CAT.PRO zeigt Rationalisierungseffekte im Produktlebenszyklus durch 3D-Einsatz

Die CAT.PRO 2006, die in diesem Jahr vom 19. bis 23. September in Stuttgart erstmals parallel zur AMB (Ausstellung für Metallbearbeitung) stattfindet, will den Messebesuchern neue Wege und Möglichkeiten aufzeigen, mehr aus ihren vorhandenen 3D-Daten zu machen. Eine effizientere Nutzung der 3D-Daten ist nicht nur für Unternehmen mit relativ hoher Fertigungstiefe interessant, wie sie klassischerweise im Maschinenbau anzutreffen sind, sondern auch für Unternehmen aus Zulieferindustrie, Fahrzeugbau, Metallbau und feinmechanischer Industrie, die intensiv mit Auftraggebern oder Unterlieferanten zusammenarbeiten. Diese Branchen stellen traditionell die wichtigsten Besuchergruppen auf der AMB, die Stuttgart alle zwei Jahre zum international angesehenen Treffpunkt der Hersteller von Werkzeugmaschinen und Präzisionswerkzeugen macht. Über 50.000 Besucher aus 60 Ländern kamen im Jahr 2004 in die schwäbische Metropole, darunter viele Fachleute aus Forschung, Entwicklung und Konstruktion, die sich auch für entsprechende Softwareentwicklungen interessieren. Von daher verspricht die Zusammenlegung von CAT.PRO und AMB reichlich Synergie-Effekte.

Ausgehend von der Ergebnissen der letzten Besucherbefragung der AMB gehen die Stuttgarter Messemacher von einem Potential von etwa 11 Prozent Interessenten für das Messeangebot der CAT.PRO aus. Zum Vergleich: Zur letzten CAT.PRO kamen nur noch rund 3.700 Besucher. Da sich die internationale Fachmesse für innovative Produktentwicklung, Daten- und Prozess-Management in diesem Jahr aus Platzgründen mit einer verkleinerten Ausstellungsfläche wird genügen müssen, darf in den Ausstellungsräumen erstmals seit langer Zeit wieder richtig gedrängelt werden.

Was erwartet die Besucher in diesem Jahr auf der CAT.PRO? Oder vielleicht sollte man zunächst fragen: Wer erwartet sie dort? Obgleich die Ausstellerliste noch nicht vollständig ist, zeichnet sich jetzt schon ab, dass die wichtigsten Anbieter von Werkzeugen und Lösungen für das Product Lifecyle Management (PLM) wieder auf der Fachmesse vertreten sein werden. Die Besucher werden dort also Produkte und Dienstleistungen zu allen relevanten PLM-Themen finden, angefangen von CAD/CAM über die rechengestützte Simulation (CAE), Qualitätssicherung (CAQ), 3D-Visualisierung und webgestützte Zusammenarbeit (Collaboration) bis hin zum Produktdaten- und Prozess-Management. Namhafte Softwareanbieter wie Autodesk, PTC, Solidworks oder Tebis haben ihre Teilnahme bereits fest zugesagt.

Einen thematischen Schwerpunkt bilden in diesem Jahr die Vervollständigung der 3D-Prozesskette und eine effizientere Nutzung der 3D-Daten in anderen Geschäftsprozessen wie Vertrieb, Montage oder Wartung. Für langjährige CAT.PRO-Besucher sind das keine ganz neuen Themen, die aber aufgrund der aktuellen Marktentwicklung an Bedeutung gewonnen haben. In der Fertigungsindustrie hat einen Paradigmenwechsel stattgefunden: Nach Jahren des Kostensparens setzen die Unternehmen wieder ganz stark auf Wachstum – für 82 Prozent hat die Steigerung ihrer Umsätze heute höchste Priorität, wie eine unlängst veröffentlichte Umfrage der Aberdeen Group ergeben hat. Seine Umsätze steigert man am ehesten, indem man noch mehr und vor allem noch innovativere Produkte auf den Markt bringt. Deshalb haben viele Unternehmen eine regelrechte Produktentwicklungsoffensive gestartet, die natürlich den aktuellen Zeit- und Kostenanforderungen gehorchen muss.

