Digitale Werkzeuge: Wie nützen sie den Ingenieuren?

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Die Innovationsfähigkeit des Standorts Deutschland wird maßgeblich durch die Kreativität unserer Ingenieure bestimmt. Können sie ihr Potenzial aber auch voll entfalten? Wo müssen die Werkzeuge anders und besser unterstützen, wenn es um Zusammenarbeit und Informationslogistik geht? Diesen Fragen geht die Studie Kollaborative Produktentwicklung und digitale Werkzeuge nach, die das Fraunhofer IPK mit Unterstützung von CONTACT Software und dem VDI durchführt. Die Ergebnisse der Studie sollen noch in diesem Jahr veröffentlicht werden.

Produktentwicklung heißt heute vor allem: Komplexität beherrschen und in Projekten und Teams arbeiten. Wie sieht die kollaborative Produktentwicklung in den Unternehmen also konkret aus? Wie agiert der Ingenieur in seiner virtuellen Arbeitswelt? Wo müssten digitale Werkzeuge eine bessere Unterstützung als bisher leisten, und was versprechen sich die Ingenieure von neuen Medien wie den sozialen Netzwerken? Diese und andere Fragen wird das Fraunhofer Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK) einem repräsentativen Kreis von Ingenieuren stellen, um daraus Potenziale für eine bessere Zusammenarbeit und die Gestaltung der Werkzeuglandschaft abzulesen.

Die Studie ist ein gemeinsames Projekt von IPK, VDI und CONTACT Software, einem der führenden deutschen Hersteller von Lösungen für das Product Lifecycle Management (PLM). In seiner Rolle als Co-Sponsor legt CONTACT dennoch großen Wert auf eine herstellerneutrale, wissenschaftlich fundierte Studie. Die Teilnehmer werden deshalb auch nicht gefragt, mit welchen CAD- oder PDM-Produkten sie arbeiten, sondern nur, wofür und wie sie solche Werkzeuge einsetzen und wie sie darüber urteilen. Besonderes Augenmerk wollen die Forscher auf das prozessorientierte Projekt-Management legen, nachdem sich in einer Vorstudie gezeigt hat, dass das Prozessdenken in den Unternehmen weiter verbreitet ist als ursprünglich angenommen.

Im Rahmen der Vorstudie hat das IPK intensive Telefoninterviews mit Mitarbeitern von Unternehmen verschiedener Branchen geführt, um die geplante Online-Studie optimal anzulegen. Ein entsprechender Link auf den Fragebogen wird im Oktober über den VDI an circa 15.000 Entwickler, Projektleiter, Teamleiter und Verantwortliche für die Engineering IT verschickt. „Wichtig ist uns, dass wir die Teilnehmer nicht als Unternehmensvertreter befragen, sondern als Anwender“, sagt Dipl.-Ing. Patrick Müller aus dem IPK-Geschäftsfeld Virtuelle Produktentstehung, der die Studie begleitet. Dennoch wird es möglich sein, branchenspezifische Besonderheiten oder Unterschiede hinsichtlich Firmengröße und Position der Unternehmen in der Zulieferkette herauszuarbeiten.

Weniger Zeit für kreative Arbeit

Die Umfrage setzt sich aus insgesamt rund 20 Fachfragen zusammen, die sich laut Müller in wenigen Minuten beantworten lassen. Beispielsweise werden die Teilnehmer um ihre Bewertung zum Anteil kreativer Arbeit an der gesamten Arbeitszeit gebeten. Die Forscher gehen von der Annahme aus – die sich im Übrigen in der Vorstudie bestätigt hat – dass die Ingenieure immer mehr IT-Systeme bedienen müssen, ohne selbst einen unmittelbaren Nutzen davon zu haben. „Umso wichtiger sind Ansätze wie das prozessorientierte und kollaborative Projekt-Management, von dem auch die Ingenieure profitieren“, so Müller.

Anhand eines eigenen Bewertungsmodells wollen die Forscher die Kollaborationsfähigkeit der Unternehmen untersuchen. Dabei wird sowohl die unternehmensübergreifende Zusammenarbeit der Ingenieure berücksichtigt, als auch die unternehmensinterne Kollaboration zwischen verschiedenen Abteilungen, wie Müller betont: „Wir wollen herausfinden, wo und wie die Interaktionen heute stattfinden.“

Während die Teilnehmer bei den meisten Fragen die Wahl zwischen bestimmen Antwortmöglichkeiten haben, die sie entsprechend ihrer Bedeutung gewichten können, sollen die abschließenden Fragen nach den Verbesserungspotenzialen offen gestellt werden, um den Ingenieuren die Möglichkeit zu geben, eigene Vorschläge zu unterbreiten.

Prozessorientierung wird gelebt

Im Kontext der digitalen Werkzeuge soll auch der Einfluss der neuen Medien und sozialen Netzwerke untersucht werden, der nach den Erkenntnissen aus der Vorstudie noch nicht sehr groß ist: „Die Ingenieure stehen dem Einsatz sozialer Netzwerke kritischer gegenüber als wir erwartet hätten“, sagt Müller. „Sie halten es für eine gute Sache im privaten Bereich, sehen aber im Unternehmenskontext zum einen Sicherheitsrisiken und zum anderen die Gefahr, dass zu viele Informationen parallel zu den revisionssicheren Prozessen kommuniziert werden.“

Zu den überraschenden Erkenntnissen der Vorstudie gehört die Einsicht, dass das prozessorientierte Denken in den Unternehmen stärker verankert ist als bisher angenommen. Einige Konstrukteure räumen der Prozessunterstützung inzwischen eine größere Bedeutung ein als der intuitiven Bedienung der Werkzeuge, wie Müller sagt: „Ohne den Ergebnissen der Studie vorgreifen zu wollen, könnte ich mir vorstellen, dass mit der Komplexität der Produktentwicklung die Akzeptanz der Anwender für ein transparenteres und formaleres Änderungsmanagement gestiegen ist.“

Welchen Nutzen haben nun die Teilnehmer und ihre Unternehmen von der Studie? Zunächst einmal erhalten sie mit den exklusiv aufbereiteten Ergebnissen ein umfassendes Bild über den Stand der kollaborativen Produktentwicklung. Sie können sehen, wo sie im Vergleich zu anderen Unternehmen stehen und welches Verbesserungspotenzial bei ihnen besteht. Und sie profitieren mittelbar davon, dass die „Community“ belastbare Informationen über Verbesserungspotenziale bei den Prozessen und Werkzeugen erhält. Handlungsbedarf besteht beispielsweise hinsichtlich einer besseren Integration von kreativem Arbeiten und formellen Produktdatenmanagement, um die frühe Phase der Produktentwicklung besser zu unterstützen.

„Es gilt zu verstehen, wie der Ingenieurarbeitsplatz der Zukunft aussehen wird. Dazu leistet die Studie einen wichtigen Beitrag“, sagt Müller abschließend. Die Ergebnisse der Studie sollen im Dezember veröffentlicht werden und außerdem in eine IT Roadmap einfließen, die der VDI im nächsten Jahr vorstellen möchte.

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