Digitalisierung

Zum Auftakt der zweitägigen Konferenz machte Zachries deutlich, dass die Industrie mit smarten Produkten bestens für neue Geschäftsmodelle aufgestellt ist. Nun biete die Digitalisierung die Möglichkeit, neues Geschäft zu entwickeln oder bestehendes zu optimieren, sagte er, und nannte als Beispiel das Unternehmen Weidmüller. Der Hersteller von industrieller Verbindungstechnik hat den Angebotsprozess mit Hilfe von CIM Database PLM vollständig automatisiert, so dass Kunden in Sekunden statt Stunden oder Tagen ein Angebot für ihre Produktkonfiguration erhalten.

Plattform für die Digitalisierung

Contact hat seine modulare und offene Elements Plattform und die darauf aufbauenden Lösungen für PLM, Projektmanagement und IoT in den letzten Jahren umfassend ausgebaut. Sie deckt den Produktlebenszyklus von der Entwicklung smarter Produkte bis zu ihrer Nutzungsphase durchgängig ab und speist die Betriebsdaten im Sinne des Closed-loop Engineering wieder in den Entwicklungsprozess ein.

Das Web ist die „Blaupause“ für Unternehmenslösungen und das Elements Design System das „Navi“ für Anwender, sagte Entwicklungsleiter Frank Patz-Brockmann zu Contacts Technologie-Roadmap. Elements sei heute schon ein „Internet Citizen“, der alle Services im Browser bereitstelle, so Patz-Brockmann, und wird mit Release 16 komplett Cloud-fähig sein. Dazu gehört auch, unter der Leitlinie „DevOps“ das Software-Deployment stärker zu automatisieren, um Weiterentwicklungen noch schneller auszurollen.

Peter Bilello, CEO des Marktforschungsunternehmens CIMdata, würdigte Elements in seiner Keynote als exzellentes Beispiel für eine moderne, zukunftsfähige „Product Innovation Platform“.

Contact Open World: Der digitale Zwilling

Contact stellt IoT-Anwendungen bereit, die das digitale Produkt über den Digital Twin zum Spiegelbild des realen Produkts machen. Durch die Nutzung erprobter Elements-Bausteine habe Elements for IoT einen deutlich höheren Reifegrad als andere IoT-Plattformen, sagte Stefan Gregorzik, der Contacts übergreifende IoT-Aktivitäten verantwortet. Eine der Stärken der Low-Code-Plattform Elements for IoT sei, dass Unternehmen mit vielen typischen Anwendungsfällen direkt ohne Programmieraufwand starten können. Dabei seien die Verbindung zum Digital Twin und offene Schnittstellen etwa zum ERP entscheidend für neue Service-Modelle, betonte Gregorzik. Der Maschinenbauer Mixaco nutzt Elements for IoT zum Beispiel, um den Zustand seiner Industrie-Mischer zu überwachen und ihre Performance zu verbessern.

Das neue CIM Database Release

Für Contacts stehe CIM Database PLM unverändert mit im Mittelpunkt der Geschäftstätigkeit, sagte Produktmanager Dr. Patrick Müller, der die Highlights der neuen Version 11.4 präsentierte. Dazu gehören die ALM Bridge, die eine Verzahnung der Software-Entwicklung mit dem übergreifenden Varianten- und Change-Management erlaubt, die Verknüpfung von ERP-Daten mit dem Digital Twin via EAI-Integration, der Ausbau von Universal Classification um Compliance-relevante Merkmale, das erweiterte Requirements Engineering und vieles mehr. Die Industrialisierung der Produkte unterstützt die PLM-Lösung nun durch die Option, Arbeitspläne einzubinden und über den neuen xBOM Manager beliebige Ausprägungen von Stücklisten anzulegen und synchron zu halten.

Contact Open World: Workspaces 4.0

Ein Besuchermagnet war auch die Vorstellung der nächsten Version von Contacts universeller Lösung für das Multi-CAD-Datenmanagement, die weit mehr als nur CAD-Daten verwalten kann. Workspaces 4.0 basiert ebenfalls auf dem Contact Elements Design System und bietet neue Funktionen für die Zusammenarbeit im Team, mit Partnern und Zulieferern. Sie automatisieren auch komplexe CAD-Operationen, wie die Erzeugung oder Veränderung von Baugruppen – und dies in beeindruckender Geschwindigkeit. Die neue Version soll 2020 auf den Markt kommen.

Agile Task Boards fördern Digitalisierung

Contacts Projektmanagement-Lösung Project Office unterstützt agile Methoden wie Scrum, damit Teams in komplexen Entwicklungsprojekten schneller zum richtigen Ergebnis kommen. Die agilen Task Boards werden im Rahmen der klassischen Projektplanung genutzt, um zum Beispiel Aufgaben mit nicht genau spezifizierten Anforderungen in Sprints zu detaillieren und abzuarbeiten. Entwickelt wurde die Lösung gemeinsam mit Mann + Hummel. Es sei eine der besten Innovationen seit langem, meinte Harald Kurz, Leiter IT R&D bei dem Weltmarktführer für Filtration.

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Mit Aloha zur digitalen Transformation

Unter dem Projekttitel „Aloha“ entwickelt Contact derzeit ein attraktives, einfach zu bedienendes Portal für Kunden und Partner. Es nutzt wesentliche Bausteine der Elements Plattform und ergänzt sie um neue, zum Beispiel für das schnelle On-Boarding mit unterschiedlichen Rollen. Neben der Bereitstellung von Foren für den Erfahrungsaustausch, Produktinformationen und Online-Tutorials dient das neue Portal dazu, Software herunterzuladen, Hotline-Tickets anzulegen und gemeinsame Projekte zu steuern. Mit Aloha sollen künftig auch Kunden eigene Portallösungen wiederum für ihre Kunden etwa in IoT-Szenarien einrichten können.

2020 feiert Contact seinen 30. Geburtstag und lädt am 17. und 18. September kommenden Jahres zur Open World nach Bremen ein.