In den letzten Jahren haben alle Fertigungsunternehmen hart daran gearbeitet, ihre Entwicklungszeiten durch effizientere Entwicklungswerkzeuge und schlankere Prozesse zu verkürzen und die Kosten zu senken. Wettbewerbsvorteile zu erzielen ist dadurch schwieriger geworden. Ein wichtiges Feld dafür, das bislang noch zu wenig beackert wird, ist die effizientere Nutzung der im Unternehmen vorhandenen Informationen nicht nur im Entwicklungsprozess, sondern auch in anderen Geschäftsprozessen. Voraussetzung dafür ist, dass diese Informationen überhaupt erst einmal allen relevanten Personen/Abteilungen im Unternehmen bzw. im erweiterten Projektteam zugänglich sind. Der Einsatz von PDM-Systemen hat viel dazu beigetragen, die Informationstransparenz im Kernbereich der Entwicklung und Konstruktion zu verbessern, aber insbesondere die 3D-Modelle mit ihren immer reichhaltigeren Informationen stehen in anderen Phasen des Produktlebenszyklus nur selten zur Verfügung.

Natürlich nutzt man die 3D-CAD-Daten heute, um Betriebsmittel zu konstruieren und Werkzeugformen abzuleiten, sie dienen als Grundlage für die CAM-Programmierung von CNC-Maschinen und unterstützen manchmal sogar schon die Qualitätssicherung durch Soll-Ist-Vergleich mit 3D-Messmaschinen. Trotzdem produzieren und kommunizieren auch Unternehmen, die schon seit Jahren durchgängig in 3D konstruieren, nach wie vor Unmengen an 2D-Zeichnungen, zum Teil, weil bestimmte Informationen in 3D fehlen, zum Teil aber auch, weil die Bereitschaft fehlt, neue Wege zu beschreiten. Gerade in der Montage ließen sich viele aufwendig erstellte Zusammenbau-Zeichnungen durch 3D-Viewing-Lösungen ersetzen.

Die Entwicklung von leistungsfähigen Viewern, die unterschiedliche CAD-Formate lesen können, hat daran nicht grundsätzlich etwas geändert, weil die Originalmodelle heute in den meisten Fällen eine Größe erreichen, die auf normalen PC-Arbeitsplätzen nicht mehr handhabbar ist. Von daher erklärt sich das wachsende Interesse vieler Unternehmen an abgespeckten Viewing-Formaten wie JT, XVL oder 3D-XML, die zudem den Vorteil haben, dass bei der Weitergabe der Daten an externe Partner, Zulieferer oder Kunden nicht das gesamte, in den CAD-Modellen steckende Know-how offen gelegt wird. Das Angebot an Viewing-Lösungen ist inzwischen so vielfältig wie die Schar der Anbieter in diesem Markt, was den Anwendern naturgemäß die Wahl erschwert. Manche befürchten zudem, aufs falsche Pferd zu setzen, nachdem die Erfahrung mit VRML gezeigt hat, wie schwer es ist einen allgemein akzeptierten Standard durchzusetzen. In dieser Hinsicht ist die unlängst vorgestellte 3D-Erweiterung zum PDF-Format sicher im Vorteil, denn sie ermöglicht die Visualisierung der eingebetteten 3D-Modelle mit dem normalen Adobe Reader, der heute auf praktisch jedem Rechnerarbeitsplatz zu finden ist.

Für welche Viewing-Formate, beziehungsweise -Lösungen, sich ein Unternehmen entscheidet, hängt maßgeblich von den Prozessen ab, die es in erster Linie damit unterstützen möchte. Ein Design-Review oder ein digitaler Multi-CAD-Mockup stellt diesbezüglich andere Anforderungen als eine Montageanleitung oder ein Wartungshandbuch, was Maßhaltigkeit der Viewing-Modelle und ihre Kombinierbarkeit mit Informationen aus anderen Quellen anbelangt. Auf der CAT.PRO haben die Messebesucher die Möglichkeit, sich darüber zu informieren, wie und mit welchen Werkzeugen sie den größten Nutzen aus ihren vorhandenen 3D-Informationen ziehen können.

Weitere Informationen finden Sie unter www.catpro.de und www.messe-stuttgart.de/amb


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