CPQ-Lösung: Technische Produktkomplexität reduzieren für unterschiedliche Kundenanforderungen

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CPQ-Lösung: Technische Produktkomplexität reduzieren für unterschiedliche Kundenanforderungen

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Eine neue CPQ-Lösung unterstützt Continental Automotive dabei, technisch komplexe Head-up-Displays effizient, transparent und gemäß den Anforderungen für die Kunden zusammenzustellen und zu entwickeln. Was die neue Lösung kann, zeigt dieser Bericht.
CPQ-Lösung

Quelle: CAS Software AG

Die Zusammenstellung technisch komplexer Kundenlösungen kann sich oft über Wochen oder gar Monate hinziehen und zu hohen Kosten führen. Die Automobilzuliefer-Sparte von Continental hat sich für eine Prozessoptimierung (CPQ-Lösung) entschieden, die eine Zeitersparnis von bis zu 200 Stunden je Projekt ermöglicht.

Continental Automotive

Continental Automotive ist einer der größten Automobilzulieferer weltweit. Bereits seit 1871 bietet das Unternehmen Produkte und Lösungen Fahrzeugbauern und anderen Industrien an. Im Geschäftsbereich „Human Machine Interface“ beispielsweise werden vielfältige Fahrzeuglösungen wie etwa Head-up-Displays entwickelt und international vertrieben.

CPQ-LösungQuelle: Continental AG
Continental, Gigant unter den Automobilzulieferern, entwickelt und fertigt unter anderem komplexe Systeme wie modernste, speziell in die Fahrzeuge eingepasste Head-up-Displays.

Das Besondere: Continental konstruiert für jeden Automobilhersteller individuelle Head-up-Displays, die den speziellen Fahrzeugfassungen und spezifischen technischen Parametern entsprechen. Das Wissen aller möglichen Produktspezifikationen muss dafür weltweit über alle Standorte zu Verfügung stehen, sodass alle Mitarbeiter auf eine gemeinsame Wissensbasis zugreifen können. Die zahlreichen Abhängigkeiten und komplexen Zusammenhänge, die bei der Generierung technischer Produktbeschreibungen von Head-up-Displays entstehen, müssen demnach transparent und fehlerfrei abgebildet werden. Insbesondere das Zusammenspiel der verschiedenen technischen Disziplinen Optik, Elektronik, Software, Mechanik und Produktion ist hierbei herausfordernd.

Doch wie können individuelle Kundenanforderungen ideal und kostenoptimal erfüllt werden? Dieser Herausforderung stellte sich Continental, um nicht bloß die eigenen Vertriebsprozesse zu optimieren, sondern vor allem das Kundenerlebnis noch positiver zu gestalten.

Motivation für eine CPQ-Lösung

Der Automobilzulieferer suchte nach einer CPQ-Lösung, die die technische Produktkomplexität reduziert, die Produktvielfalt einfach abbildet und das Wissen über die Produktspezifikationen in einer internationalen Lösungsdatenbank zur Verfügung stellt. Zudem sollten für die unterschiedlichen Kundenanforderungen individuell sinnvolle Lösungen konfiguriert werden können, damit Kundenwünsche ideal erfüllt und zugleich nicht unnötig übertrumpft werden.

Mit der Einführung der CPQ-Lösung CAS Configurator Merlin, fand Continental ein Lösungstool, das genau diese Anforderungen erfüllt, dazu die Generierung technisch hochkomplexer Produktbeschreibungen beschleunigt und dabei alle Kundenwünsche kostenoptimal konfiguriert.

CPQ-Lösung: Das Legobaustein-Prinzip

Für eine effiziente Implementierung und optimale Funktionalität der CPQ-Lösung wurde schnell klar, dass eine funktionale Zerlegung des Produkts die ideale Vorgehensweise für den Projekterfolg ist. Um die komplexen Produktstrukturen im Konfigurator einfach abzubilden, musste deshalb ein modulares Konzept erstellt werden. Dazu wurden im ersten Schritt die Produktstrukturen der Head-up-Displays in Funktionsbausteine zerlegt. Diese erstrecken sich von Abmessungen der Projektion auf die Windschutzscheibe über die Projektionshelligkeit sowie den Stromverbrauch bis hin zum Kommunikationsinterface an das Fahrzeugnetzwerk. Auch eine stabile Temperatur, die Abschirmung von elektro-magnetischem Einfluss und Gewicht sind wichtige Faktoren, die sich gegenseitig beeinflussen können und zu beachten sind.

