DC-Microgrids ebnen den Weg zu mehr Nachhaltigkeit

Verantwortlicher Redakteur:in: Rainer Trummer 2 min Lesedauer

DC-Microgrids ermöglichen eine effiziente und stabile Energieversorgung und die einfache Integration von regenerativen Energien und Speichersystemen – wesentlich für mehr Nachhaltigkeit und Klimaneutralität.

(Quelle:  Weidmüller)
(Quelle: Weidmüller)

In der Industrie laufen Geräte und Maschinen in der Regel mit Gleichstrom beziehungsweise Direct Current (DC). Die Versorgung und der Transport erfolgen allerdings mithilfe von Wechselstrom beziehungsweise Alternating Current (AC). Die Gleichrichter verursachen beim Umwandeln von Wechsel- auf Gleichstrom hohe Energieverluste. Diese Umwandlungs- sowie die Transportverluste lassen sich jedoch mithilfe zentraler Energiewandlersysteme um bis zu zehn Prozent reduzieren. Die Energieversorgung von Industrieanlagen, die mit Gleichspannung (UN=650 Volt) arbeiten, kann dann direkt mit Gleichstrom erfolgen. „DC-Microgrids für die Produktion sind ein entscheidender Baustein für Klimaneutralität, Energieeffizienz und Netzqualität der Industrieautomatisierung. Deswegen ist für uns nicht die Frage, ob, sondern wie schnell die DC-Technologie hier einziehen wird“, sagt Dr. Jan Stefan Michels, Executive Vice President Cross Divisional Functions bei Weidmüller. Diese Technologie hilft Unternehmen, ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.

Vorladesteuerungen für mehr Nachhaltigkeit

Um DC-Netze geregelt und sequenziell hochfahren zu können, hat Weidmüller sogenannte Vorladesteuerungen entwickelt. Sie erlauben es, dass DC-Sektoren und einzelne Verbraucher wie Antriebe, Motoren oder komplexe Lastkreise nacheinander gestartet werden können, damit Stromspitzen bei der Einschaltung vermieden werden.

Die Vorladesteuerungen des Elektronik- und Verbindungstechnikunternehmens sind in vier Leistungsvarianten verfügbar: topPCU DC650 40, topPCU DC650 100, topPCU DC 500 und maxPCU DC650 40. Die verschiedenen Modelle unterscheiden sich hinsichtlich des Vorladestroms für DC-Sektoren mit einer Größe von 40, 100 oder 500 Ampere und der Möglichkeit, ein zusätzliches Kommunikationsmodul zu integrieren.

(TOP PCU DC650 100 mit Kommunikationsmodul. Quelle: Weidmüller)

Bei allen Geräten der Familie lassen sich der Betriebsmodus sowie die Einschaltverzögerung direkt am Gerät einstellen. Über die optionale Kommunikationsschnittstelle sind zudem weitere Einstellungs- und vielfältige Diagnosemöglichkeiten wählbar. Bei der Nutzung der optionalen Kommunikationsschnittstelle lässt sich die Vorladesteuerung passgenau auf die jeweilige Anwendung einstellen. Die maxPCU-Variante arbeitet im Betriebsmodus als Controller. Die Einschaltverzögerung lässt sich ebenfalls direkt am Gerät einstellen.

Fehler sind über eine LED und einen Relaisausgang erkennbar

Alle vier Varianten sind für Anschlüsse bis zu 16 Quadratmillimeter konzipiert. Tritt ein Fehler beim Hochfahren oder während des Betriebs auf, ist dieser bei jeder Vorladesteuerung über eine LED und einen Relaisausgang erkennbar. Über die Kommunikationsstelle lassen sich zusätzliche Schwellwerte, etwa für die Symmetrie des Netzes oder die Kapazität des Sektors, setzen und überwachen.

Die Vorladesteuerungen sind konform zum Systemkonzept DC-Industrie V3. Sie erfüllen zudem die in dem Konzept definierten Bedingungen, um einen reibungslosen Betrieb mit anderen Geräten zu gewährleisten. Das Systemkonzept entstand im Rahmen der Forschungsprojekte DC-Industrie 1+2, welche die Vorteile und Potentiale des Gleichstroms bereits nachweisen konnten. Die Fortsetzung und Nutzung erfolgt in der ODCA sowie in der Standardisierung.

Neben den Vorladesteuerungen bietet der Hersteller bereits ein umfangreiches DC-Ready-Portfolio an. Dazu zählen unter anderem DC-versorgte Netzteile und DC-fähige Verbindungstechnik, wie etwa IP65/IP20-Steckverbinder, Reihenklemmen sowie Messtechnik und Prüfwerkzeuge.

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