Effiziente Straßenbahnwaschanlage Digital Twin und Low-Code senken Kosten

Von Mitsubishi Electric 3 min Lesedauer

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Mitsubishi Electric und Atina unterstützen BHB bei der Entwicklung einer ressourceneffizienten Straßenbahnwaschanlage für Zürich. Digital Twin, Low-Code und Automatisierung verringern Kosten und Aufwand erheblich.

Digital Twin, Low-Code und Automatisierung machen es preiswerter: Zur Wäsche wird die Tram in der Waschhalle geparkt. Die vier Wasch-wagen fahren rechts und links am Fahrzeug entlang.(Bild:  Mitsubishi Electric Europe B.V.)
Digital Twin, Low-Code und Automatisierung machen es preiswerter: Zur Wäsche wird die Tram in der Waschhalle geparkt. Die vier Wasch-wagen fahren rechts und links am Fahrzeug entlang.
(Bild: Mitsubishi Electric Europe B.V.)

Weniger Aufwand für anspruchsvolle Projekte: Digital Twin, Low-Code und moderne Automatisierungstechnik machen es möglich. Mit Unterstützung von Mitsubishi Electric und dem Ingenieurbüro Atina hat der deutsche Maschinenbauer BHB Waschanlagen Vertriebs GmbH eine neue, besonderes ressourceneffiziente Straßenbahnwaschanlage für die Verkehrsbetriebe Zürich gebaut. Diese verfügt über hochmoderne Automatisierungstechnik und wurde dank digitalem Zwilling und Low-Code-Programmierung mit deutlich reduziertem Kosten- und Zeitaufwand in Betrieb genommen.

Die neue Bahnwaschanlage der Verkehrsbetriebe Zürich im Stadtteil Oerlikon ist gleich in mehrfacher Hinsicht besonders. Statt der üblichen zwei kommen hier vier einzeln verfahrbare Waschwagen zum Einsatz, die dank Automatisierungstechnik von Mitsubishi Electric ein besonders gründliches Reinigungsergebnis mit kurzen Waschzeiten und hoher Energieeffizienz ermöglichen. Für den ausführenden Maschinenbauer und Mitsubishi-Electric-Kunden BHB Waschanlagen Vertriebs GmbH stellt das anspruchsvolle Projekt gleichzeitig aber auch einen Meilenstein in der eigenen digitalen Transformation dar. Denn zum ersten Mal kam hier ein innovatives Digital-Twin-Verfahren in Kombination mit einer vereinfachenden Low-Code-Programmierung zum Einsatz. Damit war es möglich, die komplexe Anlage mit deutlich weniger Aufwand zu planen und die Inbetriebnahmezeiten stark zu verkürzen. Unterstützung erhielt der 20 Mitarbeitende zählende Maschinenbauer vom Stuttgarter Ingenieurbüro Atina, einem erfahrenen Softwarespezialisten aus dem Partnernetzwerk von Mitsubishi Electric.

Dank digitalem Zwilling konnte die Waschanlage bereits am Schreibtisch intensiv getestet werden. Das hat die Inbetriebnahmezeit drastisch verkürzt.(Bild:  Mitsubishi Electric Europe B.V.)
Dank digitalem Zwilling konnte die Waschanlage bereits am Schreibtisch intensiv getestet werden. Das hat die Inbetriebnahmezeit drastisch verkürzt.
(Bild: Mitsubishi Electric Europe B.V.)

Low-Code-Programmierung und Digital Twin

Steigende Kundenansprüche an flexible, vernetzte und ressourcenschonende Anlagen – insbesondere in Zeiten des Fachkräftemangels – bedürfen neuer digitaler Konzepte, weiß BHB-Geschäftsführer Tobias Straub.  „Über Mitsubishi Electric und deren Automation Network kam der Kontakt zum Ingenieurbüro Atina zustande, das uns maßgeblich bei unseren Digitalisierungsmaßnahmen unterstützt hat“, berichtet Straub. „So konnten wir bei dem Projekt in Zürich erstmals einen digitalen Zwilling sowie die neue Low-Code-Programmierung einsetzen.“

