Die Sinne der Sachen – dreimilliardenfach

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Die Sinne der Sachen – dreimilliardenfach

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Sensoren basierend auf MEMS – sprich: micro-electro-mechanical systems – sind die Sinnesorgane mobiler Geräte. Die winzigen Hightech-Helfer bringen Autos, Tablets und Smartphones; Laptops, Spielekonsolen oder Sportuhren das Fühlen bei. Viele neue Funktionen in den Sachen sind nur dank der winzigen Messinstrumente möglich – zum Beispiel elektronische Stabilitätsprogramme im Auto oder das Steuern von Smartphones durch Gesten statt Tippen.

Umsatzstärkster Anbieter solcher Microsyteme ist Bosch, das Unternehmen bietet Sensoren für viele unterschiedliche Anwendungen in der Automobilindustrie und Konsumelektronik. Sie messen Druck, Beschleunigung, Drehbewegungen, Massenfluss oder das Erdmagnetfeld. Seit Produktionsstart 1995 hat Bosch mehr als drei Milliarden MEMS-Sensoren gefertigt. Die Produktionsmenge erreicht Jahr für Jahr neue Höchstwerte: Für die erste Milliarde benötigte das Unternehmen noch 13 Jahre, für die zweite Milliarde drei Jahre. Für die dritte Milliarde vergingen in nur noch 1,5 Jahre. Rund 600 Millionen Sensoren haben 2012 die moderne Chipfabrik in Reutlingen verlassen – 2,4 Millionen pro Arbeitstag purzeln aus den Produktionanlagen.

„MEMS-Sensoren sind aus der Automobil- und Konsumelektronik heute nicht mehr wegzudenken. Künftig werden Sie im Internet der Dinge und Dienste die Sinne von Systemen und Objekten sein“, sagt Klaus Meder, Vorsitzender des Bosch-Geschäftsbereich Automotive Electronics.

Winzige Hightech-Helfer

MEMS-Sensoren sind die kleinsten Produkte, die Bosch herstellt. Das erste Geschäftsfeld waren Sensoren für die Automobilelektronik. So ist zum Beispiel das Herzstück des Elektronischen Stabilitäts-Programms ESP ein Drehratensensor, der Drehbewegungen des Autos um seine Hochachse erfasst. In einem modernen Fahrzeug stecken heute bis zu 50 MEMS-Sensoren. Zu den Anforderungen in der Automobilindustrie zählen vor allem Zuverlässigkeit und Robustheit, denn hier haben die Sensoren eine direkte Auswirkung auf die Sicherheit von Verkehrsteilnehmern. Größe und Energieverbrauch spielen hier eine geringere Rolle. Genau darauf kommt es stärker in Smartphones oder Spielekonsolen an. Aus diesem Grund hat Bosch die Baugröße der Sensoren im Laufe der Jahre auf ein Fünfzigstel reduziert. Die modernsten dieser Sensoren vereinen viele Funktionen in einem nur wenige Quadratmillimeter kleinen Gehäuse. Der Stromverbrauch konnte sogar um den Faktor 100 gesenkt werden. Bosch ist der einzige Anbieter auf dem Markt, der Sensoren-Typen für so viele unterschiedliche Anwendungen komplett selbst produziert. Insgesamt besitzt Bosch weit mehr als 1 000 Patente und Patentanmeldungen im Bereich der MEMS.

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