Das komplexe an der Konfiguration technischer Beschreibungen war und ist, dass die Einstellung eines Parameters nahezu alle anderen Parameter bedingt. Für jeden Funktionsbaustein existieren daher mehrere Lösungsmöglichkeiten, für die mehrere Kombinationen der Funktionalitäten vorgegeben sind. So kann beispielsweise eine holographische Projektion nur über einen dazu passenden Laser erfolgen.

Die gewählte Konfigurationslösung bildet diese Auswirkungen und Abhängigkeiten auf einen Blick transparent ab und reduziert gleichzeitig die Komplexität. Sie wird für die Entwickler zum standortübergreifenden digitalen Assistenten, der sie bei der Auswahl der sinnvollsten und kostenoptimalen Lösung unterstützt. „Das Erfolgsrezept liegt in der Struktur der Komponenten, die am Ende wie ein Legobaustein-Set auf Knopfdruck zusammengesetzt werden“, beschreibt Dr. Kai Habermehl, Lead Architect für Head-up-Displays bei Continental, die Funktionalität von CAS Configurator Merlin. „Mittlerweile wird jede Anfrage über die CPQ-Lösung abgewickelt, das spart Zeit und sichert gleichzeitig die Qualität und damit den nachhaltigen Unternehmenserfolg“.

Transparenz verhindert Over-Engineering

Hochkomplexe Kundenanforderungen gehören zum täglichen Business von Continental. Oftmals sendet der Kunde einen Anforderungskatalog mit bis zu 20.000 Parametern. Anschließend filtern die Entwickler die entscheidenden Parameter heraus und überführen diese in die Anforderungsmaske des Konfigurators. Basierend auf diesen Anforderungen werden schließlich die Architekturentscheidungen für die Produktlösung getroffen.

Parallel zur Produktkonfiguration prüft die Entwicklung über den integrierten Performance Chart, welche technischen Anforderungen bereits erfüllt sind und welche Parameter den idealen Erfüllungsgrad noch nicht erreicht haben. Wird beispielsweise ein LED-Typ-Wechsel vorgenommen, ändern sich auch die technischen Parameter und der Erfüllungsgrad. Dieser wird im Konfigurator live angezeigt. Zur visuellen Unterstützung dient eine rote Linie im Performance Chart, die die gewünschte Zielerreichung für die Parameter vorgibt. Die Entwicklung erkennt in Sekundenschnelle, ob die Kundenanforderungen unter- oder überschritten werden, sodass sie auf Veränderungen rechtzeitig reagieren kann und die ideale Produktlösung konfigurieren kann. Over-Engineering hat somit keine Chance.

Schnittstellen zu internen Simulations-Programmen ermöglichen eine schnelle Überprüfung der Fahrzeugintegration und eine ungefähre Preiseinschätzung. „Früher hat dieser Prozess zwei bis drei Monate gedauert. Heute ist die grobe Idee nach ca. zwei Tagen oder noch schneller sichtbar“, kommentiert Habermehl.

Produktbeschreibung als Vertriebswerkzeug

„Das schönste Feature des Konfigurators ist für uns, dass Normabweichungen sofort auffallen. Man sieht auf einen Blick, welche Anforderungen kritisch und welche noch nicht erfüllt sind. So werden die technischen Produktbeschreibungen immer in hoher Qualität ausgegeben“, erklärt Dr. Kai Habermehl. Diese hochwertigen Produktbeschreibungen sind wiederum für den erfolgreichen Vertriebsabschluss entscheidend, da diese als wertvolle Unterlagen im Kundengespräch zum Einsatz kommen können.

In Zukunft vermehrt künstliche Intelligenz nutzen

Durch die positiven Erfahrungen mit CAS Configurator Merlin plant Continental in naher Zukunft die CPQ-Lösung um weitere Produktregeln zu erweitern. Darüber hinaus möchte Continental mithilfe der Kombination aus Konfigurator und Künstlicher Intelligenz langfristig noch effizienter und lösungsorientierter vorgehen. Ziel ist, dass der Konfigurator mit einem Knopfdruck alle Produktmöglichkeiten aktiv untersucht und die optimale Kundenlösung automatisch erstellt. Ein erstes „Proof of Concept“ hat bewiesen: die Vision ist dank intelligenter Algorithmen realisierbar.

Der Autor Matthias Kühnel Projektleiter CPQ bei der CAS Software AG.

Lesen Sie auch: Schlauchheber und Schwenkkrane: Das Schleppen hat ein Ende

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