Als reine Skriptsprache macht die von Atina entwickelte Low-Code-Programmierung eine hartkodierte, zeilenweise Programmierung überflüssig. Waschprogramme werden auch ohne tiefergehende Programmierkenntnisse einfach per Excel-Tabelle parametriert. Das spart Zeit, reduziert Fehlerquellen und erleichtert nachträgliche Überarbeitungen. Mit 200 statt 4.000 Zeilen Text sind die Programme zudem übersichtlicher und für das Servicepersonal leichter nachvollziehbar. Per einfachem CSV-Export ist es möglich, die in Excel erstellten Programme direkt in die Mitsubishi-Steuerung zu übertragen.

Zusätzlich zur Skriptsprache hat BHB für das Projekt in Zürich auch erstmals einen digitalen Zwilling eingesetzt. Sämtliche mechanischen und elektrotechnischen Bauteile der Waschanlage sind dort als voll funktionsfähige, 3D-Modelle hinterlegt und können von einer realen Mitsubishi-SPS angesteuert werden. Da sich die Programme bereits am Schreibtisch sehr genau testen lassen, ist vor Ort eine stark beschleunigte und nahezu fehlerfreie Inbetriebnahme möglich – für alle Beteiligten gerade bei komplexeren Projekten ein enormer wirtschaftlicher Pluspunkt.

Innovation trifft Automation

Allein mit Digital Twin und Low-Code-Programmierung hätten die hohen Kundenanforderungen aber nicht erfüllt werden können. Daher bauen die Neuerungen auf Softwareebene auf der langjährig bewährten Hardware von Mitsubishi Electric auf. Herzstück für die Steuerung ist die kompakte MELSEC SPS FX5U-64MR/DS. „Unsere Hardware ist nicht nur außergewöhnlich robust, sondern auch über Generationen hinweg abwärtskompatibel“, erklärt Michael Brandecker, Vertriebsingenieur bei Mitsubishi Electric. „So können Maschinenbauer wie BHB ihren Kunden Produkte bieten, bei denen auch nach Jahren Komponenten ganz ohne aufwendige Neuprogrammierung ausgetauscht werden können.“ Zusätzlich sorgen Antriebe von Mitsubishi Electric für Effizienz im laufenden Betrieb: Frequenzumrichter der FR-E800-Serie ermöglichen eine flexible Motorregelung, die den Energie- und Wasserverbrauch senkt und so zu einem wirtschaftlichen und ressourcenschonenden Betrieb der Anlage beiträgt.

<p>Die Grafik zeigt eine schematische Darstellung einer industriellen Anlage mit einem Stapel von Zylindern, die zu einer Maschine geführt werden. Daneben ist ein Diagramm mit dem Trend des Anpressdrucks abgebildet. Die Kurven verdeutlichen Druckveränderungen über die Zeit. Dies könnte auf eine Überwachung oder Steuerung des Maschinenbetriebs hindeuten, um die Effizienz zu optimieren.<p>
Im digitalen Zwilling sind Waschanlage und Fahrzeuge exakt nachgebildet. Für eine realitätsgetreue Simulation wird das virtuelle Modell von einer echten Mitsubishi-Electric-SPS gesteuert.
(Bild: Mitsubishi Electric Europe B.V.)

Digitale Transformation und richtige Partnerschaften

Insbesondere für den mittelständischen, deutschen Maschinenbau besitzt das Projekt von BHB großen Vorbildcharakter. Denn dank der engen Zusammenarbeit von hervorragend harmonierenden Partnern konnte die digitale Transformation des Unternehmens zum richtigen Zeitpunkt erfolgreich vorangetrieben werden. BHB bringt langjährige Erfahrung im Anlagenbau ein, Atina liefert das Software-Know-how und Mitsubishi Electric steuert robuste Automatisierungskomponenten bei.
 
So entstand eine Straßenbahnwaschanlage, die steigende Anforderungen an Nachhaltigkeit, Qualität und Effizienz erfüllt – und gleichzeitig zeigt, wie mittelständische Maschinenbauer mithilfe von digitalen Technologien wettbewerbsfähig und attraktiv für Fachkräfte bleiben.

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