Die fünf Trends in der Produktentwicklung 2018

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Die Digitalisierung betrifft alle Unternehmensbereiche, auch die Produktentwicklung. IoT, Cloud und Augmented Reality sind einige Schlagworte, doch welche Trends lassen sich daraus für 2018 ableiten? Ein Überblick. von Stephan Ellenrieder

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Die Digitalisierung betrifft alle Unternehmensbereiche, auch die Produktentwicklung. IoT, Cloud und Augmented Reality sind einige Schlagworte, doch welche Trends lassen sich daraus für 2018 ableiten? Ein Überblick. von Stephan Ellenrieder

Die Art und Weise, wie Hersteller Informationen über den Produktlebenszyklus hinweg verwalten, hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Das Internet der Dinge (Internet of Things – IoT) hat dazu beigetragen, Innovation in der Entwicklung zu beschleunigen, und ermöglicht es Herstellern, Informationen von Produkten im Feld zu erhalten und zu nutzen, um neue oder zukünftige Generationen von Produkten zu verbessern.

Um jedoch erfolgreich zu sein, müssen sich Unternehmen mit den neuen Technologien und Funktionen beschäftigen, die bereits in vielen Unternehmenssystemen integriert sind. Durch diese Entwicklungen können Ingenieure im Jahr 2018 insbesondere mit den fünf folgenden Trends in der Produktentwicklung rechnen.

1. Erweiterte Realität

Da Teams zunehmend global verteilt agieren, kann es schwierig werden, alle Beteiligten dazu zu bringen, ein Produktdesign zeitnah zu überprüfen, alle für den Review erforderlichen Informationen zu sammeln und Feedback für zukünftige Maßnahmen einzuholen.

Mit der erweiterten Realität (Augmented Reality – AR) können Teammitglieder Konstruktionen von überall auf der Welt visualisieren, mit ihnen interagieren und Feedback geben. AR ermöglicht es den Beteiligten, mit einem 3D-Modell des Produkts zu interagieren, indem sie etwa um das Produkt herumgehen und verschiedene Zustände des Modells betrachten – sie können sogar in das Modell hineingehen. Dank AR erhalten Nutzer auch eine externe Perspektive durch ihre Teamkollegen. Dies ist besonders hilfreich, wenn man Notizen von einem Kollegen entschlüsselt: Mit AR wird der Nutzer zu genau der Position des Modells geleitet, die der Kollege einnahm als er den Kommentar abgab.

2. IoT verändert Arbeitsweise

Ob Amazon Echo, Nest Thermostat oder Fitbit: Der Markt fordert intelligente, vernetzte Produkte. Um den Erwartungen der Kunden gerecht zu werden, müssen Hersteller ihren Produktentwicklungsprozess so umgestalten, dass sie Produktdaten aus dem Feld verstehen und nutzen können. Produktinformationen auf einer CAD-Zeichnung zu vermerken, wird aufgrund der zunehmenden Komplexität der Produkte nicht mehr genügen. Die Hersteller müssen ihren Produktentwicklungsprozess den neuen Gegebenheiten entsprechend besser organisieren.

Ein umfassendes PLM-System bildet eine Grundlage, um die Vorteile der IoT-Funktionen voll auszuschöpfen. Durch die Zusammenführung aller Produktinformationen in einer einzigen digitalen Produktdefinition stellen Unternehmen sicher, dass alle Beteiligten auf umfassende und aktuelle Produktinformationen zugreifen können.

3. Digitalisierung

Produktdaten sind das wertvollste Kapital eines Unternehmens. Mit Produkten, die Daten aus dem Feld sammeln, werden diese Daten von Tag zu Tag wertvoller. Jedoch stellen viele Unternehmen der Entwicklungsabteilung und der Fertigung diese Daten nicht zur Verfügung. Dabei können Produktdaten im gesamten Unternehmen genutzt werden: Ob es nun darum geht, wie das Marketing-Team das Produkt bewirbt oder wie es das Vertriebsteam verkauft.

Durch die Digitalisierung der Produktentwicklung können alle Beteiligten im gesamten Unternehmen leicht auf Produktinformationen zugreifen. Wenn beispielsweise ein Hersteller gerade mit einem anderen Unternehmen fusioniert oder dieses übernommen hat, stellt die Digitalisierung des Produktentwicklungsprozesses ein wertvolles Hilfsmittel dar. Die Bereitstellung von Produktinformationen für alle hilft, Unterschiede zwischen den Unternehmen schnell zu überwinden.

Die Digitalisierung gewährleistet zudem die Einhaltung von Industriestandards über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg. Dies ist besonders wichtig für stark regulierte Branchen wie die Medizintechnik oder die Automobilindustrie. Die Fähigkeit, die Ursache von Problemen genau zu lokalisieren und Änderungen während des gesamten Lebenszyklus zu verfolgen, stellt sicher, dass Hersteller Industriestandards erfolgreich erfüllen können.

4. PLM und der digitale Zwilling

Der digitale Zwilling kombiniert die digitale Definition mit der spezifischen physischen Erfahrung des Objektes beziehungsweise des Produktes. Das können beispielsweise Umgebungsbedingungen und Leistungsdaten eines Gerätes im Betrieb sein. Diese zweckgebundene digitale Darstellung ermöglicht es Herstellern, Produkte für zukünftige Verkäufe, Rückrufe oder Aktualisierungen zu analysieren. In der Praxis dient der digitale Zwilling dazu, die Produkte weiterzuentwickeln und zu verbessern. Denn der detaillierte Blick auf die Funktionsweise der einzelnen Produkte oder Anlagen im Feld ist der Schlüssel zur Verbesserung der Rentabilität und der Entscheidungsfindung bei der Weiterentwicklung des Produktes. Zudem hilft diese Sicht dabei, Sicherheits-, Rechts- und Regulierungsvorschriften einzuhalten.

5. PLM in der Cloud

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Hersteller auch ihre Produktentwicklungsprozesse flexibel an den Bedarf anpassen können. Ein Weg dazu ist das Hosting des PLM-Systems und anderer Unternehmenssoftware in der Cloud. Cloud-basiertes PLM erleichtert die schnelle Inbetriebnahme und Wartung des Systems und senkt gleichzeitig die Beschaffungskosten. Der Return on Invest verbessert sich, die Unternehmen können schneller Ergebnisse vorweisen und der finanzielle Aufwand verringert sich. Zunehmend überzeugen diese Argumente und immer mehr Unternehmen verzichten auf die Inbetriebnahme und Wartung ihrer PLM-Systeme vor Ort.

Alternativ dazu möchten viele Unternehmen ihre PLM-Lösung als Software-as-a-Service (SaaS) hosten. SaaS bietet die gleichen Vorteile wie eine Cloud-Lösung mit dem zusätzlichen Nutzen, dass der PLM-Anbieter alle Upgrades, Updates und Software-Migrationen für den Kunden übernimmt.

Resümee

2018 wird auch für die Produktentwicklung ein spannendes Jahr. Fast alle Unternehmen beschäftigen sich mit der Steigerung von Wettbewerbsfähigkeit durch Digitalisierung. Viele Unternehmen prüfen dabei, ob beispielsweise ein PLM-System in der Cloud für sie geeignet ist und versuchen Ansätze wie Augmented Reality und den digitalen Zwilling zu integrieren. jbi |

Autor: Stephan Ellenrieder ist Senior Vice President Zentral- und Osteuropa sowie Geschäftsführer Deutschland bei PTC.

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