Digitaler Zwilling soll die industrielle Vernetzung vorantreiben

Verantwortlicher Redakteur:in: Rainer Trummer 3 min Lesedauer

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Digitaler Zwilling im Einsatz: Die Industrial Digital Twin Association () und die Open Industry 4.0 Alliance beschließen enge Zusammenarbeit. Erste Kooperationsprojekte zeigen Synergieeffekte für die Digitalisierung der Industrie.

(Quelle:  Open Industry 4.0 Alliance)
(Quelle: Open Industry 4.0 Alliance)

Die Industrial Digital Twin Association (IDTA) und die Open Industry 4.0 Alliance (OI4) haben eine Absichtserklärung zur engen Zusammenarbeit unterzeichnet. Das Ziel der Kooperation: basierend auf der Asset Administration Shell (AAS) die Digitalisierung in der Industrie weiter vorantreiben. Beide Organisationen teilen die Vision, dass unterschiedliche industrielle Systeme wie zum Beispiel Fertigungsmaschinen und Fabriksoftwarelösungen digital nahtlos zusammenwirken – also interoperabel sind. Während die IDTA mit ihrem Fokus auf Definitionen die Basistechnologie in Form von Spezifikationen und standardisierten Teilmodellen dafür liefert, setzt die OI4 auf Basis dieser Definitionen auf und führt als Umsetzungsallianz mit ihren 92 Mitgliedern Implementierungsprojekte innerhalb des offenen Ökosystems durch, um so zu der durchgängigen Vernetzung von der Maschine bis zur Cloud beizutragen. Ein digitaler Zwilling ist dafür eine wichtige Komponente.

Austausch zwischen Standardisierungs- und der Umsetzungsebene

Die IFM-Unternehmensgruppe (IFM) ist Mitglied in beiden Organisationen und nutzt die sich ergänzenden Kompetenzen für einen konkreten Anwendungsfall im Lebensmittel- und Getränkebereich: „Die Kooperation von IDTA und OI4 ist ein wichtiger Schritt, um die Potenziale für die vierte industrielle Revolution voll ausschöpfen zu können. Schon heute profitieren wir in einem unserer Projekte, das sich auf das Thema Zustandsüberwachung fokussiert, von dem regelmäßigen Austausch zwischen der Standardisierungs- und der Umsetzungsebene der IDTA und der OI4“, sagt Bastian Schmick, Experte für Connectivity bei IFM.

Digitaler Zwilling: Gemeinsame Weiterentwicklung

Die Asset Administration Shell (AAS) – auch bekannt als Verwaltungsschale – bildet die Grundlage für den Digitalen Zwilling und verbindet damit die physische Welt der Maschinen auf dem Shopfloor mit der Welt ihrer digitalen Abbildungen. Im Rahmen der Kooperation arbeiten IDTA und OI4 daran, den Digitalen Zwilling weiterzuentwickeln, damit er als offene und interoperable Lösung angewendet werden kann.

Die AAS-Infrastruktur ermöglicht diesen offenen Austausch sowohl auf technischer als auch auf semantischer Ebene. Durch die etablierten Standards entsteht ein offenes Ökosystem, das sich für industrielle Greenfield- und Brownfield-Anlagen eignet. „Wir glauben fest an das riesige Potential von Offenheit und Kollaboration und arbeiten daher gern in der Open Industry 4.0 Alliance und in der IDTA mit,“ erklärt Kai Bürger, Produktmanager bei IFM.

Synergieeffekte: Ohne standardisierte Spezifikationen keine interoperablen Konzepte

Mit ihren Mitgliedern aus der Elektroindustrie, dem Maschinenbau und der Softwareindustrie treibt die IDTA den Entwicklungsprozess der AAS entschieden voran, mit dem Ziel, sie für jedes Unternehmen international verfügbar zu machen. Technologische Grundlage der Open Industry 4.0 Alliance ist eine offene, auf RAMI 4.0 basierte Architektur, die auf den vier Bausteinen Device Connectivity, Edge, Operator Cloud und Cloud Central sowie einem entsprechend zugehörigen Dienstleistungsangebot beruht.

Eine der wichtigsten Eigenschaften der Architektur ist das Automatic Asset Onboarding durch alle vier Architekturschichten unter Verwendung offener Standardschnittstellen auf Basis der AAS. „Damit setzen wir in der OI4 auf eine Industrie-4.0-Schlüsseltechnologie“, sagt Michael Riester, Senior Enterprise Architect bei Endress+Hauser Process Solutions, die ebenfalls Mitglied in beiden Organisationen ist. „Ergänzend dazu stellt die IDTA die notwendigen Spezifikationen bereit. Sie harmonisiert Teilmodelle und definiert Prozesse, Kriterien und Werkzeuge für den Digitalen Zwilling als Basis für die Sicherstellung der Interoperabilität in Multi-Vendor-Szenarien. Damit ist die IDTA von zentraler Bedeutung für den Erfolg der interoperablen Konzepte, die von der OI4 erarbeitet werden.“ Von den daraus resultierenden Synergieeffekten profitieren die Netzwerke beider Kooperationspartner.

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